Berichte aus Pflegeheimen

MK ist Impf-Schlusslicht - Ärztlicher Leiter präsentiert andere Zahlen

Bei den Coronaschutzimpfungen hinkt der Märkische Kreis in Westfalen-Lippe hinterher. Das geht aus aktuellen Zahlen der KVWL hervor
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Bei den Coronaschutzimpfungen hinkt der Märkische Kreis in Westfalen-Lippe hinterher. Das geht aus aktuellen Zahlen der KVWL hervor.

Im Märkischen Kreis steht mehr Impfstoff von Biontech und Pfizer zur Verfügung als in den Pflegeheimen verimpft wird. In Westfalen-Lippe ist der MK sogar Schlusslicht bei den Erstimpfungen. Als Reaktion auf diese Statistik präsentiert der ärztliche Leiter des Impfzentrums nun eigene Zahlen.

Wie mehrere Heimleiter übereinstimmend berichten, hatten viele Pflegeheime im Kreis anonyme Schreiben von Impfgegnern in der Post, die vor dem Impfstoff warnten. Dies habe zu weiterer Verunsicherung geführt. Neu ist zudem: Bewohner und Mitarbeiter, die eine Infektion überstanden haben, erhalten zunächst keine Impfung, wie aus mehreren Altenheimen im Märkischen Kreis zu erfahren war. Man geht laut Robert-Koch-Institut (RKI) davon aus, dass sie bereits Antikörper gebildet haben und somit geschützt sind.

Wörtlich heißt es dazu auf der RKI-Homepage auf die Frage: „Dürfen bzw. sollten sich COVID-Genesene noch impfen lassen?“: „Zur Frage, wann Personen mit nachgewiesenermaßen durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Impfung angeboten werden sollte, kann die STIKO (Anmerkung der Redaktion: Stiko steht für Ständige Impfkommission) auf Basis der aktuell vorliegenden Evidenz noch keine endgültige Aussage machen. Nach überwiegender Expertenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden.“

„Es ist davon auszugehen, dass nach einer überstandenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutzwirkung besteht. Wie lange diese anhält ist jedoch noch nicht abschließend zu beantworten. Wenn neue Daten zu dieser Frage vorliegen, wird sich die STIKO dazu positionieren, ob und wann eine Impfung nach durchgemachter Infektion erfolgen soll.“

Wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mitteilte, wurden bis einschließlich 11. Januar lediglich 1.708 Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen geimpft. Bis zum 12. Januar waren es nach KVWL-Angaben 1.767 Erstimpfungen. Mit etwas mehr als vier Geimpften je 1.000 Einwohner ist der MK damit Schlusslicht in Westfalen-Lippe. KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo erklärt dies mit zeitlichen Verzögerungen bei der Datenübermittlung. Zum Vergleich: Im Kreis Steinfurt haben bereits 15 von 1.000 Einwohnern das Vakzin erhalten.

Märkischer Kreis äußert sich in einer Mitteilung zur KVWL-Statistik

Nachtrag vom 13 Januar, 16.57 Uhr: Der Märkische Kreis reagiert am Mittwochnachmittag mit einer Pressemitteilung auf Berichte, dass der MK in Westfalen-Lippe Schlusslicht beim Impfen ist. „Die KVWL veröffentlicht nur die Daten der ihr zurück gemeldeten Impfungen. Diese Rückmeldung funktioniert leider sehr schleppend und ungenau“, erklärt Dr. Gregor Schmitz, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, die niedrigen Impfzahlen im MK in der KVWL-Statistik. Nach seinen Angaben wurden bis zum 13. Januar bereits rund 5.000 Impfberechtigte in Pflegeeinrichtungen im Kreis geimpft. Bis Samstag (16. Januar) sollen 1 700 weitere folgen. 

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