Auf den Spuren von Greta Thunberg

Schule aus MK stellt Schüler für Freitagsdemo frei - wenn sie gute Noten haben

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Machen sich gemeinsam stark für ein Umdenken beim Klimaschutz und unterstützen die Aktion der jungen Schwedin Greta Thunberg. Schülersprecher Daniel Schulte und Amelie Werner vom Burggymnasium. Sie fahren gemeinsam mit den Schulbesten am Freitag zur Demo nach Iserlohn.

Altena – Freitag werden erstmals Altenaer Gymnasiasten an einer Klimaschutz-Demonstration in Iserlohn teilnehmen. Sie lassen dafür die Schule sausen. Doch als Schulschwänzer sehen sie sich nicht. Denn: Am Burggymnasium hatten die 15-jährige Amelie Werner und der 17-jährige Schülersprecher Daniel Schulte die Idee, dass nur die Besten der Schule während der Schulzeit „Flaggezeigen“ und demonstrieren.

„Da wird deutlich, dass es uns keineswegs darum geht, Unterrichtszeit ausfallen zu lassen. Alle, die am Freitag mit nach Iserlohn zur Kundgebung fahren, sind nicht nur gute Schüler, sie sind auch bereit und haben erklärt, die versäumten Stunden selbstständig nachzuholen und nachzuarbeiten.“ Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper hat die Diskussion im Land und Europa „natürlich verfolgt.“ Und er kennt ganz genau die Vorgaben der „Politik“ und des Schulministeriums NRW, das von „unentschuldigtem Fehlen“ spricht, wenn junge Leute freitags auf die Straße gehen, um für ihre Zukunft zu demonstrieren. Holtkemper: „Ich bin stolz auf die Besten unserer Schüler, die stellvertretend für alle 920 Kinder, die unsere Schule besuchen, das Klima zum Thema machen und bereit sind, die Schulstunden nachzuholen.“ Amelie Werner wird in Iserlohn selbst auf die Bühne gehen und eine Rede halten. „Und einen Poetry Slam vortragen“, ergänzt die mehrfache Preisträgerin von Wettbewerben in Altena, Dortmund und Bochum. Dabei wird sie Verse vortragen, die sich um eine Mikrowelle drehen.

Klimaaktivistin Greta Thunberg

„Da steckt die Erde drin. Irgendwann macht es Ping und dann ist alles zu spät“, sagt die 15-Jährige. Daniel Schulte betont, dass alle etwa drei Dutzend Schüler der zehnten, elften und zwölften Jahrgänge, die sich auf Greta Thunbergs Spuren setzen, „natürlich mit einem Bus nach Iserlohn fahren. ÖPNV natürlich. Kein Mama-Taxi“, legt er lächelnd nach. „Das wäre ja kontraproduktiv.“ Fridays for Future – freitags für die Zukunft, diese Bewegung gibt es natürlich auch andernorts. „Wir haben uns mal kundig gemacht. Dass die Schulbesten, also die, die notenmäßig keine Probleme haben, stellvertretend aktiv werden, haben wir noch nirgends gefunden. Das soll auch belegen, es geht ums um die Sache.“ Und beide Schüler bringen nochmals ihr Unverständnis zum Beispiel über die Haltung der USA-Führung zum Ausdruck, die Klimaschutz komplett leugnet. „Es wird Zeit, etwas zu tun. Auch durch Schüler.“

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