Viele Kunden seien auch noch sehr ängstlich

Corona im MK: Kosmetikstudios offen, aber Kunden leisten sich den "Luxus" nicht

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Das Tragen eines Mundschutzes gehörte für die Mitarbeiter schon immer dazu – jetzt müssen auch die Kunden eine Maske tragen. Ein Spuckschutz sorgt für zusätzlichen Schutz.

Lüdenscheid – Seit zwei Wochen dürfen Kosmetik-, Massage- und Nagelstudios wieder öffnen. Der sonst übliche Kundenandrang ist derzeit allerdings noch sehr verhalten, wie einige Dienstleister vor Ort berichten.

Einige Kunden trauen sich zwar wieder in das Nagelstudio Fashion Nails an der Wilhelmstraße, bei Weitem aber nicht so viele wie früher, berichtet zum Beispiel Inhaberin Thi Lan Huong Nguyen. Sie hat schon immer Termine vergeben und trotzdem sei der Andrang im Wartebereich ihres Salons stets groß gewesen. 

Aufgrund der Coronamaßnahmen ist dieser derzeit geschlossen. Wer zu früh zu seinem Termin kommt, muss vor der Tür warten. Die Inhaberin vermutet, dass die geringe Nachfrage damit zusammenhängt, dass viele Unternehmen derzeit in Kurzarbeit sind und die Mitarbeiter somit auch weniger Geld zur Verfügung haben. 

Mitarbeiter tragen immer einen Mundschutz

Viele der durch das Coronavirus geforderten Maßnahmen waren für das Nagelstudio schon zuvor Alltag. Dazu zählt zum Beispiel das Tragen der Mitarbeiter von Mundschutz und das Desinfizieren, nachdem ein Kunde gegangen ist. Daher müsse auch kein Kunde Angst haben, sich in ihrem Salon zu infizieren. Dazu tragen auch die neuen Maßnahmen bei. 

Kunden müssen nun ebenfalls einen Mundschutz tragen, zwischen jedem Behandlungsstuhl wird ein Platz freigelassen, um den Mindestabstand einzuhalten, und auf dem Fußboden wurden mit Klebeband Abstandsmarkierungen eingezeichnet. Zudem wurde ein Spuckschutz an den Behandlungstischen aufgebaut. Im Bereich Kosmetik ist die Lage zweigeteilt. Die Fußpflege auszuführen, ist schon etwas länger wieder erlaubt und für diese Dienstleistung seien die Kunden auch sofort wieder gekommen. 

Kunden "sehr ängstlich und vorsichtig"

„Ich konnte mich vor Terminen kaum retten. Das ist aber der Notwendigkeit geschuldet“, erklärt Ute Mohr, Inhaberin des Kosmetik-Studios Mohr. So gebe es Kunden, die Diabetes haben, andere mit eingewachsenen Nägeln oder Stellen, die schmerzen, sowie Kunden, die selbst nicht mehr an ihre Füße herankommen, um sie zu pflegen. Ein Großteil ihrer Kunden sei im Rentenalter, berichtet Ute Mohr. Im Bereich Gesichtspflege seien die Anfragen jedoch noch sehr verhalten. 

Die Kunden seien ängstlich und sehr vorsichtig. Dabei habe sie ihre Stammkunden schriftlich informiert, wie die Behandlungen jetzt ablaufen müssen, und schon immer hohe Hygienemaßstäbe eingehalten. Sie versteht aber auch, dass durch die coronabedingten Maßnahmen die Behandlung für den Kunden nicht unbedingt entspannend sei. 

Mitarbeiter trotz Öffnung in Kurzarbeit

Da sie die Informationen zu den zu ergreifenden Maßnahmen erst sehr kurzfristig bekam, nahm Ute Mohr Termine für Gesichtsbehandlungen erst eine Woche verspätet an. In der ersten Woche wurden allerdings nur zwei Termine für Gesichtsbehandlungen vereinbart. „Ich habe eine Mitarbeiterin und die ist wegen der geringen Nachfrage noch voll in Kurzarbeit“, erklärt Ute Mohr. Die beiden Gesichtsbehandlungen übernahm sie daher selbst. 

Ob die Öffnung unter diesen Voraussetzungen rentabel ist, sei fraglich. Denn durch den Kauf von Masken und einem hohen Verbrauch von Desinfektionsmitteln habe sie auch weitere zusätzliche Kosten. Normalerweise suchen ihre Stammkunden sie in einem Rhythmus von vier bis acht Wochen auf. Doch schon zwei Wochen, bevor sie schließen musste, seien viele Terminabsagen von Seiten der Kunden gekommen. 

"Kosmetik ist Luxus"

Im Studio Hautnah Kosmetik sieht die Lage ähnlich aus. „Für die Fußpflege kommen die Kunden wieder, zur Gesichtsbehandlung auch ein paar, aber es ist noch nicht wieder so, wie früher“, sagt Inhaberin Susanne Hunger. Sie ist ebenfalls der Meinung, dass viele Angst haben, sich anzustecken und die wirtschaftliche Krise auch nicht unschuldig an der Zurückhaltung der Kunden sei. Schließlich sei Kosmetik Luxus. 

Auch in den Massage-Studios herrschen strengere Hygienevorschriften, die nicht unbedingt zur Entspannung beitragen. „Es hat erst ganz langsam angefangen, dass Kunden wieder kommen. Das wird auch sicherlich noch etwas dauern“, sagt Ovik Stamboltsyan, Inhaber des Wellness-Studio-Paradies. Er glaubt, dass viele erst wieder kommen, wenn sie keinen Mundschutz mehr bei der Behandlung tragen müssen.

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