Kandidiert für DieBasis

Amateurboxer und Dr. Bike: Stefan Radtke ganz privat

Stefan Radtke liebt das Wandern und die Natur. Auch deshalb lebt der Direktkandidat der Partei DieBasis im Wahlkreis 150 im ländlichen Herscheid.
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Stefan Radtke liebt das Wandern und die Natur. Auch deshalb lebt der Direktkandidat der Partei DieBasis im Wahlkreis 150 im ländlichen Herscheid.

Mit Hut und Wetterjacke kommt Stefan Radtke zum Gespräch im Café Haltepunkt in Plettenberg. „Ich wandere fast jeden Tag“, sagt er. „Da dachte ich, das passt.“ Ein Treffen zu Hause hatte der 59-Jährige für die Homestory abgelehnt. Das sei sein „Kraftort“. Im Gespräch gibt der Herscheider jedoch viele Einblicke in sein Privatleben.

Märkischer Kreis – Auf einem Foto zeigt Stefan Radtke, wie er lebt: abgelegen, ruhig, mitten im Grünen. Was die Gestaltung der Wohnräume angeht, habe seine Frau die Hosen an, erzählt er.

Radtke, der sich für die Partei DieBasis für die Bundestagswahl in drei Wochen hat aufstellen lassen, ist gerne draußen in der Natur. Er sei sehr heimatverbunden, wandert nicht nur gerne, sondern fährt auch leidenschaftlich Mountainbike – mit Elektromotor. „Ich bin ja alt, ich darf das“, meint er etwas selbstironisch. Früher sei er aber auch „richtig“ Fahrrad gefahren, hat sich beim Herscheider TV Grünental als Übungsleiter in der Mountainbike-Abteilung engagiert.

„In Spitzenzeiten bin ich 10 000 bis 12 000 Kilometer pro Jahr mit dem Fahrrad gefahren.“ Und auch wenn man es dem belesen und besonnen wirkenden Mann kaum zutraut: Früher war er mal Südwestfalenmeister im Amateurboxen.

Neben dem Sport hat alles, was mit der Natur zu tun hat, bis heute einen hohen Stellenwert in seinem Leben. So wird im Hause Radtke viel „frisch und vollwertig“ selbst gekocht. Ihm und seiner Ehefrau war es wichtig, den vier Kindern – die sind mittlerweile zwischen 28 und 35 Jahren alt – die Naturverbundenheit weiterzugeben, viel im Wald zu unternehmen. Auch aus diesem Grund waren sie nach Herscheid umgezogen, als der erste Nachwuchs unterwegs war.

Aufgewachsen ist der heute 59-jährige in Eiringhausen. Er ist einer von drei Söhnen des in Plettenberg bekannten ehemaligen Polizisten Wolfgang „Ritzel“ Radtke. Die Familie hatte immer einen hohen Stellenwert – daran hat sich bis heute nichts geändert. Radtke ist inzwischen fünffacher Großvater und bemüht sich zusammen mit seiner Frau, die Begeisterung für die Natur nun auch an die nächste Generation weiterzugeben.

In der gemeinsamen Zeit hat das Ehepaar vieles erlebt. Kennengelernt hatten sie sich in der Schule, 1985 heirateten sie. Die Beziehung überdauerte vier Jahre, in denen Radtke bei der Bundeswehr in der hessischen Kleinstadt Fritzlar stationiert war. Für die Familie – seine Frau war schwanger und seine Lebenssituation veränderte sich – beendete Radtke schließlich seinen Dienst.

Wieder zurück im Märkischen Kreis durchlief er mehrere Firmen bis er schließlich in der Automobilbranche ankam. „Dem Metall bin ich immer treu geblieben“, sagt er. Bis vor Kurzem war er als Geschäftsführer tätig. Nach der Mittleren Reife hatte er zunächst eine Ausbildung zum Stahlbau-Schlosser gemacht. „Für den Werkstoff und die Arbeit hat mich schon in Kinderjahren mein Großvater begeistert.“

Hobby, Beruf und Erfindergeist verband Radtke früh miteinander: Er schraubte viel an Zweirädern, konstruierte mal einen Beiwagen für ein Fahrrad. Für den Bau des Prototypen musste ein Gartenstuhl herhalten. „Ich habe immer mit den Sachen gearbeitet, die ich eben hatte – und es hat funktioniert.“ Den dritten Entwurf des Beiwagens ließ er sich sogar patentieren. Nebenberuflich war er als Fahrradschrauber selbstständig: „Dr. Bike – tritt dein Fahrrad in den Streik, ruf doch an bei Dr. Bike“, erinnert er sich schmunzelnd an den Slogan.

Lösungsorientiertes und zielgerichtetes Denken zeichnen ihn bis heute aus. Auch deshalb ist Radtke im vergangenen Jahr in die Politik gegangen. „Ich bin kein Politiker vom Ursprung her“, meint er. Kritisch hatte er die Corona-Politik der Bundesregierung betrachtet, in der seiner Meinung nach viel Angst, aber zu wenige Informationen verbreitet wurden. Er selbst informiere sich gerne umfassend und fernab des Mainstreams, beleuchte Themen von verschiedenen Seiten. Für Recherchen nutze er Internetportale wie beispielsweise Rubikon.

Der Herscheider liest aber auch gerne ganz klassisch Bücher. „Ich kann noch Altdeutsch lesen“, sagt er stolz und setzt sich in seiner Freizeit zum Beispiel mit Werken großer Philosophen auseinander. Wie deren Arbeit zum Teil aufeinander aufbaut und wie sich Erkenntnisse bis heute anwenden lassen, fasziniert ihn. Ebenso wie geschichtliche Hintergründe, gerade in Bezug auf seine Heimat.

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