Besucher erfahren das Leben mit einem Handicap

Dramaturgin Miriam Michel ist gespannt auf die Reaktionen.

HAGEN- Die Theaterkompanie „Dorisdean“ spürt in einer Erstaufführung im Hagener Theater am Dienstag, 8. Januar, der Frage nach, wie sich das Leben mit einer Körperbehinderung anfühlt. In einer Aktionskunst treten die Besucher im Theater eine Reise zur individuellen Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung an.

Wie lebt man mit einem behinderten Körper in einer Gesellschaft, die nicht auf Rollstühle, Blindheit und fehlende Gliedmaßen ausgerichtet ist? Warum scheuen sich die meisten Menschen, körperlich eingeschränkte Menschen auf ihre Behinderung anzusprechen? Fragen wie diese weckten bei der Gruppe „Dorisdean“ den Wunsch, eine Performance über Körperbehinderung zu entwickeln. „Es ist uns wichtig zu zeigen, dass oft nicht die eigentliche Behinderung, sondern der Blick von den Mitmenschen auf die Betroffenen das Stigma in unserer Gesellschaft darstellt“, sagt Miriam Michel, Dramaturgin am Theater Hagen und Mitglied der Performancegruppe „Dorisdean“: „Und vor allem sollen die Teilnehmer auch Spaß haben.“

Michel: „Herausgekommen ist ein außergewöhnliches Theaterprojekt. ‘Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt´’ ist eine interaktive Performance, bei der es keine Zuschauer gibt, nur Teilnehmer. Atmosphärisch angesiedelt in einer Rendezvous-Situation der 1920er-Jahre erfahren die Besucher spielerisch und am eigenen Körper, wie ein Leben mit Handicap aussehen könnte.“

Diese außergewöhnliche Spielform ermögliche den Teilnehmenden Erfahrungen, die durch reines Konsumieren von Text und Schauspiel nicht vermittelt werden könnten. Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen beschränkt. Die Begegnungen finden im barrierefreien Opus des Hagener Theaters statt.

Hagener Erstaufführung am 8. Januar um 19.30 Uhr im Opus. Weitere Termine: 9. Januar (19.30 Uhr) sowie 10. u nd 11. Januar (jeweils ab 10 Uhr). Karten unter Tel. 0 23 31 / 2 07 32 18

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