Senior wird Opfer

„Sag Mama und Papa nichts!“: Dreister Betrug im MK - Polizei warnt

Zahlreiche Betrugsmaschen werden in Zeiten von Corona neu interpretiert. Das birgt Gefahr.
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Zahlreiche Betrugsmaschen werden in Zeiten von Corona neu interpretiert. Das birgt Gefahr.

Wieder haben Betrüger im Märkischen Kreis zugeschlagen. Sie tischten einem Senior eine dreiste Geschichte auf - und brachten ihn so um viel Geld.

Märkischer Kreis - Immer wieder schlagen sie zu, denken sich dreiste Geschichten aus und versuchen mit perfiden Tricks, vornehmlich Senioren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Polizei im Märkischen Kreis spricht von täglichen Anzeigen, die von älteren Menschen wegen Betrugsversuchen gestellt werden.

LandkreisMärkischer Kreis
HauptstadtLüdenscheid
Einwohner414.886 (2016)

„Sag Mama und Papa nichts!“: Dreister Betrug im MK - Polizei warnt

In Iserlohn ist jetzt ein 82-Jähriger Opfer eines dreisten Betrugs geworden. Laut Polizei bekam der Senior am Dienstagmorgen (9. März) einen Anruf. Eine männliche Stimme habe ihn angesprochen mit „Hallo Onkel .... Ich bin es. Ich brauche deine Hilfe“. Die Stimme habe nach dem echten Neffen geklungen.

„Der falsche Neffe tischte die uralte Geschichte vom günstigen Kauf einer Immobilie auf. Der vermeintliche Onkel glaubte es und holte Geld aus seinem Schließfach“, erklärte die Polizei. Der Neffe habe daraufhin einen Boten geschickt, der das Geld auf einem nahen Garagenhof in der Iserlohnerheide in Empfang nahm. „Sag Mama und Papa nichts“, hieß es außerdem vom Täter. Daran hielt ich der 82-Jährige.

Dreister Betrug im MK: Täter schlagen ein zweites Mal zu - Bruder fällt aus allen Wolken

Nach der ersten Geldübergabe war aber noch nicht Schluss. „Wen die Betrüger einmal an der Angel haben, den lassen sie so schnell nicht mehr los“, so die Polizei MK weiter. Der Täter muss am Telefon den Eindruck gehabt haben, dass bei dem Senior mehr zu holen sei. Laut Polizei meldete sich der vermeintliche Neffe erneut und monierte, es sei zu wenig Geld.

„Der Iserlohner wusste am Ende selbst nicht mehr, wie viel er in die Tüte gesteckt hatte. Er holte noch einmal Geld, packte es wieder in einen Umschlag und traf den Abholer erneut am Garagenhof“, teilte die Polizei mit. Am Ende habe der 82-Jährige eine hohe fünfstellige Summe verloren.

Laut Polizei erzählte der Senior Tage später seinem Bruder davon. Der sei aus allen Wolken gefallen, der echte Neffe war es nicht, der den Geldabholer schickte. Der Senior erstattete Anzeige bei der Polizei. Der Abholer am Garagenhof ist nach Angaben des Seniors circa 1,75 Meter groß, hat eine normale Statur, schwarze Haare, war chic gekleidet und sprach akzentfrei Deutsch.

Dreister Betrug im MK: „Täter sind mit allen Wassern gewaschen“ - Polizei warnt

„Die Täter sind mit allen Wassern gewaschen und bauen umfassende Lügengeschichten. Sie schlüpfen wie in einem schlechten Theaterstück am Telefon in unterschiedliche Rollen: Anwälte, Notare, Gericht, Polizei, ...“, warnen die Beamten. „In Wirklichkeit sitzen sie alle vielleicht alle nebeneinander in einem ausländischen Callcenter, spielen sich die Bälle zu und freuen sich, dass ihre
Legenden geglaubt werden.“

Im aktuellen Fall im MK habe es der Iserlohner neben dem angeblichen Neffen noch mit einen verhinderten Geld-Abholer, einem tatsächlichen Geld-Abholer, einem angeblichen Mitarbeiter der Sparkasse und abends noch einem falschen Kriminalbeamten am Telefon zu tun gehabt.

Die Polizei Märkischer Kreis rät älteren Menschen:

  • Die Betrüger durchsuchen Telefonverzeichnisse nach älter klingenden Vornamen: Eine Wilhelmina muss also eher mit betrügerischen Anrufen rechnen als eine Xenia. Deshalb sollten Senioren besser ihre Vornamen im Telefonbuch streichen lassen oder zumindest nur abkürzen. Eine Alternative wäre, ganz auf einen Eintrag zu verzichten.
  • Lassen Sie sich erst gar nicht auf solche Anrufe ein! Verwandte sollen sich mit ihrem Namen nennen und keine Ratespielchen veranstalten nach dem Muster „Hallo Omi, rat mal, wer hier ist!“ Es ist dann nicht unfreundlich, direkt aufzulegen. Bei Geldforderungen oder -bitten mit nahen Verwandten sprechen.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Lassen Sie sich nicht zum „Stillschweigen“ verdonnern.
  • Wenn die echte Polizei anruft, erscheint NIE die 110 im Display. Wollen Sie nach Anrufen die Echtheit prüfen oder Anzeige erstatten, beenden Sie das erste Gespräch, legen auf und zählen langsam bis 5. Erst dann wählen Sie die 110!

Die Polizei spricht von einem Betrug im Vier-Phasen-System. Oft locken die Betrüger auch mit einer „guten Nachricht“. Ein Ehepaar aus dem MK soll einen verdoppelten Gewinn aus einer Lotterie erhalten - wird allerdings zurecht misstrauisch.

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