170 Exemplare im Märkischen Kreis

Polizei MK jetzt mit Bodycams unterwegs: Nur in diesen Ausnahmen darf "heimlich" gefilmt werden

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Die kleinen Kameras werden in Schulterhöhe getragen.

In "kritischen Momenten" soll die Polizei im MK sich ab jetzt auf einen kleinen technischen Helfer verlassen können. Er soll deeskalierend wirken. Die Rede ist von einer Bodycam, die die Beamten jetzt an ihrer Uniform tragen. 170 Exemplare sollen nun im MK mit den Beamten auf Verbrecherjagd gehen.

Märkischer Kreis - Seit einigen Tagen sind die ersten Polizeibeamtinnen und -beamten des Märkischen Kreises mit Bodycam auf Streife. In den kommenden Wochen sollen nach und nach alle Polizsten damit ausgestattet werden.

Die kleinen Kameras werden an der Uniform in Schulterhöhe getragen, ein Knopfdruck startet die Aufnahme. "Vor allem in kritischen Momenten sollen sie für eine Entschärfung hitziger Einsatzsituationen sorgen", erklärte die Polizei am Dienstag. Meistens, so die Polizei, würden die Gefilmten darüber informiert, dass sie ab jetzt im Visier einer Kamera sind: "Die Polizeibeamtinnen und -beamten kündigen den Einsatz der Kamera grundsätzlich an." Nur in einem bestimmten Ausnahmefall darf "heimlich", also ohne entsprechende Ankündigung, gefilmt werden: Wenn es "wegen der Dringlichkeit besonders schnell gehen" muss. Grundsätzlich seien heimliche Aufnahmen laut Polizei "unzulässig". 

Bodycams bei der Polizei: Das passiert mit den Aufnahmen

Im Einsatz angefertigtes Videomaterial wird auf Servern gespeichert und anschließend von der Kamera gelöscht. Nach 14 Tagen werden die Videos automatisiert gelöscht, es sei denn die Aufnahmen werden als Beweismittel benötigt.

Ein wissenschaftlich begleitetes Projekt in fünf Polizeibehörden zeigte die deeskalierende Wirkung der Kameras: Wer gefilmt wird, überdenkt sein Verhalten genauer und zeigt sich weniger gewaltbereit.

Bodycams bei der Polizei: Diese Polizisten sind mit den Kameras unterwegs

Die Kamera vom Typ "Axon Body 2" ist laut Herstellerangaben sturz- und wetterfest und verfügt über eine Speicherkapazität von 64 GB. Die Akkulaufzeit sei ausreichend lang, um auch eine längere Schicht problemlos zu halten. Insgesamt hat das Land NRW 9.000 Bodycams bestellt. Der Märkischen Kreis hat hiervon rund 170 Stück erhalten. Damit ausgerüstet werden der Wach- und Wechseldienst, Bezirksdienst, Kradfahrer, Diensthundeführer und der Einsatztrupp.

Kreisweit wird immer häufiger Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte angewendet. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 822 Fälle erfasst. Dabei wurden 99 Polizisten verletzt. Zu den Fällen gehören z.B. Beleidigungen, Körperverletzungen, Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte oder Bedrohungen. Im Jahr 2013 waren es noch 480 (59 Verletzte). Die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

Gegenüber wa.de* berichteten Polizisten, die mit den Kameras bereits eine Zeit lang unterwegs sind, dass sie zufrieden mit dem digitalen Helferlein seien

*WA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digitial-Redaktionsnetzwerkes.

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