18.000 Mitarbeiter in der Region betroffen

Ist Ihr Betrieb in Hagen dabei? Wie Senior-Chefs ihre Firma für den Verkauf "hübsch" machen

+
Um einen möglichst gute Verkaufspreis zu erzielen, muss einiges beachtet werden, rät die SIHK

Lüdenscheid - Ist Ihr Chef dabei? 18.000 Mitarbeiter im Märkischen Kreis, Hagen und Teilen des Ennepe-Ruhr-Kreises müssen sich darauf einstellen, dass ihr Betrieb einen neuen Geschäftsführer bekommt. Im besten Fall. 

Die Zahlen klingen dramatisch: Die Zahl der Firmenchefs im Seniorenalter steigt kontinuierlich. Bis 2022 stehen im Bereich der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) rund 3000 Firmen mit 18 000 Beschäftigen zum Stabwechsel an.

Nicht alle Betriebe sind "übergabefähig"

In vielen Fällen ist die Nachfolge noch nicht geregelt. Und das ist auch gar nicht so einfach, wie Franz Auer, der bei der Kammer gemeinsam mit seiner Kollegin Bettina Michutta die Bereiche Gründung und Unternehmensnachfolge betreut, ausführt. Denn nicht alle Betriebe seien automatisch „übergabefähig“. 

Was dabei zu beachten ist, sollten nicht nur Firmenchefs wissen, sondern auch die Mitarbeiter. Denn die Zeit drängt. Bis 2022 sind es gerade noch vier volle Jahre.

Was der Geschäftsführer verdienen muss

Ein entscheidender Faktor: „50.000 Euro Jahresertrag müssen bei einem Einzelunternehmen beziehungsweise bei einer Kapitalgesellschaft für den Geschäftsführer mindestens übrig bleiben.“ Gerade für den kleinen Mittelstand sei es wichtig, eine ehrliche Selbstbewertung vorzunehmen.

Wie viel ist das Unternehmen eigentlich wert?

 „Der Wert sorgt für die häufigsten Missverständnisse.“ Zur gründlichen Vorbereitung gehöre ein ausreichender Vorlauf, weiß Auer. „Mindestens drei Jahre vor dem geplanten Eigentümerwechsel sollte die Suche beginnen“, rät der Kammerfachmann. 

Wie man die "Braut hübsch macht"

„Aber viele schieben die emotionale und komplizierte Übergabe auf die lange Bank. Zum unbedingten Muss zähle, „die Braut hübsch“ zu machen. Heißt: Regelmäßige Investitionen in die Firma zahlen sich am Ende aus. Wer über Jahre nichts ins Unternehmen stecke, werde es am Ende schwer haben, einen Kaufpartner zu finden. 

Alt-Eigentümer fehlen häufig Informationen

Seine Erfahrung: Den Alt-Eigentümern fehlten häufig wichtige Informationen. „Selbstverständlich sind die Steuerberater die erste Adresse, aber neutrale Berater wie die Kammern können richtungsweisende Ratschläge geben.“

Jahresergebnis mal vier

Eine „bereinigte Bilanz“ gebe dem potenziellen Käufer klare Entscheidungshilfen. „Häufig sind Kosten verschoben, wenn beispielsweise noch die Ehefrau oder der Ehemann beziehungsweise Kinder im Betrieb beschäftigt sind.“ Das Jahresergebnis wird dann mit einem Faktor zwischen drei und acht multipliziert. „Der Durchschnitt liegt beim Faktor vier“. 

Ein bisschen wie eine Partnerbörse

Erste Anbahnungen in Sachen Nachfolge bieten die Kammern bundesweit über die Unternehmensbörse nexxt-change (hier geht es zur Homepage) an. 

"Mal Niete, mal Volltreffer"

Senior-Unternehmer und potenzielle Käufer können sich kostenlos registrieren und dann via Kammer den Kontakt zu möglicherweise passsenden Kandidaten aufnehmen. 

Bettina Michutta und Franz Auer.

„Das ist“, sagt Auer schmunzelnd, „wie bei einer Partnerbörse im Internet. So manches Persönlichkeitsprofil entpuppt sich in der Realität schnell als Niete, andere dagegen erweisen sich als Volltreffer.“ 

Weitere Infos erteilen bei der SIHK Bettina Michutta, Tel. 0 23 31 / 39 02 84, und Franz Auer, Tel. 0 23 31 / 39 02 91.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare