Wahl im MK: Alle Infos und alle Kandidaten hier

MÄRKISCHER KREIS/BERLIN - Am Sonntag gilt es: In Deutschland wird ein neuer Bundestag gewählt. In den heimischen Wahlkreisen 149 und 150 bewerben sich dafür zusammen 17 Kandidaten. Wir haben an dieser Stelle aus der Sicht unseres Verbreitungsgebiets viel Wissenswertes zusammengefasst.

Vorweg: Um welche Wahlkreise geht es eigentlich in der Region MK?

Der Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I (Wahlkreis 149) umfasst den Kreis Olpe und den südwestlichen Teil des Märkischen Kreises mit den Gemeinden Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Schalksmühle.

(Weitere Infos und frühere Ergebnisse gibt's hier bei Wikipedia.)

Der Wahlkreis Märkischer Kreis II (Wahlkreis 150) umfasst den nordöstlichen Teil des Märkischen Kreises mit den Gemeinden Altena, Balve, Hemer, Iserlohn, Menden, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl.

(Weitere Infos und frühere Ergebnisse gibt's hier hier bei Wikipedia.)

 

Wann und wo kann ich am Sonntag wählen?

Berichte am Sonntagabend:

Am Wahlsonntag werden wir auf unserer Internetseite in allen Ressorts aktuell über die Wahl mit Blick auf die heimischen Interessen eberichten!

Berichte zur Wahl allgemein:

Lesen Sie hier in unserem Sonderressort alles rund um die Bundestagswahl 2013!

Auch bei diesem Urnengang hat jeder Wähler zwei Stimmen: 1. für den/die Direktkandidaten/in 2. für die Bundesliste der Partei. Es ist erlaubt, auch nur eine Stimme abzugeben.

Ungültig sind Stimmzettel, die Bemerkungen enthalten oder wo mehr als zwei Kreuze in einer Spalte enthalten sind (also zwei Mal Erst- oder Zweitstimmen) oder wo nicht eindeutig erkennbar ist, welche Kandidatin/Kandidat zweifelsfrei mit dem Wahlvotum gemeint ist.

Die Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet. Wählerinnen und Wähler müssen ihre Wahlbenachrichtigungskarten mit in die Wahllokale bringen und sie vorzeigen. Das Auszählen der Stimmen erfolgt öffentlich ab 18 Uhr in den einzelnen Wahllokalen.

 

Wer kandidiert und will meine Interessen in Berlin vertreten?

Die Kandidaten für den Wahlkreis 149 sind (der Link auf den Kandidatennamen führt zur Homepage oder auf andere Infoseiten, soweit bekannt):

SPD: Petra Crone 

CDU: Dr. Matthias Heider

Grüne: Kai Steffen Bitzer

FDP: Johannes Vogel

Piraten: Bastian Halbe

Die Linke: Wolfgang Hoffmann

Freie Wähler: Peter Christian Schröder

NPD: Stephan Haase

AfD: Hasso Carl-Wilhelm Simon

Die Kandidaten für den Wahlkreis 150 sind (der Link auf den Kandidatennamen führt zur Homepage oder auf andere Infoseiten, soweit bekannt):

CDU: Christel Voßbeck-Kayser

SPD: Dagmar Freitag

Grüne: Elke Olbrich-Trip

FDP: Michael Schulte

Die Linke: Manuel Huff

Piraten: Hans-Joachim Ossenberg

AfD: Sebastian Schulze

NPD: Joachim Kleppisius

 

Diese vier MK-Abgeordneten wollen vier weitere Jahre ins Parlament

Unser Redakteur Bernd Eiber hat die Bundestagsabgeordneten der beiden Wahlkreise in Berlin besucht. Lesen Sie hier seinen Bericht:

Für viele Abgeordnete war in dieser Woche endgültig Schluss mit dem Bundestag. Sie kandidieren nicht mehr. Prominente wie Franz Müntefering (SPD), Hermann Otto Solms (FDP), Wolfgang Thierse (SPD) oder Kerstin Müller (Grüne) sagen der großen Bühne ade. Diese vier märkischen Abgeordneten haben dagegen als Spitzenkandidaten den Wiedereinzug fest im Blick: Dagmar Freitag, Petra Crone (beide SPD), Dr. Matthias Heider (CDU) und Johannes Vogel (FDP) wollen am Abend des 22. September vom Wähler wieder die Fahrkarte nach Berlin erhalten. Gültigkeitsdauer vier Jahre – wenn nichts schief geht.

Dagmar Freitag

Dagmar Freitag ist seit 1994 für die Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag. Das erste Mal zog sie über die Liste ein, danach gewann sie immer direkt. Das will und muss sie auch diesmal schaffen, denn abgesichert ist sie nicht. Allein auf Vergangenes zu blicken, hilft da nicht. Vor vier Jahren lag ihre Partei bei den Zweitstimmen in ihrem Wahlkreis, der von Altena bis Menden reicht, bei 28,7 Prozent, sie selbst verbuchte bei den Erststimmen 41 Prozent. Trotzdem: „Jede Stimme zählt.“ Das verbindet die Iserlohnerin zugleich mit einem leidenschaftlichen Appell an jeden Einzelnen, von seinem Wahlrecht auch Gebrauch zu machen: „Dieses demokratische System ist das Beste, was das Land je gehabt hat. Das gilt es zu bewahren und nicht zu gefährden.“

Dass es in diesem komplexen Getriebe mitunter auch hakt, musste die Vorsitzende des Sportausschusses noch einmal an den beiden letzten Parlamentstagen erleben. Die Dopingfälle liegen zwar Jahrzehnte zurück, schlagen aber hohe Wellen und entsprechend war ein Pulk von Kameras vor dem Sitzungssaal aufgebaut. Doch die von der Opposition angestrebte Diskussion über die Forschungsergebnisse zum westdeutschen Doping wurde zum Fall für die Stechuhr. Die Regierungskoalition hatte die Debatte auf Zeitkontingente je nach Größe der jeweiligen Fraktionen reguliert. Ein Verfahren nach Geschäftsordnung, das Dagmar Freitag nachhaltig missfiel: „Das war ein Tiefpunkt des Parlamentarismus.“

Ob sie im nächsten Bundestag – sollte sie wieder einziehen – erneut den Vorsitz des, nach dem Fall Drygalla inzwischen medial präsenten, Gremiums übernehmen wird, ist indes völlig offen. „Das wird verhandelt.“ Ihre Verbundenheit zum Märkischen Kreis ist beim Blick ins Büro unübersehbar. Bücher und Bildbände von Vereinen und Verbänden aus den Städten und Gemeinden füllen das Regal. „Berlin ist mein Arbeitsplatz, entspannen kann ich am Wochenende in der Idylle in Wülfringsen. Das ist ein schöner Kontrast.“ In Sümmern hängt auch kein Großplakat von den Händen der Kanzlerin, auf das der Besucher aus ihrem Bürofenster im Paul-Löbe-Haus blickt. „Mein Schreibtisch steht zum Glück in eine andere Richtung.“

Dr. Matthias Heider

UdL 71 – was klingt wie der Name eines U-Bootes, ist Dr. Matthias Heiders Adresse in Berlin: Unter den Linden 71. Bis zum Reichstag sind es für den CDU-Abgeordneten ein paar Minuten Fußweg. „Ein bisschen Bewegung zwischendurch ist ganz gut.“ Denn die 22 oder 23 Sitzungswochen an der Spree sind von morgens bis in die späten Abendstunden durchgetaktet. „Die Zeit für Theater- oder Kinobesuche kann ich an einer Hand abzählen.“

Für den Rechtsanwalt sind die ersten vier Jahre in Berlin ein Gewinn, der gehalten werden soll. „Ich bin optimistisch.“ Nicht nur den Wahlkreis – den südlichen Märkischen Kreis und den Kreis Olpe – hat er von seinem Vorgänger Hartmut Schauerte übernommen, sondern auch dessen Apartment in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße. Aber seine Heimat bleibt auch im hektischen Regierungsviertel stets präsent – an der Wand und im Gespräch. Zwei Bilder geben den Blick frei auf die Bigge bei Olpe und die Klamer Brücke.

Doch dass sich diese Region in den vergangenen Jahren besser entwickelt hat als das Ruhrgebiet, rufe gerade bei ausländischen Gästen oft ungläubiges Staunen hervor. „Da ist man als Sauerländer schon stolz, wenn man das erklären kann. Bei solchen Gelegenheiten darf der Werbeblock mit den Hidde Champions natürlich nicht fehlen.“ Wie lange manche Dinge brauchen, bis sie in die Praxis umgesetzt werden können, war für den Rechtsanwalt in seiner ersten Legislaturperiode manchmal doch überraschend. „Wer glaubt, eine Regierung müsse nur auf den Knopf drücken, liegt völlig falsch.“

Was Dr. Heider als Mitglied im Wirtschaftsausschuss mit vorangetrieben hat, war ein für Verbraucher entscheidender Schritt unter dem Titel „Insolvenzverfahren“. Denn statt bisher nach sieben können sich Betroffene nun nach drei Jahren bei Übernahme von 35 Prozent der Schulden und der Verfahrenskosten von der Last der Insolvenz befreien. „Das ist eine soziale Perspektive und eine zweite Chance für viele Menschen. Dafür musste man hier aber dicke Bretter bohren.“

Mehr Entlastung für den Ehrenamtsbereich und ein vernünftiges, auf niedrigem Niveau angesiedeltes Erneuerbares Energie-Gesetz – nur zwei seiner Aspekte aus einem ganzen Aufgabenkatalog. Bei der Energiewende stehe das Land erst am Anfang. „Es darf nicht sein, dass Privathaushalte alles schultern.“ Derzeit gebe es die kuriose und unsinnige Situation, dass die Niederlande sogar Geld bekommen, um die Energielieferungen der Windparks auf See abzunehmen. „Wir benötigen Leitungen zu den Bedarfsregionen.“

Neben viel Geduld verlangen manche Entscheidungen auch dem Gewissen viel ab: Die Auslandeinsätze der Bundeswehr gehören ebenso dazu wie die Griechenland-Rettung. Die funktioniere nur, wenn sich Reformfortschritte einstellten. „Das wird in der eigenen Partei sehr intensiv diskutiert.“

Petra Crone

Das Schnüren der Rettungspakete zählte für Petra Crone (SPD) während ihrer ersten Legislaturperiode zu den Entscheidungen, die bei all ihrer Tragweite mit hohem Tempo durchgezogen wurden. „Anderes wird dagegen auf die lange Bank geschoben. So hat sich beim Thema Pflege nichts getan, obwohl die Bundesregierung 2011 zum Jahr der Pflege ausgerufen hatte.“ Gereicht habe es nur zu einem „Mini-Bahr“.

Als Mitglied der Arbeitsgruppe demografischer Wandel ist ihr dieser Bereich besonders wichtig. „Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander.“ An der Stelle bricht sie eine Lanze für die Lobbyisten. Damit würden gemeinhin nur Vertreter von Großkonzernen – von Automobil- bis Pharmaindustrie – gemeint. An die Vertreter der Dachverbände von Awo, Caritas oder Diakonie denke an dieser Stelle kaum jemand. „Lobbyisten sind dazu da, ihre Sicht einzubringen. Für ein rundes Bild benötige ich viele Informationen.“

Von allen Abgeordneten aus dem Märkischen Kreis ist die Kiersperin bislang am weitesten rumgekommen – bezogen aufs Dienstzimmer. Den Start als Abgeordnete erlebte sie bei einem Kollegen im Büro Unter den Linden mit, danach ging es quer durch die Gebäude für die Parlamentarier: zwei kleine Zimmer im Paul-Löbe-Haus, drei Zimmer im Jakob-Kaiser-Haus und jetzt, noch eins mehr für sie und ihre Mitarbeiterinnen, an der Wilhelmstraße. Doch irgendwann, oft genug nach Mitternacht, ist Schluss mit dem Politikbetrieb. Dann geht’s in die Wohnung nach Wilmersdorf. „Dann will ich auch nichts mehr über Gesetze und Verfahren hören.“

Am Wochenende verschwindet die „quirlige und aufregende Stadt“: „Ich genieße als Landkind das Sauerland.“ Hier, als direkte Konkurrentin von Dr. Heider, wirbt sie für die Ziele ihrer Partei genauso wie für die Stimmabgabe. „Wenn Nichtwähler auch noch stolz sind, zum Nichtwählen aufzurufen, fehlt mir jegliches Verständnis.“ Es gebe, im Gegensatz zu vielen Meinungen, „nicht einen Brei“, sondern sehr wohl klare Unterschiede zwischen den Parteien. „Wer zu Hause bleibt, stärkt nur die Ränder, denn die gehen mit Sicherheit zur Wahl.“

Johannes Vogel

Ein Liberaler braucht die Hoffnung wie die Luft zum Atmen. Johannes Vogel, jüngster der vier Abgeordneten, blickt mit äußerlicher Gelassenheit auf den 22. September. Als arbeitsmarktpolitischer Sprecher hat er es in seiner ersten Wahlperiode in der Partei schon weit gebracht. Dass er das Gesetz zur Reform der Mini-Jobs mit einer Anhebung der Einkünfte auf 450 Euro initiiert und begleitet hat, war für ihn ein besonderer Moment. „Das ist zwar nur ein kleiner Punkt gewesen, aber immerhin.“

Auch ihm geht im politischen Berlin das Räderwerk an vielen Stellen zu langsam. Beispiel Flexibilisierung des Renteneintritts. „Die Menschen wollen ihr Leben unterschiedlich gestalten und das muss man respektieren. Ich hätte mir an dieser Stelle schon mehr Fortschritte von Seiten der Bundespolitik gewünscht.“ Aber die Demokratie sei nun mal geprägt von einer langen Entscheidungsfindung. „Die Mühlen mahlen langsam. Das ist ein Dauerlauf und kein Sprint.“ Für sich selbst hat er ein einfaches Rezept gefunden: „Ich werde mir meine Unruhe bewahren, wer aber alles sofort ändern will, bleibt frustriert zurück. Da gilt es, die richtige Balance zu finden.“

Auf der Habenseite verbucht der Olper, im nächsten Jahr einen strukturell ausgeglichenen Haushalt vorlegen und in den Folgejahren sogar Überschüsse erzielen zu können. „Das hat es vier Jahrzehnte nicht gegeben.“

Von seinem kleinen Büro im Jakob-Kaiser-Haus, dem „Einsteigermodell“, blickt er hinüber auf den Sitz von Helmut Schmidt, der dort ebenfalls noch ein Büro unterhält. Diese Aussicht und die Arbeit im Plenum möchte er auch in den nächsten Jahren nicht missen. Dafür stehen jetzt im Wahlkreis Dutzende von Terminen an. „Bei all dem Wettbewerb muss man sich aber nicht die Köpfe einschlagen.“

 

Weitere Infos rund um die Wahl:

Wahl-O-Mat: Über den Wahl-O-Mat könnt ihr ermitteln, welche Partei eurer politischen Position am nächsten steht. Weitere Infos unter www.bpb.de.

Draht zu den Kandidaten: Wer den Kandidaten für den Märkischen Kreis I und II eine Frage stellen möchte, kann ihnen eine E-Mail senden:

Dr. Matthias Heider (CDU), E-Mail matthias.heider@wk2.bundestag.de

Christel Voßbeck-Kayser (CDU), E-Mail christel@voßbeck-kayser.de

Petra Crone (SPD), E-Mail petra.crone@wk.bundestag.de

Dagmar Freitag (SPD), E-Mail dagmar.freitag@bundestag.de

Johannes Vogel (FDP), E-Mail johannes.vogel@wk.bundestag.de

Michael Schulte (FDP), E-Mail michael.schulte@fdp-mk.de

Kai Bitzer (Grüne), E-Mail gruene.im.kreis.olpe@t-online.de

Elke Olbrich-Tripp (Grüne), E-Mail elke.olbrich.tripp@gmail.com

Wolfgang Hoffmann (Linke), E-Mail: w_hoffmann1@t-online.de

Manuel Huff (Linke), E-Mail manuel.huff@dielinke-iserlohn.de

Peter Christian Schröder (Freie Wähler), E-Mail pc.schroeder@freiewaehler.net

Bastian Halbe (Piraten), E-Mail bastian.halbe@piratenpartei-nrw.de

Hans-Joachim Ossenberg (Piraten), E-Mail achim.ossenberg@piratenpartei-nrw.de

Hasso Simon (AFD), E-Mail h.simon@alternative-fuer-mk.de

Sebastian Schulze (AFD), E-Mail s.schulze@alternative-fuer-mk.de

Stephan Haase (NPD), E-Mail st.haase@npd-nrw.de

Joachim Kleppisius (NPD), E-Mail nicht bekannt

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