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Nach Test-Entscheidung: Bürgermeister im MK wenden sich mit Brandbrief an Schulministerin

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Von: Frank Zacharias

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Corona Selbsttest Kindergarten
Das Testverfahren für Schulkinder wurde in dieser Woche geändert - sehr zum Ärger von Schulen, aber auch Bürgermeistern. 14 von ihnen aus dem MK haben sich jetzt mit einem Brief an die Schulministerin gewandt. © Sarah Lorencic

Die Wut an den Schulen ist groß: Das veränderte Test-Prozedere, das den Schulleitungen am Dienstagabend kurzfristig mitgeteilt wurde, sorgt aber nicht nur bei Lehrkräften für Verärgerung. Die Bürgermeister von 14 Kommunen aus dem Märkischen Kreis haben jetzt einen Brandbrief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geschrieben.

Märkischer Kreis - Im Namen der beteiligten Bürgermeister - lediglich Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach (parteilos) fehlt in der Auflistung des offenen Briefes - äußert Meinerzhagens Stadtoberhaupt Jan Nesselrath (CDU) nicht nur deren Unmut, sondern auch den der Lehrkräfte und Eltern.

„Die Sorgen und das Unverständnis über die Entscheidungen wurden uns und unseren Mitarbeitenden in den letzten Tagen mit großer Vehemenz gespiegelt“, heißt es darin. Das eingespielte Testverfahren werde seit Monaten von fast allen betroffenen Gruppen - also Kindern, Familien und Schulpersonal - als einziger Weg gesehen, den Schulbetrieb so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Diese Sicherheit sei nun aber nicht mehr gegeben.

Durch die neue Regelung sorge dafür, dass nun auch infizierte Kinder zwangsläufig die Schule besuchen müssten. Hintergrund: Die Neuregelung sieht tatsächlich vor, dass die Kinder einer Klasse nach positivem Pooltest am Folgetag in der Schule selbst einen Schnelltest abgeben oder in einem offiziellen Testzentrum durchführen lassen müssen. „Eine Testung in einem Testzentrum vor Schulbeginn ist insbesondere in ländlichen Gebieten kaum möglich“, betont Nesselrath jedoch.

„Neben dem Risiko, das durch Anwesenheit der noch nicht identifizierten, aber infizierten Kinder in der Schule entsteht, ist auch das Schulpersonal, das nun mit meist unzureichender Ausstattung die Schnelltestung durchführen muss, der Gefahr einer Infektion noch stärker ausgesetzt, als es bislang ohnehin der Fall war“, wie es in dem Brief an die Schulministerin weiter heißt. Man teile die Sorge der Betroffenen, dass weiteren Infektionen Tür und Tor geöffnet würden. Und: Die Bürgermeister befürchten, dass es erneut Verzicht auf einen geregelten Schulalltag insbesondere für die jüngsten Schüler bedeutet, „der in der Folge auch auf die Familien und weiterführenden Schulen übergreifen wird“.

Insgesamt halte man die Bedenken der Öffentlichkeit und der direkt betroffenen Gruppen für berechtigt. So bittet Jan Nesselrath die Schulministerin im Namen der anderen 13 Bürgermeister abschließend, die in Zukunft bei weiteren Entscheidungen zu berücksichtigen.

Nesselrath hat das Schreiben im Namen der Bürgermeister aus den Kommunen Altena, Balve, Halver, Hemer, Iserlohn, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Menden, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg, Schalksmühle und Werdohl unterschrieben.

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