Südwestfälischer Marketing Preis für SKS in Sundern

Auszeichnung für eine Portion Luft

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„Quadratur der Luft“ ist der treffende Titel der Skulptur, die gestern MC-Präsident Willi Denecke (l.) und -Geschäftsführer Claus Peter Claudy (r.) an die beiden Geschäftsführer von SKS metaplast, Michael Beste (2. v. l.) und Willo Blome, überreichten.

Südwestfalen - Vor einigen Jahren drohte dem Unternehmen noch die Luft auszugehen, heute macht der Betrieb genau mit diesem Element einen millionenfachen Umsatz und genießt in der Radsport- und Bikerszene schon Kultstatus: SKS aus Sundern. Das Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von Qualitätszubehör für Fahrräder – darunter hocheffiziente Luftpumpen. Am Dienstagabend erhielten die Geschäftsführer für ihre mutige Strategie den Südwestfälischen Marketing Preis.

„Brich die Regel, bevor sie Dich bricht“ – diese Firmenphilosophie habe SKS metaplast wieder in die Erfolgsspur gebracht, unterstrich gestern Willi Denecke. Der Präsident des Marketing Clubs Südwestfalen würdigte bei der Preisvergabe im Haus der Hagener SIHK die zukunftsweisende Entscheidung, einen Vertriebsweg komplett auszulassen.

Bis zum endgültigen Beschluss, dem Großhandel Lebewohl zu sagen und als Hersteller direkt 3000 Fachhändler im Bundesgebiet zu beliefern, habe es einige schlaflose Nächte gegeben, bekannte Geschäftsführer Willo Blome. „Mehr Risiko konnten wir nicht fahren, und so ein eingeschlagener Kurs lässt sich auch nicht mehr korrigieren. Wir waren zum Erfolg verdammt.“ Rückblickend haben Blome und sein Partner Michael Beste alles richtig gemacht.

Die Unternehmensgeschichte in Sundern begann 1921, als Karl Scheffer-Klute mit der Fertigung von Gardinenstangen begann. Nachdem die Geschäfte an seinen Schwiegersohn Wilhelm Blome übergegangen waren, übernahm dieser 1932 die ortsansässige Luftpumpenfabrik. Doch mit der Zeit wurde es auf der Ertragsseite ziemlich dünn. Im Jahr 2000 gab es noch zwei Fabriken in Europa, die das Zubehör fertigten. Einige tausend Pumpen produzierten die Maschinen in der Stunde, die Erlöse pro Stück blieben im überschaubaren Cent-Bereich. „Das war höchst unattraktiv.“

Blome und Beste krempelten die Fertigung wie auch den Vertrieb komplett um. Der Einstieg ins Hochwertige unter dem Zeichen „Made in Germany“, der direkte Kontakt zum Fachhandel und dem Endverbraucher sowie der wachsende Online-Handel machten sich bezahlt. Heute prägen hochwertige Pumpen, darunter der SKS-Rennkompressor, das Sortiment. Rad- und Kettenschützer, Flaschen und Halter, Fahrradtaschen und Sättel vervollständigen das Angebot. Mit weiteren Standbeinen wie dem Alu-Druckguss, mit Unternehmen in Menden und Meschede überspringt SKS heute den Umsatz von 100 Millionen Euro. Allein in Südwestfalen sind 800 Mitarbeiter beschäftigt, weitere Dependancen gibt es in den USA und China. Bei dem glänzenden Renommee passt es ins Bild, dass das Firmen-Logo in einem kräftigen Orange leuchtet. Beste: „Wir haben aus Kunden treue Fans gemacht.“

Für Club-Geschäftsführer Claus Peter Claudy ist die Absage an den Großhandel und die dafür gewählte Nähe zum Kunden der entscheidende Faktor: „Der mit der Marketingstrategie ausgelöste Regelbruch ist einzigartig in der Branche.“

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