Arbeitgeberverband stellt Konjunkturumfrage vor

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Horst-Werner Maier-Hunke stellte die Ergebnisse der Konjunkturumfrage vor. ▪

MÄRKISCHER KREIS ▪ Eine im Vergleich zum Vorjahr etwas entspannte Lage in Europa hat Horst-Werner Maier-Hunke, Vorsitzender des Märkischen Arbeitgeberverbandes (MAV), festgestellt: „Die Euro-Krise ist nicht vorbei, aber auf dem Weg, sich in die richtige Richtung zu entwickeln.“ Gut ist aber etwas anderes. Und so haben die Rezession in großen Teilen Europas, Staatsschuldenkrise und Abflauen der Weltkonjunktur durchaus Spuren bei heimischen Unternehmen hinterlassen.

Das lässt sich deutlich an der Konjunkturumfrage ablesen, die der MAV gestern traditionell zum Jahresanfang in Iserlohn vorstellte. 185 Firmen mit rund 23.500 Beschäftigten aus dem Verbandsgebiet nahmen an der Umfrage teil. Viele haben ihre Erwartungen für 2013 nach unten korrigiert. 79 Prozent der befragten Firmen bewerten ihre Geschäftslage zwar noch als gut bis befriedigend. Vor einem Jahr traf dies aber noch auf 93 Prozent zu. Nur noch die Hälfte der Unternehmen erwartet bessere beziehungsweise gleich gute Geschäfte. Ins Jahr 2012 waren noch 69 Prozent der Befragten optimistisch gestartet.

Hauptursache ist die Entwicklung der Auftragslage. Ein Einbruch in der Breite sei nicht zu erwarten, so Maier-Hunke. Doch rechnen nur noch rund 48 Prozent der heimischen Firmen mit gleichbleibend guten oder zunehmenden Aufträgen (2012: 68 Prozent). Jedes vierte Unternehmen erwartet eine Verschlechterung. Ein einheitliches Bild gebe es aber nicht, betonte der MAV-Vorsitzende. Die südwestfälischen Unternehmen seien sehr unterschiedlich aufgestellt. Wer vor allem nach Südeuropa exportiere, sei deutlich stärker betroffen als diejenigen, die im außereuropäischen Ausland unterwegs seien, wo es noch ein deutliches Wachstum gebe wie in China, Brasilien oder auch in Russland.

Ein Krisenszenario muss trotz allem nicht gemalt werden. „Es geht uns gut im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern“, beschreibt Maier-Hunke eine „insgesamt zufriedenstellende Situation“. Die Ertragslage der heimischen Unternehmen hat sich auf solidem Niveau stabilisiert: 78 Prozent bezeichnen sie als gut oder befriedigend, 71 Prozent rechnen mit gleich bleibenden oder besseren Erträgen. Für das zweite Quartal erwartet Maier-Hunke zudem eine wirtschaftliche Erholung.

So wird sich auch auf dem Arbeitsmarkt nichts wesentlich verschlechtern. Die ganz große Mehrheit der Firmen will ihre Stammbelegschaft halten. Nur neun Prozent planen Entlassungen, ebenso viele wollen aber auch neu einstellen. Jedes vierte Unternehmen rechnet mit Kurzarbeit, von den Zahlen aus 2009 sei man aber noch weit entfernt, so Maier-Hunke.

Unverändert groß ist die Ausbildungsbereitschaft: 83 Prozent der Unternehmen will die Zahl der Lehrstellen halten, neun Prozent sie sogar ausweiten – eine Reaktion auf den absehbaren Mangel an Fachkräften. „Die Firmen müssen zunehmend um die jungen Leute werben. Einige müssen da noch aktiver werden, sonst stehen sie irgendwann ohne Leute da“, meint Maier-Hunke.

Auch investiert wird weiterhin, wenn auch etwas vorsichtiger. 30 Prozent, doppelt so viele Firmen wie im Vorjahr, planen weniger Investitionen. Allerdings beabsichtigt immer noch jedes vierte Unternehmen, das entsprechende Budget zu steigern. ▪ higo

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