Leichte Verzögerung

A 45: Straßen NRW muss Inbetriebnahme der halben Lennetalbrücke verschieben

Bevor die Teerschicht für die Fahrbahn der neuen Lennebrücke aufgetragen werden kann, muss der Beton mit Epoxidharzen abgedichtet werden. Da der Beton dafür derzeit zu kalt ist, wird er unter den Folienbahnen mit warmer Luft angeheizt. - Fotos: Krumm

Sauerlandlinie - Weitgehend fertiggestellt ist die erste der beiden Brücken, die die alte Lennetalbrücke ersetzen sollen. Da die endgültige Fertigstellung sich durch die kalte Witterung verzögerte, kann die halbe Brücke nicht wie geplant noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Michael Neumann, Projektleiter von Straßen NRW, rechnet nun damit, dass der Verkehr ab März in beiden Richtungen über die neue Brücke geführt werden kann. Zuvor müssen noch 200 Meter Betonoberfläche mit Epoxidharz versiegelt werden. Ist der Beton zu kalt, kann das Harz nicht aufgetragen werden. Um den Fortgang der Arbeiten zu beschleunigen, wird die Brückenoberfläche derzeit mit Heißluft erhitzt.

Doch ein Kälteeinbruch könnte die Arbeiten erneut ausbremsen: „Bei strengem Winter kann sich das noch verzögern“, sagte Projektleiter Michael Neumann bei einem Ortstermin. Dazu kommt die verdiente Weihnachtspause für Männer, die normalerweise bei Wind und Wetter auf der Piste stehen: Von Weihnachten bis zum 9. Januar werden die Bauarbeiten ruhen – kein Gussasphaltwerk stelle in dieser Zeit das benötigte Material zur Verfügung, erklärte Neumann.

Damit der Verkehr über die neue Brücke geleitet werden kann, werden derzeit an den beiden Brückenköpfen Mittelstreifenüberfahrten eingerichtet. Sobald der Verkehr nicht mehr über die alte Lennebrücke läuft, kann mit deren Abriss begonnen werden. Fünf bis sechs Monate soll dieser dauern. Wegen der Verzögerung kann eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn über die vorübergehende Stilllegung der Strecke unter der Brücke an den vier Januarwochenenden nicht genutzt werden. Die nächste Chance, das darüber liegende Brückenteil abzureißen, gibt es deshalb erst im Juli. Allerdings wird wohl schon zuvor auf der Westseite der Brücke mit dem Abriss begonnen. Bis auf jene Brückensegmente, die über der Lenne und der Bahnstrecke liegen, werden Bagger die rund 1000 Meter lange Brücke auf konventionelle Weise „wegknabbern“. 

Anschließend kann die zukünftige Richtungsfahrbahn Dortmund gebaut werden. Der letzte Schritt ist wegen der Dimensionen der Brücke eine technische Herausforderung: 15 bis 18 Meter muss die jetzt fertiggestellte Brückenhälfte (zukünftige Fahrtrichtung Frankfurt) verschoben werden. „Das wäre die längste quereingeschobene Brücke in Deutschland“, erläutert Michael Neumann die Dimensionen dieser gigantischen Verschiebung.

Doch zuvor muss die alte Brücke abgerissen und die zukünftige Fahrbahn in Fahrtrichtung Dortmund gebaut werden. Die endgültige Inbetriebnahme beider Brückenteile ist für 2019 vorgesehen. „Wir haben hier keinen Berliner Flughafen“, zeigte sich Karl-Josef Fischer, Leiter der Koordinierungsstelle für die A 45, optimistisch, dass der gesetzte Zeitrahmen weitgehend eingehalten werden kann.

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