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Uhu und Co.: Diese seltenen Vögel entdeckten Märker in ihren Gärten

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Die Haubenmeise ist regelmäßiger Gast im Märkischen Kreis. Auch in diesem Jahr. 

Märkischer Kreis - Eigentlich meint man ja genau zu kennen, was im eigenen Garten so kreucht und fleucht. Eine Untersuchung Anfang Januar lieferte jetzt aber den Nachweis für einige extrem seltene Exemplare.

Gleich zwei Uhus wurden entdeckt, ein Tannenhäher, ein Waldbaumläufer, ein Gartenbaumläufer, zwei Wasseramseln, Rotdrosseln, Mönchsgrasmücke, Wintergoldhähnchen. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Im Märkischen Kreis meldeten 651 Personen ihre Beobachtungen bei der Aktion "Stunde der Wintervögel". In 487 Gärten zählten sie insgesamt 15 734 Vögel.

Wintervögel: Ergebnisse für MK

Alle Beobachtungen werden von den Nabu-Experten auf Plausibilität geprüft. Wer also einen Papagei beobachtet haben will, wird sich in der Liste nicht wiederfinden. 

Dennoch gibt es neben den Genannten auch „Exoten“ im Märkischen Kreis. Die Nebelkrähe zum Beispiel kommt normalerweise deutlich weiter östlich vor. 

22 Kolkraben

Außergewöhnlich ist auch die Beobachtung von 22 Kolkraben, die als sehr intelligent gelten. Der größte europäische Rabenvogel war zwischenzeitlich in Mitteleuropa ausgerottet. Nabu-Sprechein Birgit Königs hält die Zahl der Beobachtungen dennoch für plausibel, Verwechslungen zum Beispiel mit der Rabenkrähe könnten aber vorkommen.

Vogelwelt noch im Gleichgewicht

Die Vogelwelt im Märkischen Kreis ist anders als im Flachland noch im Gleichgewicht. Das ist ein weiteres Ergebnis der Zählaktion zur „Stunde der Wintervögel“ Anfang Januar. Besonders der Amsel geht es noch vergleichsweise gut. Während der Bestand deutschlandweit drastisch sank, blieb die Population im Märkischen Kreis konstant. Der Grund: Das Usutu-Virus, das hunderttausende Amseln das Leben kostete, ist bislang in der Region noch nicht angekommen. 

Die Top 10: Bundesweit und auch in NRW ist der Haussperling der häufigste Vogel, gefolgt von Kohlmeise und Blaumeise. Im Märkischen Kreis dagegen liegt die Kohlmeise auf Platz 1; sie konnte in neun von zehn Gärten beobachtet werden. 

Der Haussperling.

Für den Haussperling reicht es im Märkischen Kreis nur für Platz vier. Er findet hier aufgrund der Siedlungsstruktur und fehlenden Getreideanbaus nicht so häufig perfekte Lebensbedingungen und ist daher nur in 38 Prozent aller Gärten anzutreffen. 

Die Gewinner: Einige Vogelarten wurden in diesem Jahr häufiger beobachtet als in den Vorjahren. Prozentualer Gewinner ist der Girlitz, die kleinste europäische Finkenart (+630 Prozent). Er wurde 20-mal beobachtet. Auch der Birken- (+435 Prozent) und der Erlenzeisig (+94 Prozent, auf Platz 11 im Märkischen Kreis) zählen zu den Gewinnern. „Der Erlenzeisig ist ein Invasionsvogel. Er lebt im Sommer in Skandinavien und Osteuropa und ist in diesem Jahr in großen Mengen in die Region eingefallen“ sagt Nabu-Sprecherin Birgit Königs. Alle Arten ziehen in normalen Wintern weiter in den Süden. Aufgrund der warmen Temperaturen finden sie nun aber auch im Sauerland optimale Bedingungen vor. 

Die Verlierer: Echte Verlierer gibt es nicht. Viele Vögel, die in diesem Jahr seltener in den Gärten beobachtet wurden als in den Vorjahren, machten sich erst gar nicht auf den Weg ins Siedlungsgebiet. Das gilt für nahezu alle klassischen Waldbewohner wie Buntspecht (-49 Prozent), Eichelhäher (-52 Prozent), Kleiber (-35 Prozent) und auch den Gimpel (-29 Prozent). Nach dem warmen Sommer ist das Nahrungsangebot in den Wäldern immer noch gut. Deutlich seltener wurden in diesem Jahr auch Meisen beobachtet. Abgesehen von den standorttreuen Populationen von Kohl- und Blau-meisen gab es deutliche Verluste bei Schwanz- (-62 Prozent), Tannen- (-68 Prozent), Sumpf- (-44 Prozent), Hauben- (-67 Prozent) und Weidenmeise (-63 Prozent). Die Zugvögel, die in normalen Wintern aus dem Norden und Osten in die Region kommen, haben das Sauerland anders als in den Vorjahren noch nicht erreicht. 

Hier gibt es alle Ergebnisse: 

Stunde der Wintervögel im Märkischen Kreis

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