Wahlkreis 150: Wiederholungstäter auf Listenplatz 49

Unternehmer Michael Schulte kandidiert aus liberaler Gesinnung erneut für die FDP

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Michael Schulte ist für die FDP der Direktkandidat im Wahlkreis 150 Märkischer Kreis II. Der Unternehmer ist gebürtiger Plettenberger.

Lennetal -  Sechs aus 49, das Motto des Lottospiels, ist für ihn nicht die Option der Wahl. Deutlich zweistellig darf der Erststimmenanteil schon sein, der auf den Listenplatzinhaber 49 auf der FDP Landesliste entfallen soll. Der Plettenberger Michael Schulte kandidiert zum zweiten Mal im Wahlkreis 150 Märkischer Kreis II für die Liberalen – als Überzeugungstäter.

Der 55-Jährige ist gebürtiger Plettenberger, überzeugter Sauerländer, inspirierter Südwestfale – das macht er beim Redaktionsfrühstück gleich im zweiten Satz klar. „Ich kandidiere, um Südwestfalen zu stärken. Man lebt hier nicht schlechter als in der Stadt; das will ich in den Köpfen verankern. Wir haben gute Arbeitsplätze, gute Wohnmöglichkeiten und eine hohe Lebensqualität. Auch junge Leute müssen nicht wegziehen.“ Das ist Schultes Credo und er sagt es nicht einmal, sondern wieder und wieder. 

Konsequente Aus- und Weiterbildung

Mit seiner Frau Delia, die beiden sind seit 1988 verheiratet, hat Michael Schulte zwei erwachsene Kinder und lebt im Oestertal. Seine berufliche Laufbahn ist die der konsequenten Aus- und Weiterbildung. 

Nach dem Abitur absolvierte Schulte zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem metallverarbeitenden Betrieb. Mannigfaltige Stationen in leitender Funktion schlossen sich an, ebenso ein Studium zum Dipl.-Betriebswirt. 

Seit 2010 ist Schulte Geschäftsführer eines Unternehmens zur Herstellung von Verbindungselementen und seit 2015 auch Geschäftsführer eines Unternehmens zur Herstellung von Dreh- und Frästeilen. 

Der Unternehmer ist Vorsitzender der FDP Plettenberg, Mitglied des Kreisvorstandes und Ratsherr im Stadtrat. Daneben engagiert er sich als Vorsitzender im Verein „Plettenberger helfen“ und als Schatzmeister im „Verein zur Förderung der Jugendarbeit in der Stadt Plettenberg“. Seit August 2017 ist er Mitglied des Kuratoriums der Sozialstiftung Plettenberg. 

"Eine Schicksalswahl für diese Demokratie"

Man sollte meinen: Das Aufgabenspektrum reicht voll und ganz. Wieso dann eine Kandidatur für den Bundestag? „Weils eine Schicksalswahl für diese Demokratie, diesen Staat und die soziale Marktwirtschaft ist“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. 

Es gehe nicht nur um den Wiedereinzug der FDP in den Bundestag, sondern um den Platz drei der Fraktionsstärken im Parlament. „Wir müssen jetzt mobilisieren, dass die dritte Kraft die des Liberalismus, der Weltoffenheit und der Freiheit ist.“ 

Mit Listenplatz 49 ist Michael Schulte einer, der für ein gutes Ergebnis rackert, aber sein Erfolg bemisst sich am Wahlabend nicht über den Einzug in den Bundestag. „Ziel ist es, ein möglichst gutes Erststimmenergebnis zu erzielen, aber der Fokus liegt auf dem Zweitstimmenergebnis.“ 

Maßstab ist dabei das FDP-Landesergebnis; kommt der Wahlkreis 150 MK II auch dank Schultes Rackerei auf ein besseres Ergebnis, so ist das der Lohn der Arbeit. 

Forderung nach Einwanderungsgesetz

Den Scheinwerfer richtet Michael Schulte auf die Integrationsarbeit. „Ich habe persönlich manches zu diesem Thema beizusteuern.“ Sowohl im Ehrenamt vor Ort als auch auf der FDP-Parteischiene ist Schulte im Stoff. „Wir müssen dringend ein Einwanderungsgesetz haben, brauchen eine vernünftige Integrationspolitik und müssen das Asylrecht als unantastbar schützen.“ 

Aktuell empfiehlt Schulte, einen neuen Aufenthaltsstatus „Flüchtling“ für Menschen aus Kriegsgebieten zu schaffen, der den Aufenthalt hierzulande solange garantiert, wie in den Herkunftsländer gekämpft wird. 

Danach sei die Rückkehr in die Heimat der sinnvolle Normalfall, denn niemandem sei damit gedient, dass die zerstörten Länder entvölkert und zertrümmert zurückblieben, die Jugend der Staaten in der Welt verteilt sei.

In Rage

Wer unter den Flüchtlingen aber gut integriert und – salopp gesagt – ein Gewinn sei, der könne per Einwanderungsgesetz hierbleiben, sein Glück machen und sein Leben aufbauen. „Wir suchen sie aus, die hierbleiben können.“ 

In Rage reden kann sich Michael Schulte, wenn er auf die „Beliebigkeit in der Politik“ zu sprechen kommt. Die Energiewende ist für ihn ebenso ein Schuss aus der Hüfte wie die sich abzeichnende Verkehrswende mit der Abkehr vom Verbrennungsmotor. 

Das Elektroauto ist für den Unternehmer ein Irrweg („Ich halte den Tesla für eine Blase“). Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs sei keine Option; Schulte setzt vielmehr auf die Wasserstoffzelle. „Sie ist langlebiger und umweltfreundlicher als die Batterietechnik“. 

Harte physikalische Grundlagen

Als Südwestfale und Bürger der Schmiedestadt Plettenberg sieht Schulte die Entwicklung als alarmierend. Betriebe, die für Motorentechnik und Getriebehersteller produzieren, gingen schwierigen Zeiten entgegen. Und deshalb zieht Michael Schulte noch einmal die Summe unter das Projekt Elektroauto: „Wir haben die Energie nicht, wir haben die Speicher nicht, wir haben die Alltagstauglichkeit des Elektroautos nicht.“ 

Harte physikalische Grundlagen statt Beliebigkeiten und modischer Bekenntnisse zu einer Verkehrswende in den Wahlkampf und die nächste Wahlperiode zu bringen, das ist ihm Pflicht. - Camilla und Stefan Aschauer-Hund

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