Abgesicherte Unfallstelle ignoriert / Familie aus Altena verletzt / Hoher Schaden

Betrunkener Vito-Fahrer (21) fährt auf B236 beinahe zwei Polizisten um

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[Update 11.29 Uhr] Iserlohn - Parallel zum spektakulären Einsatz in Lüdenscheid mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) gab es am Dienstagabend einen zweiten Vorfall im Märkischen Kreis, der die volle Konsequenz von Polizeibeamten forderte: Auf dem Autobahnzubringer in Iserlohn-Oestrich erfasste ein angetrunkener Van-Fahrer (21) beinahe zwei Polizisten, die einen Wildunfall aufnahmen. Dann baute er selbst einen Unfall, flüchtete zu Fuß und versteckte sich in einem Wald. Erfolglos...

Wie die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis auf Anfrage bestätigte, war es am Dienstag gegen 20.20 Uhr zu den Vorkommnissen in Iserlohn-Oestrich gekommen.

Die Polizei ermittelt jetzt gegen den Iserlohner wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, Körperverletzung, Unfallflucht und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Offenbar war der 21-jähriger Fahrer eines Vans aus Iserlohn von der A46 abgefahren und anschließend flott auf der B236 unterwegs gewesen, als er womöglich im alkoholbedingt berauschten Zustand eine Situation falsch oder gar nicht erfasste:

Zwei Streifenwagen sicherten Unfallstelle ab

Ein Auto war nach Polizeiangaben zunächst gegen 20.15 Uhr in eine Wildschweinrotte gefahren, die auf dem Autobahnzubringer zur A 46 in Oestrich die B 236 überquert hatte.

"Ein Frischling lag verletzt auf der Fahrbahn. Zwei Streifenwagen sperrten die Bundesstraße und sicherten die Unfallstelle mit zwei querstehenden Streifenwagen und eingeschalteten Blaulichtern und Leitkegeln ab. Die restliche Rotte streifte durch die Uferböschungen", so die Polizei.

Fünf Minuten später sei dann ein Mercedes Vito mit hohem Tempo aus Richtung Autobahn-Abfahrt gekommen und habe alle Sperren ignoriert.

Polizeibeamtin rettet sich mit Sprung zur Seite

"Kurz vor der Einmündung zur Brinkhofstraße touchierte er einen der am Fahrbahnrand stehenden Wagen, schlingerte einen halben Meter an einem Polizeibeamten vorbei und streifte einen mit einer Familie besetzten Pkw. 

Eine Polizeibeamtin konnte sich durch einen beherzten Sprung an die Seite retten. Der Van fuhr mit einem eingeklemmten Leitkegel und funkensprühend davon in Richtung Altena", so die Polizei in einer Mitteilung weiter.

21-Jähriger behauptet, nicht gefahren zu sein

Die Fahrt sei dann in Höhe des Stenglingser Weges an einer Leitplanke beendet gewesen. "Der Fahrer flüchtete zu Fuß in einen Wald. Die Polizei durchkämmte bei Dunkelheit und Regen den Wald und zog einen 21-jährigen, alkoholisierten Iserlohner aus einem Gebüsch", heißt es von den Ermittlern.

"Er musste eine Blutprobe abgeben, behauptete aber, er sei nicht gefahren. Die Polizei stellte unter anderem das Mobiltelefon des Iserlohners und den Wagen sicher. Der Mann weigerte sich anschließend, die Wache ohne sein Telefon zu verlassen. Auch einem formellen Platzverweis kam er nicht nach. 

Nach Widerstandshandlung ins Gewahrsam

Als die Polizeibeamten ihn aus der Wache nach draußen schieben wollten, leistete er massiven Widerstand durch Festhalten, Tritte und Schläge. So blieb er doch - allerdings im Gewahrsam. 

Ein 33-jähriger Altenaer und seine hochschwangere Frau (32) wurden leicht verletzt. Sie kamen gemeinsam mit ihrem zweijährigen Sohn in Krankenhäuser. Der Sachschaden: Über 50.000 Euro. Die Feuerwehr war mit mehreren Rettungs- und Rüstwagen im Einsatz", so die Polizei abschließend.

Parallel am Dienstagabend musste sich die Polizei in Lüdenscheid mit einer unter Betreuung stehenden, psychisch kranken Frau (54) auseinandersetzen, die erst randalierte und sich dann in ihrer Wohnung verbarrikadierte. Hier konnte erst ein SEK für Ruhe sorgen.

Ebenfalls in Lüdenscheid gipfelte ein Einsatz wegen eines häuslichen Streits bereits am 26. Oktober darin, dass Polizeibeamte eine Amphetamin-Küche in einem Wohnhaus entdeckten. Das wurde erst am Mittwoch bekannt.

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