Gesundheitsamt ist eingeschaltet

Stationen geschlossen: Corona-Ausbruch in Klinik im MK - Krankenhaus äußert sich

 Obwohl sich die meisten Kliniken im Ausnahmezustand befinden und das Krankenhauspersonal am Limit ist, hat das Gesundheitssystem ein Finanzierungsproblem.
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In einem Krankenhaus in Iserlohn gab es einen Corona-Ausbruch (Symbolbild).

Nach Informationen unserer Zeitung gab es einen Corona-Ausbruch in einem weiteren Krankenhaus im Märkischen Kreis. Jetzt meldete sich die Klinik zu Wort.

Betroffen ist das Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Bethanien in Iserlohn. Dort sollen mindestens 19 Mitarbeiter infiziert sein, zudem eine etwas gleiche Anzahl von Patienten. Die Krankenhausleitung steht mit dem Gesundheitsamt in engem Austausch. Ob bei den Infizierten im Iserlohner Krankenhaus auch die britische Mutation B.1.1.7 nachgewiesen wurde, wurde zunächst nicht bestätigt. Zuletzt gab das Gesundheitsamt den Anteil der Mutante an den Neuinfektionen mit 60,5 Prozent an.

Neben Lüdenscheid ist Iserlohn der zweite Infektionsschwerpunkt im Märkischen Kreis und dafür mitverantwortlich, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im MK die höchste in ganz NRW ist. Das Krankenhaus Bethanien war am Mittwoch zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Aufnahmestopp wurde zunächst nicht erlassen. Am Donnerstag meldete sich dann das Krankenhaus Bethanien zu Wort. Das ist die Stellungnahme im Wortlaut:

„In unserer Einrichtung werden alle aufgenommenen Patienten auf das Coronavirus gescreent und schnellgetestet. Zusätzlich werden die geriatrischen Patienten bis zum Vorliegen zweier negativer PCR Tests, im Abstand von drei Tagen, unabhängig vom Schnelltestergebnis, isoliert. Als bei einigen Neuaufnahmen aus anderen Einrichtungen corona-positive Patienten festgestellt wurden (beide Varianten: Sars-Cov-2 & B.1.1.7), wurde in der achten Kalenderwoche ein Aufnahmestopp für die Geriatrie durch die Krankenhausbetriebsleitung und den Krisenstab angeordnet.


Sofort wurde ein, zum üblich stattfindenden Krisenstab, erweiterter außerordentlicher Krisenstab einberufen und alle Mitarbeiter aller Bereiche des Hauses sowie alle Patienten und Begleitpersonen im Haus noch am selben Tag mit dem Schnell- und PCR Test abgestrichen. Weiterhin wurde ein sofortiger Auf- und Übernahmestopp für die Geriatrie beschlossen. Alle Maßnahmen erfolgten in engster Absprache mit dem Gesundheitsamt.


Durch den Aufnahmestopp in der Geriatrie wurden Neuaufnahmen der Inneren Medizin zugewiesen. Mit Zunahme der Inzidenz im Märkischen Kreis mussten hier auch vermehrt corona-positive Patienten aufgenommen werden. Dieses führte zu einer Auslastung des Isolationsbereiches und einer erforderlichen Erweiterung des Bereiches. Um dies räumlich und personell zu gewährleisten wurde auch ein Aufnahmestopp für die Innere Medizin angeordnet. Alle weiteren Fachdisziplinen konnten nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt ihren Betrieb normal fortführen.

Aktuell befinden sich 15 corona-positive Personen in unserer Einrichtung, begrenzt auf die Fachbereiche Geriatrie und Innere Medizin. Um Übertragungen und/oder Infektionen rechtzeitig zu erkennen wird in diesen Fachbereichen bei Patienten und Mitarbeitern täglich ein Schnelltest und 2-mal wöchentlich eine PCR durchgeführt. In den nicht betroffenen Bereichen werden Abstriche 2-mal wöchentlich durchgeführt. Insgesamt befinden sich zurzeit 19 Mitarbeiter*innen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, in häuslicher Quarantäne.

Die durch den Krisenstab in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt eingeleiteten und durchgeführten Maßnahmen zeigten zeitnah einen Rückgang der Infektionen, sodass die Ausbruchsituation für unsere Einrichtung jederzeit beherrschbar war und ist und ein Eingriff von außerhalb nicht erforderlich war.“

Zuletzt hatte es größere Corona-Ausbrüche im St. Elisabeth-Krankenhaus in Iserlohn, in der St. Vincenz Klinik in Menden und im Radprax-Krankenhaus in Plettenberg gegeben. Das Klinikum Lüdenscheid - das größte Krankenhaus mit den meisten Covid-19-Patienten im MK - meldete, das am Mittwoch 39 Patienten mit Sars-Cov-2-Nachweis in Hellersen behandelt werden.

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