Bündnis für Mobilität gefordert

SIHK legt ein Positionspapier zu Dieselfahrverboten vor

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Von links: Carl-Wilhelm Winzerling (Busunternehmen Hausemann & Mager), Karina Brühmann (Handelsverband NRW Südwestfalen e.V.), Jürgen Isselmann (Handwerkskammer Dortmund), Josef Schulte (Märkischer Arbeitgeberverband), Dr. Michael Plohmann (Kreishandwerkerschaft Hagen) und Dr. Ralf Geruschkat (Hauptgeschäftsführer der SIHK) sehen bei einem Dieselfahrverbot gravierende Folgen für Industrie, Handel, Gastronomie und Handwerk.

Hagen - Dem 22. Februar blicken Vertreter von Industrie und Handwerk, Gastronomie und Handel sowie Politiker, Stadtplaner, Umweltschützer und Autofahrer – also alle – mit Spannung entgegen. Denn es geht an diesem Tag um mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Anlass für die SIHK, gemeinsam mit Partnern für ein Mobilitätsbündnis zu werben.

Unter dem Titel „Positionen der Wirtschaft zu drohenden Dieselfahrverboten in Hagen“ machte SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat deutlich: „Verkehr ist ein regionales Thema. Wir müssen deshalb weiträumig denken.“

Kammer, Handwerk, Arbeitgeberverband, Einzelhandel, Gastronomie und die Reisebranche saßen am Freitag mit führenden Vertretern an einem Tisch, um auf die weitreichenden Folgen hinzuweisen, sollte es tatsächlich zu Fahrverboten kommen.

Am 22. Februar wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Rechtsstreit zwischen der Deutschen Umwelthilfe und dem Land NRW verhandeln und womöglich schon entscheiden, ob Fahrverbote mit dem geltenden Recht vereinbar sind. Sollten die Juristen keinen Widerspruch erkennen, drohen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge innerhalb einer Umweltzone oder die Einführung der „blauen Plakette“.

Es drohen Fahrverbote auch in Hagen

Pauschale Zugangsbeschränkungen, so Geruschkat, wären Gift für die Innenstadt. „Wie kommt dann der Kunde in die Ladenlokale, wie der Handwerker zum Haus oder Auswärtige in die City oder zum Arbeitsplatz?“ Deshalb sei es jetzt entscheidend, mit vielen betroffenen Partnern gemeinsam konzeptionell in die Zukunft zu schauen. „Das dürften wir nicht alleine dem Stadtrat überlassen.“

Mit einer Reihe von Vorschlägen gehen die Partner in die Diskussion. Zwei Zonen belasten die Stadt in besonderem Maß: der Märkische und der Graf-von-Galen-Ring. „Durchlüftung“ ist dabei ein Stichwort, und die soll am Märkischen Ring durch einen Teil-Abriss des Finanzamtes oder benachbarter Wohnhäuser erfolgen.

Die Sanierungsmaßnahmen rund um das Bahnhofsareal bieten aus Sicht der Akteure das bauliche Potenzial, den Knotenpunkt künftig von zwei Seiten anzufahren. Einen Haltepunkt für Fernbuslinien sowie einen Park-and-Ride-Parkplatz mit Transfers in die Innenstadt spielen bei den Vorschlägen ebenfalls eine wichtige Rolle.

SIHK-Verkehrsexperte Christoph Brünger: „Eine Innenstadt muss erreichbar bleiben. Wir dürfen nicht unvorbereitet in solche Verbots-Situation hineinstolpern. Wir benötigen ein Bündnis für eine umweltgerechte Mobilität.“

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