Sieben Fälle seit Montag

Am Impfzentrum MK abgewiesen, weil im Attest Formulierung „Abs.1 Nr.2“ fehlt

Das Impfzentrum in Lüdenscheid.
+
Das Impfzentrum in Lüdenscheid.

Seit Montag seien sieben Personen aus diesem Grunde nach Hause geschickt worden. Es handelt sich um Angehörige der Risikogruppe 2, die derzeit vorgezogen werden. In der Regel handelt es sich um Menschen mit Vorerkrankungen.

In allen Fällen hatten sich die Ärzte auf ein Musterattest der Kassenärztlichen Vereinigung verlassen. Laut Vordruck sollten die Ärzte schreiben: „Bei Herrn ... liegt eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 3 der Impfverordnung vor.“ Eine formlose Bescheinigung reiche aus. Ärzte müssen auf dem Attest keine Details angeben, heißt es in der Nachricht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an die Ärzteschaft.

Die Formulierung reichte den Verantwortlichen im Impfzentrum nicht. Der Kreis verweist auf den NRW-Erlass in dem steht, dass die „Bescheinigung zur Zugehörigkeit der Personengruppe nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 CoronaImpfV ausreichend“ sei. Eine Diagnose sei nicht notwendig. Auf den abgelehnten Attesten fehlte jedoch die Ergänzung „Abs. 1 Nr. 2“, sagt der Kreis. In §3, Absatz 1, Ziffer 2 der Impfverordnung werden die Vorerkrankungen spezifiziert. Personen mit folgenden Vorerkrankungen werden darin aufgeführt:

  • Trisomie 21
  • Organtransplantation
  • mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression
  • mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt
  • mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung
  • mit Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%), g) Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, h) Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
  • mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40)

Nur diese Personen dürften demnach prioritär geimpft werden. Der §3 beinhalte aber noch weitere Gruppen, meint der Kreis. „Paragraph 3 der Impfverordnung umfasst sehr viele Personen. Unter anderem auch solche, die pflegende Angehörige sind, die aktuell aber noch nicht geimpft werden dürfen“, erklärt der Kreis. Daher habe man Personen mit einem nicht vollständigen Attest ablehnen müssen.

Nach Informationen unserer Zeitung sind mehrere hundert Atteste im MK mit der nicht vollständigen Formulierung ausgestellt worden, weil sich die Ärzte auf das Muster-Attest verlassen hatten. In den Praxen stehe das Telefon nicht mehr still, berichtet eine Praxismitarbeiter. Alle wollten ein neues Attest. Der Kreis teilte gegenüber unserer Zeitung mit: „Wer ein korrektes Attest vom Hausarzt vorlegt, kann über den Link einen neuen Termin buchen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare