Versuchter zweifacher Mord / Sechs Termine angesetzt

Brutaler Raubüberfall auf Ehepaar in Menden: Prozessauftakt terminiert

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In diesem Haus in Menden ging ein betagtes Ehepaar vor zwei Jahren durch die Hölle. Jetzt beginnt der Prozess gegen einen Täter am Landgericht Arnsberg.

Menden - Nach dem brutalen Überfall auf ein Rentner-Ehepaar vor fast genau zwei Jahren in Menden beginnt in Kürze der Prozess am Landgericht Arnsberg: Wegen versuchten zweifachen Mordes und Wohnungseinbruchsdiebstahls muss sich ein 35-jähriger Serbe verantworten. Mitangeklagt ist eine Tat aus Fürth. Wir fassen hier die aktuellste Entwicklung in dem Fall zusammen.

  • Der Angeklagte sitzt aktuell in der Justizvollzugsanstalt in Hamm in Untersuchungshaft und wartet auf den Prozessbeginn.
  • Er war den Ermittlern zufällig am 28. Mai in Aachen bei der Routinekontrolle eines Fernreisebusses ins Netz gegangen.
  • Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Arnsberg verhandelt als Schwurgericht.
  • Der Prozessauftakt ist für Freitag, 23. November, um 10 Uhr terminiert.
  • Insgesamt fünf Fortsetzungstermine sind bislang angesetzt worden - und zwar der 6. und 14. Dezember sowie der 7., 10. und 24. Januar (jeweils ab 10 Uhr).
  • Das Verbrechen aus Menden, das sich in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2016 ereignet hatte, wurde am 5. April 2017 von der Polizei Hagen, wo eine Mordkommission eingereichtet worden war, in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" vorgestellt. Hier wurde nach dem Tatverdächtigen gefahndet.
  • Mitangeklagt ist ein Wohnungseinbruchsdiebstahl aus der Nacht vom 23. auf den 24.12.2016 in Fürth. "Dort soll er mindestens 20.000 Euro, eine Schreckschusswaffe, eine Goldmünze, eine Uhr und Schmuck von geringerem Wert entwendet haben", heißt es vom Landgericht Arnsberg.
  • Bereits am 24. Januar 2017 war ein Fahndungsfoto des Mannes veröffentlicht worden, der mit zwei verschiedenen Identitäten bei deutschen Behörden in Erscheinung getreten war.

Brutaler Überfall in Menden: Ehepaar misshandelt, gefesselt und geknebelt

Die Tat aus Menden im Ortsteil Platte Heide ist als versuchter zweifacher Mord angeklagt, weil der Tatverdächtige, der DNA-Spuren am Tatort hinterlassen hatte, offenbar billigen in Kauf genommen hatte, dass die beiden Opfer sterben würden.

Senioren ihrem Schicksal überlassen

Denn die zum Tatzeitpunkt jeweils 84-jährigen Senioren waren körperlich misshandelt und dann gefesselt und geknebelt über Stunden ihrem Schicksal überlassen worden. Beide waren stark dehydriert, als sie von Nachbarn gerettet worden waren.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angeklagte in Menden mit zwei weiteren Beteiligten "aufgrund eines gemeinsamen Tatplanes" über den Keller in das Einfamilienhauses eingedrungen war.

Auf wehrlose Eheleute eingeprügelt

Beide Opfer schliefen zu diesem Zeitpunkt arg- und wehrlos im Schlafzimmer und wurden von den Täter jäh überrascht.

"Sofort sollen sie auf die Köpfe der Bewohner eingeschlagen und diese sodann mit Kabelbindern gefesselt haben. Anschließend sollen sie auf die bewegungsunfähigen und wehrlosen Eheleute eingeprügelt haben, bis diese ihnen den Aufbewahrungsort eines Tresorschlüssels verraten haben sollen. Danach sollen sie die Münder der Eheleute zugeklebt haben", heißt es in der Prozessankündigung des Landgerichtes Arnsberg.

Die Beute aus dem Tresor:

  • ca. 30.000 Euro Bargeld
  • eine Münzsammlung
  • Uhren und Schmuck
  • zwei scharfe Kurzwaffen samt 50 Schuss Munition
  • zwei Schreckschusswaffen

Die Eheleute hätten durch massive Schläge multiple, potentiell lebensgefährliche Verletzungen erlitten. So seien beispielsweise die Kabelbinder bis auf das Blut einschneidend angelegt worden.

Mutmaßliche Mittäter nicht gefasst

Das Verbrechen hatte aufgrund der brutalen Vorgehensweise der Täter für großes Entsetzen gesorgt. Die mutmaßlichen Mittäter konnten nicht ermittelt werden.

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