Appell an die Bevölkerung

So viele Corona-Patienten im Klinikum wie nie: Ausnahmezustand an Weihnachten

In den Krankenhäusern im Sauerland wurden in den vergangenen Monaten viele Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, behandelt.
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Im Klinikum Lüdenscheid wurden in den vergangenen Monaten viele Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, behandelt. (Symbolfoto)

Die Corona-Lage im Klinikum Lüdenscheid bleibt an Weihnachten angespannt. Voraussichtlich mehr als 70 mit dem Coronavirus infizierte Patienten werden die Feiertage auf den Isolierstationen sowie auf der Intensivstation verbringen. Für Ärzte, Pfleger und Patienten ein Ausnahmezustand - gerade an Weihnachten.

Wegen der Corona-Infektionsgefahr gilt im Klinikum Lüdenscheid sowie in der Stadtklinik Werdohl auch über Weihnachten weiterhin ein strenges Besuchsverbot. Die Covid-19-Patienten halten über ihr Telefon Kontakt zu ihren Angehörigen, einige Patienten auf der Intensivstation kämpfen um ihr Leben. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es auch an Weihnachten kaum einen Moment zum Innehalten. Ärztliche Leitung und Geschäftsführung der Märkischen Kliniken bedanken sich für den außergewöhnlichen Einsatz an den Feiertagen daher mit einer kulinarischen Weihnachtsüberraschung bei ihnen. Man wolle damit Freude und Abwechslung bereiten, heißt es im Pandemie-Update des Klinikums.

Kreis Märkischer Kreis
VerwaltungssitzLüdenscheid
Einwohner410.222 (Stand: 31. Dezember)
Fläche1.061,06 Quadratkilometer

73 Patienten mit einem Sars-CoV-2-Nachweis wurden am Mittwoch im Klinikum Lüdenscheid behandelt, davon 64 auf der Isolierstation und weitere neun auf der Intensivstation. Es ist ein neuer Höchstwert bei den Corona-Patienten. Hinzukommen weitere sieben Covid-19-Patienten auf der Aufnahmestation. Die Zahl der Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne ist auf 27 gesunken.

„Die Gesamtsituation ist unverändert sehr ernst“, heißt es aus dem Krisenstab. Kreisweit werden nach Angaben des Gesundheitsamts sogar 143 Covid-19-Patienten behandelt. Zu Weihnachten appellieren die Chefärzte und Pflegedienstleitung, die „Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und nicht zu reisen“. Zuvor hatten sie bereits einen Hilferuf abgesetzt und von drohender Überlastung gesprochen.

Der Krisenstab beobachtet derzeit mit Sorge eine „wachsende Anzahl von Covid-19-Patienten, die zwar medizinisch gesundet, aber noch der pflegerischen Betreuung bedürfen“. Dabei geht es vor allem um Patienten aus Alten- und Pflegeheimen. „Aufgrund der schwierigen Gesamtsituation können diese Patienten derzeit oft nicht durch Altenheime oder ambulante Pflegedienste nach dem Klinikaufenthalt weiter versorgt werden“, heißt es aus dem Krisenstab.

Da sich hier ein steigender Bedarf abzeichnet, trifft der Krisenstab Vorbereitungen, um eine sogenannte „Low-Care-Station“ einzurichten. Mitarbeiter pflegen und versorgen Genesene nach einer Covid-Behandlung – noch im Klinikum.

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