Labor teilt Befunde mit

Britische Corona-Mutante B.1.1.7 im MK nachgewiesen - in drei Städten

Die britische Corona-Mutation B.1.1.7 ist im Märkischen Kreis nachgewiesen worden. Der Kreis meldete am Freitag elf Nachweise.

Lüdenscheid - Bereits Anfang der Woche hatten die Lüdenscheider Nachrichten aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass es einen Nachweis der britischen Mutation B.1.1.7 des Coronavirus im Märkischen Kreis gab. Bislang ließ sich diese Information nicht erhärten. Am Freitag meldete der Kreis dann elf Nachweise der britischen Mutation.

Corona-MutationB.1.1.7
UrsprungGroßbritannien
Häufigkeit in Deutschlandknapp 6 Prozent
r-Wertum 0,5 höher als herkömmliches Coronavirus

Demnach hat die britische Mutation des Coronavirus den Märkischen Kreis erreicht. Es handelt sich um die Variante B 1.1.7. In elf Fällen gilt die Mutation als nachgewiesen. Sie verteilen sich auf Menden (7), Iserlohn (2) und Hemer (2), wie das Kreisgesundheitsamt mitteilt. Ob es eine Verbindung zwischen den Fällen gibt, sei unklar und werde nun überprüft, sagt Kreissprecher Alexander Bange.

Corona im MK: Britische Mutante B.1.1.7 in drei Städten nachgewiesen

Mutationen sind bei Viren keine Besonderheit, sondern finden ständig statt, meldet der Kreis. Bei der britischen Corona-Variante B1.1.7 gibt es laut Kreis wissenschaftliche Hinweise darauf, dass sie ansteckender als bisherige Varianten sein soll. In Nordrhein-Westfalen seien in mehreren Keisen und kreisfreien Städten bereits Fälle dieser Mutante aufgetreten, heißt es in der Mitteilung. Zuletzt war sie im Kreis Soest, in Hagen und Dortmund aufgetreten.

Nun sei die britische Virusmutation durch Laborbefunde auch im Märkischen Kreis festgestellt worden. Die Nachricht aus den Laboren erreichte den Kreis am Donnerstagabend, am Freitag waren sie Thema im Krisenstab.

Mutation des Coronavirus bei Altfällen festgestellt

Alle elf Fälle stammen aus dem Nordkreis: sieben in Menden, zwei in Iserlohn und zwei in Hemer. Es handelt sich zum Teil um Altfälle, die einer Nachbetrachtung unterzogen wurden. Das Gesundheitsamt sei dabei, die Infektionsketten nachzuverfolgen. Die Mutationen wurden nicht mittels Gensequenzierung nachgewiesen, sondern mit einem variantenspezifischen PCR-Test. Er ermöglicht Hinweise auf die britische Mutation. Labore, die diesen variantenspezifischen PCR-Test durchführen können, sind angewiesen, bis zu fünf Prozent der Positivtests auf Mutationen zu überprüfen. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von 48 Stunden vor.

Appell des Märkischen Kreises: Weiterhin an Corona-Regeln halten

Bei den aktuellen Fällen kann es im Einzelfall Veränderungen bei den Quarantäneregeln geben. Weil die britische Variante das Risiko einer Ansteckung beschleunigen und zu einer schnelleren Verbreitung des Coronavirus führen könnte, mahnt der Märkische Kreis alle Bürgerinnen und Bürger dringend zur Vorsicht. Um die gute Entwicklung der Corona-Lage - die Inzidenz rutschte erstmals seit Oktober unter 100 - nicht zu gefährden, sei es nach dem Auftauchen der Mutation umso wichtiger, dass sich die Menschen weiterhin an die Corona-Regeln halten: Abstand wahren, Maske tragen, Räume gut lüften sowie Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen beachten, appelliert der Märkische Kreis. Der Krisenstab beobachtet die Entwicklung sehr genau und behalte sich weitere Maßnahmen, wie eine Änderung der Allgemeinverordnung, vor.

Die aktuellen Ergebnisse für den Märkischen Kreis stammen aus Laboruntersuchungen. In bestimmten Laboren ist es seit kurzem möglich, mittels einer speziellen PCR-Probe mit einer hohen Viruskonzentration gezielt mögliche Mutationen zu untersuchen. Die „britische“ Variante ist mittels dieser Verfahren nachweisbar - so wie jetzt auch im Märkischen Kreis.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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