Gensequenzierung angeordnet

Corona-Mutation im MK? England-Rückkehrer positiv getestet

Im Märkischen Kreis gibt es mindestens einen Verdachtsfall auf eine Infektion mit einer neuartigen Mutation des Coronavirus. Das Gesundheitsamt ist alarmiert.

Nach Angaben aus dem Kreishaus wurde mindestens eine Person, die sich zuvor in Großbritannien aufgehalten hatte, mittels PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet. Aufgrund der Umstände und der starken Ausbreitung der Virus-Mutation B.1.17. in Großbritannien wurde durch das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises eine Gensequenzierung der Probe angeordnet, hieß es beim Kreis.

„Wenn jemand aus Großbritannien kommt und positiv ist, dann stellt sich schon die Frage, ob es sich um eine Mutation handelt oder nicht“, sagte Volker Schmidt, Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales beim Märkischen Kreis, gegenüber den Lüdenscheider Nachrichten. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Verdachtsfall auf Corona-Mutation im MK: Ergebnisse der Sequenzierung liegen noch nicht vor

Ergebnisse der Gensequenzierung des Mutation-Verdachtsfalls liegen nach Auskunft des Märkischen Kreises bislang noch nicht vor. Volker Schmidt betonte, dass es sich bei der vorliegenden Untersuchung lediglich um einen Verdacht handele. „Wir haben im Moment noch keinen konkreten Hinweis, dass die Mutation bei uns angekommen ist.“

Corona-Mutation: Märkische Kreis kann gezielt Sequenzierungen von Proben anordnen

Schmidt kündigte an, dass der Märkische Kreis ein verstärktes Augenmerk auf mögliche Mutationen und deren Verbreitung richten werde. Dabei bekomme das Gesundheitsamt nun auch mehr Steuerungsmöglichkeiten: „Wir haben die Infektionswege bis jetzt nach bestimmten Kriterien nachvollzogen, zum Beispiel durch Reiseanamnese. Wir haben geschaut, wo kommen die Leute her und welche Ausbrüche sind damit verbunden gewesen? Jetzt haben wir eine andere Situation. Die Labore können jetzt bei bis zu fünf Prozent der Proben auch Sequenzierungen vornehmen. Das werden wir steuern – je nach dem, in welchen Kommunen besonders hohe Inzidenzen liegen“, sagte Schmidt gegenüber den Lüdenscheider Nachrichten.

Corona-Mutation im MK: Besteht ein Zusammenhang mit hohen Inzidenzen in Meinerzhagen und Kierspe

Der Märkische Kreis prüft auch, ob die hohen lokalen Inzidenz-Werte in Meinerzhagen und Kierspe mit einer möglichen Virus-Mutation in Zusammenhang stehen können. Der Verdachtsfall auf die britische Mutation soll nach ersten Erkenntnissen in diesen beiden Orten aufgetreten sein. Gensequenzierungen sind sehr aufwendig. Im Märkischen Kreis werden die Sequenzierungen nach Informationen unserer Zeitung bislang nur im Iserlohner Labor Eurofins durchgeführt.

Corona-Mutationen treten in ganz Deutschland auf: Bundesregierung warnt bereits

Nur über die Sequenzierung können Labore nachweisen, ob es sich um eine Mutation handelt und um welche. Die in Großbritannien aufgetretene Mutation B.1.1.7 steht im Verdacht, infektiöser zu sein als die bisher bekannten Varianten. Nach ersten Erkenntnissen bieten die derzeit eingesetzten Coronaschutzimpfungen aber auch ausreichenden Schutz gegen die neue Mutation. Inzwischen gibt es schon aus ganz Deutschland Meldungen, dass sich die Mutation auch hierzulande ausbreitet.

Rubriklistenbild: © dpa-bildfunk

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