Treffen mit Feuerwehr-Kräften

Merkel und Laschet im MK: Emotionales Gespräch mit Rettern der Fluteinsätze

Merkel und Laschet besuchen Flutgebiete
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Armin Laschet, NRWs Ministerpräsident und Kanzlerkandidat der Union, mit Vertretern der heimischen Feuerwehren beim Treffen im MK.

Angela Merkel und Armin Laschet haben sich mit Feuerwehrkräften aus dem MK getroffen, um über die Flut und ihre Folgen zu sprechen. Nach dem Gespräch gibt es unter den Rettern eine einhellige Meinung.

Märkischer Kreis – Es war eine Begegnung, die weit über symbolisches Händeschütteln hinaus ging. Darin sind sich die Vertreter der Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis einig, die am Sonntag eine Stunde lang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie NRWs Ministerpräsident und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet* im Feuerwehrgerätehaus Spormecke in Schalksmühle sprachen. „Es war eine Stunde der Wertschätzung für das Ehrenamt“, sagt Schalksmühles Feuerwehr-Chef Dirk Kersenbrock.

BundeskanzlerinAngela Merkel
Geboren17. Juli 1954 in Hamburg
ParteiCDU

Die beiden Politiker waren in den Märkischen Kreis gekommen, um zu hören, wie die Retter die Hochwasser-Einsätze erlebt und verkraftet haben. Es war ein Gespräch über Grenzen der Belastbarkeit, über Hilflosigkeit, über emotionale Erlebnisse und über den Tod. Merkel und Laschet kamen nicht als Macher, als Verkünder, als Wahlkämpfer. Sie kamen als Zuhörer. Und das kam an.

Merkel und Laschet sprechen mit Rettern über Tod der beiden Feuerwehrmänner

„Sehr sehr positiv und angenehm.“ Diese Worte nutzen alle drei Feuerwehrchefs aus Altena, Werdohl und Schalksmühle, die zusammen mit Vertretern ihrer betroffenen Löschgruppen, Kreisbrandmeister Michael Kling, Feuerwehr-Seelsorger Ulrich Slatosch, Vertretern des Feuerwehr-Verbands sowie Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg (parteilos) und dem stellvertretenden Landrat Ralf Schwarzkopf (CDU) an der internen Gesprächsrunde teilnahmen.

Zeitweise wurde es „sehr emotional“ im Gerätehaus, wie Alexander Grass, Leiter der Altenaer Wehr, sagt. Denn nicht nur die Fluteinsätze haben Spuren hinterlassen, sondern vor allem der Tod der beiden Feuerwehrmänner aus Altena und Werdohl, die beim Einsatz am 14. Juli ums Leben kamen.

Feuerwehr-Chef: „Trauer hatte ihren Platz“

Die Retter und Hinterbliebenen der beiden Männer wurden und werden durch Feuerwehr-Seelsorger Slatosch und Teams zur psychosozialen Unterstützung (PSU) betreut. „Wir waren angetan, mit wie viel Empathie die Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident zugehört und nachgefragt haben“, sagt Slatosch nach dem Treffen. Er stellt fest, dass die Aufarbeitung der tragischen Unglücksfälle gut verlaufe.

Das kann Kai Tebrün, Leiter der Feuerwehr in Werdohl, nur bestätigen: „Die Trauer hatte ihren Platz, wir schauen nun nach vorne.“ Um den seelischen Beistand für die Einsatzkräfte ging es auch, als Merkel die Retter nach ihren Wünschen fragte. Was Bund und Länder tun können, wenn „Helfer an ihre seelischen Grenzen treten und hilflos werden“, wie Kersenbrock es formuliert.

Psychosoziale Hilfe für Einsatzkräfte strukturieren

Denn genau das passierte an vielen Stellen, als das Hochwasser Teile des Kreises völlig verwüstete und Existenzen mit sich riss. Die Einsatzkräfte wünschen sich, dass mehr zentrale Strukturen für die psychosoziale Notfallbetreuung geschaffen werden, dass die Betreuung der Retter „von oben nach unten durchstrukturiert wird“, sagt Schalksmühles Wehr-Leiter. In solchen Extremsituationen helfen nicht nur Geld und eine gute Ausrüstung. Benötigt wird auch seelischer Beistand.

In diesem Zusammenhang war das Treffen mit Merkel und Laschet „ein wichtiger Baustein“, meint Werdohls Wehr-Chef Tebrün. Die beiden Politiker wollten explizit wissen, was am 14. Juli passiert ist, wie es dazu kommen konnte „und wie wir Retter empfunden haben“, ergänzt Altenas Feuerwehr-Leiter Grass.

Bundestagswahlkampf kein Thema beim Treffen

„Kein Wort“ hingegen sei über die Bundestagswahl* gefallen. Es habe keinerlei Versprechen eines Unionskanzlerkandidaten gegeben. „Wahlkampf hat de facto nicht stattgefunden“, ergänzt Kersenbrock.

Für ihren Besuch ernteten Laschet und Merkel „große Dankbarkeit“, sagt Grass. Sie hinterließen bei den Feuerwehrkräften im Kreis das Gefühl, gehört und wertgeschätzt zu werden. Und das von höchster Stelle. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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