Mutationen, Alter der Infizierten, Schulen kein Pandemietreiber

Corona überwunden? Was für ein Ende der dritten Welle im MK spricht

Grafik Ausbreitung des Coronavirus im MK.
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Grafik Ausbreitung des Coronavirus im MK.

Die bisherigen Lockerungen haben nicht zu einem erneuten Anstieg der Corona-Zahlen geführt. Das zeigt eine Auswertung des Infektionsverlaufs der vergangenen Wochen. Auch wenn es für eine Entwarnung noch zu früh ist, geben weitere Indikatoren Anlass zur Hoffnung, dass der Märkische Kreis schon bald weitgehend coronafrei ist.

Die Infizierten: Am Freitag befinden sich 279 positiv getestete Märker in Quarantäne. Erkenntnisse darüber, ob und wie schwer erkrankt sie sind, gibt es nicht. Am Freitag lagen noch 18 Infizierte im Krankenhaus, sechs von ihnen auf der Intensivstation. Das Klinikum Lüdenscheid meldete fünf Covid-Patienten. Die Altersstruktur bei den Neuinfektionen spricht dafür, dass die meisten Infizierten derzeit eher leichte Verläufe haben. In den vergangenen sieben Tagen waren lediglich neun (!) von 124 Neuinfizierten älter als 60 Jahre. Der Impffortschritt – der Kreis meldete am Freitag mehr als 300.000 Schutzimpfungen – macht sich dabei deutlich bemerkbar. Auf der anderen Seite sind 89 der 124 Neuinfizierten jünger als 40 und haben damit ein geringes Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Mutationen: Während in ganz Deutschland zwei Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante B.1.617.2 zurückgehen, wurde diese Mutante im MK bislang noch gar nicht nachgewiesen, wie Kreissprecher Alexander Bange auf Anfrage versicherte. Zu 95 Prozent tragen die Infizierten die britische Mutation B.1.1.7. in sich. Neben einigen Nachweisen des Wildtyps wurden im Kreis bislang auch 55 Infektionen mit der südafrikanischen Variante B.1.351 registriert. „Wir haben festgestellt, dass sich die südafrikanische Mutante nicht so aggressiv verbreitet wie die britische“, sagt Bange. Innerhalb eines Haushalts habe es zwar schon Ansteckungen gegeben, nicht jedoch in Betrieben oder Gemeinschaftseinrichtungen. Bei einem kleinen Prozentsatz der positiven PCR-Tests konnte aufgrund der geringen Viruslast in der Probe keine Variante mehr bestimmt werden.

Pandemietreiber? Schulen und Kitas als mögliche Pandemietreiber? Dieses in der politischen Debatte häufig vorgebrachte Argument trifft im Märkischen Kreis nicht zu. „Dem Gesundheitsamt sind seit Beginn der Pandemie nur absolute Einzelfälle bekannt, wo durch die Kontaktermittlung nachweisbar festgestellt worden ist, dass ein Kind in der Schule ein anderes Kind angesteckt hat“, heißt es auf Anfrage aus dem Kreishaus. Seit der Re-Start an den heimischen Schulen – ab 17. Mai Wechselunterricht, ab 31. Mai Präsenzunterricht – wurde nach Kreisangaben sogar keine einzige Ansteckung innerhalb der Schule bekannt. Wieso weist der Kreis in seiner Corona-Statistik am Freitag trotzdem 23 Corona-Fälle an Schulen aus? Wie Kreissprecher Bange erklärte, handelt es sich in allen Fällen um Schüler, die bevor sie positiv getestet wurden, noch in der Schule waren. Dadurch wurden auch Kontaktpersonen an der Schule ermittelt. Die Schüler hatten sich zuvor nachweisbar im privaten Bereich, vor allem in der Familie, infiziert. „Wir können ausschließen, dass sich eine der Kontaktpersonen bei den infizierten Schülern angesteckt hat“, sagt Kreissprecher Bange.

Inzidenzen: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag mit 29,5 bereits den fünften Tag - und auch den vierten Werktag - in Folge unter dem Schwellenwert von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Damit könnte der Kreis am Montag die Inzidenzstufe 1 erreichen, die ab Mittwoch zu weiteren Lockerungen führt. Erst am Freitag waren die Öffnungsschritte der Inzidenzstufe 2 – Biergarten ohne Test, Öffnung der Fitnessstudios – in Kraft getreten.

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