Wahlkreis 149 - „Endlich Zeit für Politik“

Ingeborg Mohr-Simeonidis kandidiert für die Linken

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Bundestagskandidatin der Linken im Südkreis: Ingeborg Mohr-Simeonidis.

Märkischen Kreis - Für Ingeborg Mohr-Simeonidis ist ein Bundestagsmandat nicht völlig utopisch. Die Kandidatin der Linken für den märkischen Südkreis und den Kreis Olpe wird in der NRW-Liste auf Platz 17 geführt. Acht Prozent im größten Bundesland könnten den Umzug vom Oberbergischen nach Berlin bedeuten. Vor vier Jahren waren es nur 6,1 Prozent, 2009 dagegen 8,4 Prozent.

Prognosen lässt sie selbst bei der Vorstellung ihres Programms außen vor. Sie will ihre Erfahrungen als Diplom-Psychologin in einer Klinik, als langjähriges Verdi-Mitglied, Betriebsratsvorsitzende und ehrenamtliche Richterin einbringen. „Da ich seit dem vergangenen Jahr Rentnerin bin, kann ich mich jetzt endlich in die Politik einbringen. Vorher war das zeitlich kaum möglich“, erklärt die Kreistags- und Gemeindeabgeordnete aus Reichshof. 

Kernthema Gesundheit 

Dass sie dem Gesundheitswesen einen besonderen Stellenwert einräumt, ist angesichts der Vita nicht verwunderlich. Kernkritik: „Die gesetzlichen Grundlagen für die Finanzierung müssen geändert werden. Wir müssen im Krankenhauswesen weg von den Fallpauschalen.“ In der Pflege, beim ärztlichen Dienst, bei den Therapeuten und in der Diagnostik fehle es „an allen Ecken und Enden“ an Personal. Der Bund habe den Investitionsteil an die Länder weitergereicht, und die hätten sich nahezu vollständig zurückgezogen. Josef Filippek, heimischer Kreistagsabgeordneter, verweist auf die Märkischen Kliniken: „Die betriebswirtschaftliche Herangehensweise ist eine Katastrophe. Gesundheit ist keine Ware. Es gibt eine Menge zu tun.“ 

Das gilt aus Sicht der Linken auch für die Felder Beschäftigung und Steuern. Für Mohr-Simeonidis sind ständige Befristungen von Arbeitsverträgen ein Ärgernis. Mehr Flexibilität fordert sie bei der Arbeitszeit ein und eine Orientierung hin zur 30-Stunden-Woche.

Umverteilung und Mehreinnahmen

Industrie 4.0 werde zu weniger Jobs führen, die dann anders verteilt werden müssten. „Das kann nicht von jetzt auf gleich geschehen, aber innerhalb weniger Jahre sind auch solche Änderungen machbar.“ 

Die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums komme mit aller Deutlichkeit zum Schluss. Zurück zum Rentenniveau von 53 Prozent und zu einem ähnlich hohen Spitzensteuersatz wie zu Zeiten Helmut Kohls, so lauten die Botschaften der Kandidatin. 

Das Steuerkonzept der Linken würde zu jährlichen Mehreinnahmen von 180 Milliarden Euro führen. „Mit dieser Summe ließen sich dringend notwendige Investitionen tätigen: Schnelles Internet auch auf dem Land, mehr Güter auf sanierungsbedürftige Schienen oder eine bessere Ausstattung für Schulen oder Hochschulen. Wenn alle ihren Teil entsprechend ihrem Einkommen beitragen, ist für alle gesorgt.“

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