Schlüsselübergabe auf Rosmart

Brandschutzzentrum im MK eingeweiht: Erster Gang durch den 22-Millionen-Neubau

Den symbolischen Schlüssel übergab Ralf Schwarzkopf (links) an Uwe Krischer. Am Mittwoch wurde das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum damit offiziell eröffnet.
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Den symbolischen Schlüssel übergab Ralf Schwarzkopf (links) an Uwe Krischer. Am Mittwoch wurde das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum damit offiziell eröffnet.

Knapp zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich ist das neue Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) auf Rosmart fertig. Am Mittwoch fand die offizielle Einweihungsfeier in der neuen Übungshalle statt.

Märkischer Kreis – Ralf Schwarzkopf (CDU) überreichte stellvertretend für den erkrankten Landrat Marco Voge einen symbolischen Schlüssel an den neuen Hausherrn Uwe Krischer. „Wir alle dürfen stolz auf die neuen und modernen Möglichkeiten sein, die unser neues BRZ bietet“, betonte Schwarzkopf. Kreisbrandmeister Michael Kling führte durch das Gebäude. Er erläuterte einige der neuen Möglichkeiten und Vorteile, die das BRZ bietet.

Ausbildung und Rezertifizierung

Herzstück des Neubaus, der rund 22 Millionen Euro gekostet hat, ist das Übungszentrum. Dort sollen jährlich 575 Rettungsdienstkräfte sowie 650 Kräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz geschult werden. Fachausbildungen sind ebenso möglich wie Weiterbildungen und Rezertifizierungen.

„Mit ausgebildet werden natürlich auch die Kräfte der freiwilligen Feuerwehren, die 86 Prozent der Einsatzkräfte im Märkischen Kreis ausmachen“, sagte Ralf Schwarzkopf. Das Ausbildungszentrum unterstütze die wichtige ehrenamtliche Arbeit. Ein voll ausgestattetes Seminargebäude mit drei Schulungsräumen steht dafür bereit.

In der Übungshalle gibt es unter anderem einen Turm aus Stahlbeton und ein Übungshaus. Diese sind für realitätsnahe Einsatzübungen von Vorteil.

Für praktische, realitätsnahe Übungen gibt es auf Rosmart die 1000 Quadratmeter große Übungshalle. Darin befindet sich unter anderem ein Turm aus Stahlbeton mit vier Geschossen. „Dieser Turm kann nass beübt werden“, erklärte Michael Kling. Einsatzkräfte können so für den Ernstfall zum Beispiel das Verlegen von Schlauchleitungen im Treppenhaus proben. Der Turm verfügt über eine eigene Brandmeldeanlage und einen Aufzugschacht.

Die weitläufige Übungsfläche reicht aus, damit zwei Löschzüge gleichzeitig üben können. Gerade im Winter ist das ein Vorteil. Trainiert werden neben der Brandbekämpfung auch die technische Hilfeleistung, ABC-Einsätze sowie Höhenrettungen.

Weiterer wichtiger Bestandteil ist die Übungsstrecke, in der sich Wehrmänner und -frauen für den Einsatz unter Atemschutz zertifizieren und rezertifizieren können. 1800 Haupt- und Ehrenamtliche sollen ihre jährliche Belastungsübung künftig im BRZ durchführen.

Leitstelle

Mit im neuen Gebäude an der Richard-Schirrmann-Straße befindet sich die Feuer- und Rettungsleitstelle des Märkischen Kreises. Sieben bis acht Disponenten kümmern sich täglich darum, dass Feuerwehr und Rettungsdienst im Notfall schnell vor Ort sind. Pro Jahr nehmen sie am Telefon rund 80 000 Einsätze entgegen. Damit konzentriertes Arbeiten trotz dauerhaftem Zeit- und Verantwortungsdruck möglich ist, wurde die neue Leitstelle modern und aufwendig gestaltet. Chef Stephan Volkmann zeigte sich erleichtert und stolz über den Fortschritt.

Verwaltung

Neben der Leitstelle ist im Brandschutzzentrum die Verwaltung des Regiebetriebs Rettungsdienst/Brand- und Bevölkerungsschutz beheimatet. Uwe Krischer ist Leiter dieses Verwaltungsbereichs und daher sozusagen neuer Hausherr. Im Verwaltungsbereich des BRZ sind insgesamt 20 Personen tätig. Darunter übrigens auch Kreisbrandbrandmeister Michael Kling. 43 Mitarbeiter leisten ihren Dienst in der Leitstelle. Das Brandschutzzentrum kommt also auf 63 Arbeitsplätze.

Wache und Fahrzeugpool

In direkter Nachbarschaft des Brandschutzzentrums befindet sich die Rettungswache Rosmart. Dort sind fünf Fahrzeuge des Rettungsdienstes auf 600 Quadratmetern Fläche untergebracht. Neben Rettungs- und Krankentransportwagen für die Tageswache gibt es Ersatzfahrzeuge für das Einsatzgebiet des Märkischen Kreises. Im Falle von Ausfällen kann darauf zurückgegriffen werden.

Kreisbrandmeister Michael Kling (Mitte) führte die Anwesenden durch den Neubau.

Eine weitere Fahrzeughalle ist an das Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum angeschlossen. Darin stehen ein Löschfahrzeug, ein Gerätewagen Logistik, der über viel Platz für feuerwehrtechnische Beladung verfügt, sowie ein Teleskopstapler, mit dem Einsatzmaterialien verladen werden können.

Kritik

Kritik am BRZ gab es unter anderem von der Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“. Flächen, die gedacht waren, um Industriebetriebe mit neuen Arbeitsplätzen anzusiedeln, seien zweckentfremdet verwendet worden. Eine Kletterhalle sei entstanden, nun wolle DHL dort ein Verteilzentrum bauen. Das schaffe ebenso wenig neue Arbeitsplätze wie ein Rettungszentrum und bringe auch keine Steuereinnahmen.

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