Wahlkreis 149 - „Arbeit der FDP zeigt Früchte“

Johannes Vogel sieht gute Chancen für eine Rückkehr nach Berlin

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Die Landschaft an der Bigge ist für Johannes Vogel nach wie vor ein attraktives Ziel – zum Laufen und Entspannen.

Märkischer Kreis/Olpe - Die „logistische Mitte“ liegt derzeit in Köln und macht seit einigen Jahren in dem Wust an Aufgaben die Planungen zumindest etwas leichter. Wenn sich die Prognosen bewahrheiten, wird die Schaltstelle in ein paar Wochen in Richtung Osten verschoben. Johannes Vogel, FDP-Bundestagskandidat für den südlichen Märkischen Kreis und den Kreis Olpe, hat gute Chancen, nach der vom Wähler verordneten Zwangspause für die Liberalen wieder ein Abgeordnetenmandat zu erhalten.

2009 zog Johannes Vogel, Jahrgang 1982, im Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis über die nordrhein-westfälische Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. 

Als arbeitsmarktpolitischer Sprecher hatte er innerhalb der FDP-Fraktion und des Parlaments bereits ein bedeutendes Gewicht. Mit 31 Jahren war schon wieder Schluss, der Wähler hatte die Liberalen vor die Tür gesetzt. Als Abgeordneter hatte er die Agentur für Arbeit aber so gut kennengelernt, dass deren damaliger Chef Frank-Jürgen Weise ihn für zwei Jahre als Leiter für Strategie- und Geschäftsentwicklung der Internationalen Abteilung (ZAV) nach Bonn holte und ihn anschließend zum Geschäftsführer der Arbeitsagentur Wuppertal-Solingen-Remscheid machte.

Darüber hinaus ist Johannes Vogel noch ehrenamtlich Generalsekretär der NRW-Liberalen in Düsseldorf und Kreisvorsitzender in Olpe. „Da macht eine logistische Mitte natürlich Sinn. Innerhalb einer guten Stunde sind von Köln aus alle Stationen erreichbar – wenn’s klappt.“ 

Seit Januar ist er auf eigenen Wunsch beurlaubt. Erst musste der Wahlkampf im Land gemanagt werden, jetzt sein eigener. Das Signal aus NRW mache jedenfalls Mut. „Die Arbeit der FDP zeigt Früchte.“ Die vier Jahre Abstinenz von der bundespolitischen Bühne habe die Partei als Chance begriffen und genutzt. Heute blicken die Liberalen optimistisch in die Zukunft. Die „Modernisierungsagenda“ sei fest verknüpft mit dem Namen Christian Lindner. „Ein enorm starkes Zugpferd ist besser als ein Dutzend Ponys.“ 

Dass die Liberalen ohne Koalitionsaussage ins Rennen gegangen sind, macht für den Kandidaten Sinn. In einer Regierungsmehrheit müsse auf jeden Fall die liberale Handschrift erkennbar sein. Im Ergebnis könne das dann zu ganz unterschiedlichen Farbenspielen führen, verweist Vogel auf unterschiedliche Koalitionen in den Ländern. So gebe es in Rheinland-Pfalz die Ampel, in Schleswig-Holstein Jamaika, in Nordrhein-Westfalen noch taufrisch Schwarz-Gelb und in Baden-Württemberg eine Regierung ohne FDP, „weil es keine ausreichenden Schnittmengen gab. 

Ohnehin erfüllt ihn der Blick auf die möglichen großen Partner nicht mit Begeisterung. „Martin Schulz will leider die Agenda 2010 rückabwickeln, die Union möchte alles so lassen wie bisher. Der Status quo reicht aber nicht. Was wir brauchen, ist eine Agenda 2030.“ Dazu gehört aus seiner Sicht ein stärkeres Engagement des Bundes bei der Bildung. „Wir brauchen mehr Geld für Schulen.“ Beim Breitbandausbau und der digitalen Anwendung ließe sich einiges von Estland lernen. „Dort gibt es längst digitale Bürgerämter.“ Zur Entlastung der Familien schlägt er beim Eigentumserwerb einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer vor und fordert die Einhaltung eines Versprechens: „Der Soli muss 2019 auslaufen.“ Flexibler Renteneintritt, Wegfall der Zuverdienstgrenzen und keine starren Arbeitszeiten – die „zukunftsvergessene“ Bundesregierung greife wichtige Themen nicht auf. 

Der liberale Wahlkampfslogan „Denken wir neu“ soll ab Ende September den parlamentarischen Alltag mitprägen. Wird die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen, ist er auf jeden Fall dabei. In NRW steht er auf Platz fünf der Landesliste. Das reichte locker. Anderes reicht gerade nicht: Für den leidenschaftlichen Kinogänger und Jogger („Ich laufe jeden Morgen“) kommt das Private derzeit viel zu kurz. Die Fernbeziehung zur Lebensgefährtin in Berlin bleibt im Wahlkampfstress weitgehend auf der Strecke. Ein neues Abgeordnetenmandat würde das Private deutlich vereinfachen. Und die „logistische Mitte“ am Rhein hätte dann auch ausgedient.

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