Bundesverband der Motorradfahrer will erneute Sperrung unbedingt vermeiden

Gibt es zu viele "schwarze Schafe" an der Bergrennstrecke Nordhelle?

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So könnte für Michael Wilczynski vom Bundesverband der Motorradfahrer eine Lösung im Kampf gegen Raser aussehen: Rüttelstreifen (gelb) in Verbindung mit weißen Markierungen. Aufgenommen hat er diese Variante im Erzgebirge. 

Meinerzhagen - „Viele vernünftige Motorradfahrer haben die Strecke über die Nordhelle in der Vergangenheit gemieden. Das lag auch daran, dass hier zu viele Idioten viel zu schnell gefahren sind und die Straße als Rennstrecke missbraucht haben." Das sagt Michael Wilczynski vom Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM). Und er fügt hinzu: "Deshalb hat es sich für die Anwohner dann auch so angefühlt, als ob dort nur noch Wahnsinnige unterwegs wären.“

Der Mann aus Schwerte ist Beisitzer im Vorstand des BVDM und Referent für Streckensperrungen. Und er geht mit den „schwarzen Schafen“ unter den Zweiradfahrern hart ins Gericht. Schließlich sind die häufig Schuld daran, wenn Straßen aufgrund der Raserei für alle Motorradfahrer gesperrt werden – auch für die Verantwortungsbewussten. 

Und was macht die Nordhelle so speziell, dass die – inzwischen wieder aufgehobene – Sperrung vom Märkischen Kreis überhaupt verhängt wurde?

„Die Nordhelle gleicht einer Bergrennstrecke. Das macht sie für diese Klientel interessant“, glaubt Wilczynski. Und er hat – speziell auf die notorische Raserszene bezogen – auch ein Stück weit den Glauben verloren: „Man wird die Raserei wohl nie ganz verhindern können. Viele dieser Leute sind beratungsresistent.“ 

Die deutschen Verkehrsgesetze hält der BVDM-Experte dabei eigentlich für ausreichend. Doch er schränkt ein: „Die Jungs aus Holland und der Schweiz kommen allerdings zu uns – und sie lachen über die Strafen, die hier drohen. Für die ist das locker bezahlbar, wenn sie erwischt werden. In den Heimatländern wären sie bei entsprechenden Geschwindigkeitsübertretungen hingegen mit einem Bein im Gefängnis.“

Mehr Polizeikontrollen und bauliche Maßnahmen, die der Geschwindigkeitsreduzierung dienen. Dazu immer wieder Gespräche mit potenziellen Rasern, um sie über das Risiko ihrer Fahrweise aufzuklären. So sieht für Michael Wilczynski effektive Vorbeugung aus. Auf Kontrollen und den Einbau beispielsweise von Rüttelstreifen und Schwellen hat er keinen Einfluss. 

Gespräche will der BVDM allerdings in Zukunft weiter anbieten – auch an der Nordhelle. „Doch es sieht fast so aus, als ob für den Märkischen Kreis eine Streckensperrung billiger ist als das Anlegen beispielsweise von Schwellen“, meint er und fügt hinzu: „Im Erzgebirge und im Osnabrücker Land haben sich auch Rüttelstreifen bewährt.“

Der Motorradfahrer aus den Reihen des BVDM befürchtet jetzt, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW bauliche Maßnahmen auf der Fahrbahn aus bürokratischen Gründen nicht vorantreibt: „Neongelbe Markierungen wie in anderen Bundesländern seien beispielsweise nicht möglich, wurde uns mitgeteilt. Das sei zu leicht mir den orangefarbenen Baustellenmarkierungen zu verwechseln, hieß es dazu.“ 

Nun hofft Michael Wilczynski erst einmal, dass die Nordhelle für Motorradfahrer „offen“ bleibt. Er denkt, dass das Verwaltungsgericht, bei dem der „Ball“ nun liegt, in diesem Sinne entscheiden wird.

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