Überraschender Zwischenstand

Corona-Warn-App seit dem 16. Juni bei keinem Corona-Fall im MK genutzt

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Die Corona-Warn-App hat bislang (1. Juli) im Märkischen Kreis noch zu keiner Kontaktperson geführt. 

Die Corona-Warn-App gilt als zentraler Bestandteil bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie und soll Menschen warnen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten. Im Märkischen Kreis erfüllt sie diesen Zweck noch nicht. 

  • Die Corona-Warn-App soll die Kontaktnachverfolgung verbessern
  • In den ersten zwei Wochen gab es im Märkischen Kreis keine Meldung
  • Gesundheitsamts-Chef hat eine Vermutung, woran das liegt

Seit dem 16. Juni ist die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts verfügbar. Obwohl inzwischen Millionen Deutsche die App installiert haben, wurde sie im Märkischen Kreis bislang noch kein einziges Mal zur Kontaktnachverfolgung eingesetzt (Stand 1. Juli). Das teilte Volker Schmidt, zuständiger Fachbereichsleiter beim Kreis auf Anfrage mit.

Infizierte sollen das positive Test-Ergebnis eigentlich in der Corona-Warn-App melden

14 laborbestätigte Neu-Infektionen gab es seit dem Start der Corona-App bis zum 30. Juni im Kreis. Ihr positives Ergebnis sollen die Infizierten – so der Plan – eigentlich via App melden. Alle Personen, die sich über einen längeren Zeitraum in der Nähe des Infizierten aufgehalten haben, erhalten dann einen Warn-Hinweis zur Infektionsgefahr per Handy. 

Im Märkischen Kreis ist weder das eine noch das andere passiert. Die Infizierten meldeten ihre Infektion offenbar nicht an die App, dadurch erhielten auch mögliche Kontaktpersonen keinen Hinweis. In der Theorie klingt das anders:

Kontaktpersonen müssten nach einem Hinweis selbst aktiv werden

Demnach müssten die Kontaktpersonen nach dem Hinweis selbst aktiv werden und sich beim Kreisgesundheitsamt melden. Dort ging allerdings bislang keine einzige Meldung ein. Daraus schließt Volker Schmidt, dass sie entweder keinen Hinweis aufs Smartphone erhielten oder diesen ignorierten. 

Unklar ist, wie viele der Kontaktpersonen die App heruntergeladen hatten

Das galt auch fürjede der mehr als 120 Kontaktpersonen im Märkischen Kreis, die das Kreisgesundheitsamt seit dem 17. Juni auf „klassischem Wege“ (Befragungen der Infizierten) ermittelte. Unklar ist allerdings, wie viele dieser Personen überhaupt die App auf ihr Smartphone geladen hatten. Daher ist noch nicht einmal überprüfbar, ob die App in den vorliegenden Fällen überhaupt funktioniert hätte.

Was Sie bei den Corona-Warn-App beachten müssen

Schmidt stellt die Frage, ob sich die gewarnten Personen überhaupt beim Gesundheitsamt melden würden - selbst wenn sie einen Hinweis erhalten. Denn: In diesem Fall müssen sie sich unmittelbar in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben – auch wenn sie keinerlei Symptome zeigen. 

Der Fachbereichsleiter schließt daher nicht aus, dass die „Leute gerade in den Sommerferien die Konsequenzen durchdenken und sich vielleicht erst gar nicht melden“. Das könne sich aber schlagartig ändern, wenn sich das Infektionsgeschehen wieder ausweitet. Dann rechnet Schmidt mit mehr Hinweisen, die auf die Corona-Warn-App zurückgehen. 

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