Unbeschwertes Freizeitvergnügen auf der B 54

Autofreies Volmetal: Schutz vor Terror-Attacken

Zwei Tonnen schwer sind die Betonblöcke, die beim Lüdenscheider Weihnachtsmarkt aufgestellt wurden. Beim „Autofreien Volmetal“ könnten sie am 9. Juli erneut für die Sicherheit der Besucher sorgen. -  Foto: Nougrigat

Meinerzhagen - Mehr als 15.000 Besucher bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2015, zahlreiche Info- und Verpflegungsstände – das „Autofreie Volmetal“ garantiert unbeschwertes Freizeitvergnügen auf der Verkehrsader B 54.

Und das soll auch nach dem Terroranschlag von Berlin so bleiben. Wie die für den 9. Juli geplante vierte Auflage der Großveranstaltung vor Attentaten geschützt werden kann, dazu gibt es jetzt bereits konkrete Überlegungen.

Der Pressesprecher des Märkischen Kreises Hendrik Klein bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass genau dieses Thema bei der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Sicherheit noch in diesem Monat diskutiert werden soll. 

Es gehe dann darum, die Zufahrten zur B 54 zwischen Meinerzhagen und Schalksmühle am Veranstaltungstag für Lastwagen unpassierbar zu machen. Das, so Klein, könne auf zwei verschiedene Arten bewerkstelligt werden: „Möglich wäre es, die Betonsperren, die schon beim Lüdenscheider Weihnachtsmarkt Verwendung fanden, zu nutzen.“ Die wiegen etwa zwei Tonnen pro Stück und sie würden sicherstellen, dass Lastwagen nicht in die Menschenmenge rasen könnten.

Autofreies Volmetal 2015 - Teil eins

Hendrik Klein kennt allerdings auch die Nachteile der Hindernisse: „Wenn sie einmal auf der Straße liegen, können sie nicht ohne weiteres verschoben werden. Das wäre beim ,Autofreien Volmetal’ ein Problem, weil wir für den Rettungsdienst die Zufahrt zur B 54 jederzeit garantieren müssen.“

Deshalb ist im Vorfeld auch eine andere Alternative „ins Spiel“ gebracht worden: „Wir könnten Lastwagen des Technischen Hilfswerkes anfordern und die Fahrzeuge dann an den Zufahrten quer stellen. Das hätte den Vorteil, dass diese Hindernisse jederzeit und bei Bedarf entfernt werden könnten“, berichtet Hendrik Klein.

Autofreies Volmetal 2015 - Teil zwei

Ausgelöst hat die Planspiele ein Polizeibeamter: Hauptkommissar Thomas Ausborn ist Leiter der Wache in Halver. Er hatte schon nach dem Attentat in Nizza – als Terroristen wie in Berlin einen Lastwagen in eine Menschenmenge steuerten – auf die Gefahr hingewiesen. Dass die Absperrung aller B 54-Zufahrten auf einer Länge von etwa 21 Kilometern allerdings nicht einfach wird, ist auch ihm klar: „Wir reden hier von Dutzenden kleinerer und größerer Einmündungen.“ Für einen effektiven Schutz, so Ausborn, könnte man die Beton-Hindernisse vielleicht auch versetzt aufstellen. „Beispielsweise so, dass zwar Rettungswagen, nicht aber Laster passieren könnten.“ Der Hauptkommissar weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass über die konkrete Umsetzung im Arbeitskreis Sicherheit gesprochen werde.

Dass die Situation im Märkischen Kreis in Sachen Terrorgefahr eine andere ist als in Berlin oder anderen Großstädten, liegt für Marcel Dilling auf der Hand. Der Oberkommissar ist Pressesprecher der Kreispolizeibehörde und beim „Autofreien Volmetal“ spricht er von einer „abstrakten terroristischen Gefährdungslage“. Die Polizei werde bei der Veranstaltung natürlich präsent sein. „Aber nicht mit einem Aufgebot, wie in der Silvesternacht in Köln.“ Grundsätzlich hält Dilling aber alles für möglich: „Es ist richtig, dass folgendes gilt: Je größer die Veranstaltung und je mehr Teilnehmer, desto attraktiver für Leute, die viele Opfer wollen.“

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