Heuschrecken und anderes Ungeziefer nicht erwünscht

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Diskutierten auf Einladung der CDU-Kreistagsfraktion über die Wirtschaftsregion MK: (v. l.) Christoph Brünger, Leiter des SIHK-Geschäftsbereichs Standortpolitik, Innovation und Umwelt, CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Matthias Heider, Bernd Schildknecht, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, Karl-Friedrich Waffel, ehemaliger Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Lüdenscheid, Prof. Dr. Jörn Block von der Uni Trier und Thorsten Schick, CDU-Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der Union. -

MÄRKISCHER KREIS – Den Aufschlag von Prof. Dr. Jörn Block, den Märkischen Kreis als Wirtschaftsbereich mit den innovativsten Familienunternehmen zu präsentieren, nutzte ein lebhaftes Podium zu einer informativen Vorstellung über die Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale dieser Region.

Auf Einladung der CDU-Kreistagsfraktion waren rund 50 Gäste in die Lüdenscheider Schützenhalle gekommen, um zu hören, was den Kreis so erfolgreich macht, wie seine Zukunft aussehen kann und was ihn neben der Topographie einengt. Einig waren sich die heimischen Repräsentanten, dass Südwestfalen zusammenrücke und allmählich ein „Wir-Gefühl“ entwickelt werde.

Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte Dr. Jörn Block, Professor für Unternehmensführung an der Universität Trier mit dem Artikel „Kreis des Erfolgs“ in der Fachzeitschrift „Impuls Wissen“ für Überraschung und Selbstbewusstsein gesorgt. Denn unter den 295 Landkreisen steht nach seiner Studie der MK ganz oben auf dem Treppchen. Im Gesamtranking mit den Städten ziehen lediglich die Metropolen München und Hamburg vorbei, Köln und Hannover folgen auf den Plätzen vier und fünf. Von einem solchen Ergebnis war der Verfasser selbst überrascht. „Eine solche Konzentration hätte ich eher um Stuttgart, am Bodensee oder im Allgäu vermutet.“

Christoph Brünger, Leiter des SIHK-Geschäftsbereich Standortpolitik, Innovation und Umwelt, der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider, Bernd Schildknecht, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis und Karl-Friedrich Waffel, ehemaliger Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Lüdenscheid machten es Thorsten Schick, CDU-Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der Union, am Donnerstagabend mit der Moderation recht leicht.

Das Fundament für den Erfolg legte Brünger sofort frei: „Das Miteinander von Wirtschaft, Politik, Institutionen und Verbänden ist der Schlüssel.“ Fachhochschule und die verschiedenen Institute bildeten das innovative Rückgrat, die Arbeitnehmer stünden geschlossen hinter dem Betrieb.

Die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an die ständig wechselnden Herausforderungen der Märkte sei

zweifellos eine Stärke der heimischen Betriebe, hob Dr. Heider hervor. „Dazu zählt auch der Erfindungsreichtum der Belegschaft. In großen Unternehmen sind die Wege deutlich länger.“

Der Zusammenhalt wirke sich auch in der Krise aus. Für Schildknecht und Waffel sind Gewerkschaft und Arbeitgeberverband kein Gegensatz – im Gegenteil. „Intelligente Tarifarbeit hat uns fast immer zum Erfolg geführt“, so der Erste Bevollmächtigte. Wenn die Geschäftsführung in der Region verwurzelt sei, werde manches auch leichter. Eine Einschätzung, die Waffel durch und durch teilte. „Diese Tarifpolitik gibt es nur hier und nirgendwo anders. Das lässt Heuschrecken und anderes Ungeziefer von London bis China außen vor.“

Neben ihren vielfältigen Stärken hätten Familienunternehmen natürlich auch Nachteile im Konzert mit den Großkonzernen, machte der Gast deutlich. „Ihnen fehlt oftmals der Zugang zum Kapitalmarkt.“ Bei den Universitäts-Absolventen fehle den Betrieben zudem das positive Image. „Wegen der starren Unternehmenskultur ist ein Vorwärtskommen auf der Karriereleiter oft schwierig.“

Einig war sich das Podium in der Einschätzung, das Kirchturmdenken keine Chance habe und die Herausforderungen nur auf südwestfälischer Ebene gelöst werden könnten. Waffel: „Hinter jedem Baum steht ein Weltmarktführer. Mit dieser Tatsache müssen wir selbstbewusster auftreten.“ Die Defensive müsse aufgegeben werden, forderte Schick, der nebenbei von Schildknecht erfuhr, warum die IG Metall mit 23 000 Mitgliedern im Kreis so starken Zulauf habe: „Man muss sich kümmern.“ - be

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