Dramatischer Anstieg der Zahlen

Corona-Folgen: 66.138 Beschäftigte im MK (!) von Kurzarbeit betroffen

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Besonders betroffen sind Betriebe im verarbeitenden Gewerbe im Märkischen Kreis.

Märkischer Kreis - Mehr als 3 000 Unternehmen im Märkischen Kreis nutzen in der Corona-Krise das Instrument der Kurzarbeit, um Mitarbeiter zu halten und Umsatzeinbußen auszugleichen.

  • Die Agentur für Arbeit veröffentlichte die Zahlen zur Kurzarbeit im Märkischen Kreis
  • Mehr als 66.000 Beschäftigte sind betroffen
  • Die Arbeitsagentur rechnet durch die Corona-Krise mit weiter steigenden Zahlen

Seit Anfang März wurde demnach für 66.138 Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet. Das sind fast 40 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Märkischen Kreis. „Es handelt sich um eine enorm hohe Zahl betroffener Personen, die weit über denen der Finanzkrise 2008/2009 liegt“, sagt Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit.

Kurzarbeit in Corona-Zeiten im Märkischen Kreis: Alle Branchen betroffen

Alle Branchen nutzen Kurzarbeit. Stark betroffen ist das verarbeitende Gewerbe, der Handel sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Sandra Pawlas sieht noch kein Ende der Talfahrt: „Wir rechnen damit, dass sowohl die Kurzarbeit als auch die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten weiter steigen werden.“ Als "zunehmend dramatisch" hatte die IG Metall vor einigen Wochen die Lage der Betriebe eingeschätzt

Im März und April (01.03.2020 bis Stichtag 26.04.2020) sind insgesamt 3.863 Anzeigen zu Kurzarbeit mit 66.138 Personen eingegangen. „Wir spüren die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Kurzarbeit ganz massiv. Uns sind im März und April Anzeigen zu Kurzarbeit aus nahezu jeder Branche zugegangen“, führt Sandra Pawlas aus. 

Folgen des Coronavirus: Shutdown lässt Kurzarbeit in die Höhe schnellen

Zu beachten ist, dass die Zahl der Anzeigen nicht gleich zusetzen ist mit der Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben. Kurzarbeit kann für einzelne Betriebsabteilungen angezeigt werden, so dass für ein Unternehmen mehrere Anzeigen gestellt werden können. 

Anmeldung der Kurzarbeit erfolgte auf verschiedenen Wegen

Nach Sichtung aller Vorgänge liegt die Zahl der tatsächlich eingegangenen Anzeigen unter der ersten Hochrechnung von März. „Das liegt unter anderem daran, dass wir Anzeigen zu Kurzarbeit häufig mehrfach über verschiedene Wege erhalten haben: online, per Mail und per Fax“, erklärt Sandra Pawlas.

Um zügige Auszahlung zu ermöglichen, müssen die Unterlagen vollständig sein

 „Viele Arbeitgeber nutzen das Instrument der Kurzarbeit und halten damit ihre Beschäftigten“, sagt die Agentur-Chefin. „Unser oberstes Ziel ist die schnelle Bearbeitung der Anträge und Auszahlung des Kurzarbeitergeldes an Unternehmen. Meine Bitte an dieser Stelle an Arbeitgeber: Füllen Sie alle Formulare sorgfältig und vollständig aus. Nur so können wir eine zügige Bearbeitung und Auszahlung gewährleisten. Bei Fragen greifen Sie zum Hörer und rufen Sie uns an“, appelliert Sandra Pawlas. Nach Plänen der Bundesregierung soll das Kurzarbeitergeld erhöht werden

Alle Nachrichten rund um das Coronavirus aus dem Märkischen Kreis gibt es in unserem News-Ticker

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