Unfassbar hohe Zahl

Coronavirus-Folgen für Zehntausende: 4.500 Betriebe im MK melden Kurzarbeit an

Metallindustrie
+
Betroffen ist auch die Metall- und Elektroindustrie im Märkischen Kreis (Symbolbild).

Märkischer Kreis – Die Zahl der Anzeigen zur Kurzarbeit im Märkischen Kreis ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Das teilte die Agentur für Arbeit im Märkischen Kreis mit. Zehntausende Beschäftigte sind betroffen.

Ähnlich wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 versuchen Unternehmen, mit dem Kurzarbeitergeld Beschäftigte zu halten und Arbeitslosigkeit zu verhindern, heißt es weiter. Es sei aktuell davon auszugehen, dass die Zahl der Kurzarbeiter in der Spitze erheblich höher ausfallen werde als vor zwölf Jahren. 

Situation schwieriger als in der Finanzkrise

Die Situation sei um ein vielfaches herausfordernder als in der Finanzkrise 2008/2009. „Wir erleben aktuell eine Mischung aus Virus, Strukturwandel und Krise. War damals vor allem die Industrie von der krisenhaften Entwicklung betroffen, erkennen wir heute Meldungen von Kurzarbeit in nahezu allen Branchen im Märkischen Kreis: der Gastronomie- und Tourismusbereich meldet ebenso Kurzarbeit wie Friseursalons oder Unternehmen aus der Industrie“, erörtert Sandra Pawlas, Chefin der Iserlohner Arbeitsagentur. 

Noch keine valide Zahl vorhanden 

Eine valide Zahl über die tatsächlich angezeigte und abgerechnete Kurzarbeit stehe derzeit noch nicht zur Verfügung.  Hintergrund: Planen Betriebe Kurzarbeit, so müssen sie dies zunächst bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Ohne eine entsprechende Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wird dann tatsächlich kurzgearbeitet, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. 

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK

„Für März sind bis vergangen Freitag für den gesamten Märkischen Kreis knapp 4500 Anzeigen zu Kurzarbeit eingegangen“, erklärt Pawlas. Zum Vergleich: In der Finanzkrise vor zwölf Jahren, als vor allem die Industrie stark betroffen war, wurden im Märkischen Kreis im gesamten Jahr 2009 knapp 1500 Anzeigen für rund 42.000 Beschäftigte gestellt. Zuletzt hatte die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit angezeigt hatten, im Schnitt bei rund 500 gelegen. 

Und noch ein Vergleich lässt aufhorchen. Im Märkischen Kreis gibt es rund 24.000 Betriebe (laut SIHK, Stand 2018). Das würde bedeuten, dass fast jedes fünfte Unternehmen Kurzarbeit anmeldet.  

Noch keine Auswirkungen zeigt die Corona-Pandemie dagegen auf die Arbeitslosigkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare