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A45: Autobahn GmbH muss weitere Talbrücke entlasten - Schäden bei Scan entdeckt?

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Von: Jan Schmitz

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Nach der Vollsperrung am Wochenende und der Laserscan-Untersuchung an der Talbrücke Brunsbecke hält sich die Autobahn Westfalen zu möglichen Schäden bedeckt. Sie hat aber die Sicherheitsmaßnahmen auf der Brücke verstärkt.

Autofahrer, die in dieser Woche die Talbrücke Brunsbecke in Hagen, Schwesterbrücke der einsturzgefährdeten Talbrücke Rahmede, befahren haben, werden die Veränderungen bemerkt haben. Nach der unter Vollsperrung durchgeführten Laserscan-Untersuchung des gesamten Brückenbauwerks am vergangenen Wochenende wurden verkehrslenkende Maßnahmen umgesetzt, die die Brücke entlasten sollen.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Ob diese Maßnahmen eine Reaktion auf möglicherweise gefundene Schäden ist oder ob die Veränderung an der Verkehrsführung schon länger geplant war, dazu gab es am Mittwoch von der Autobahn Westfalen keine Antwort. Fakt ist: Es wurden am vergangenen Wochenende mehrere Baumaßnahmen auf der Brücke umgesetzt, die zu einer Entlastung der maroden Talbrücke führen.

Am Freitag kam dann die Bestätigung der Autobahn GmbH, dass die verkehrlichen Maßnahmen zur Entlastung der Brücke gedacht sind. „Es handelt sich um eine geplante Kompensationsmaßnahme zur Entlastung der Brücke“, teilte Autobahn-Sprecherin Anke Bruch mit. Diese Maßnahme habe allerdings nichts mit der turnusmäßigen Überprüfung der Talbrücke Brunsbecke zu tun. Mit anderen Worten: Nichts mit möglichen Schäden, die durch die Laserscan-Untersuchung entdeckt worden sein könnten.

Die Talbrücke Brunsbecke am Mittwoch. Deutlich zu erkennen sind die Schilder, die auf das Abstandsgebot hinweisen, sowie die neu aufgestellten Leitplanken an der linken Seite.
Die Talbrücke Brunsbecke am Mittwoch. Deutlich zu erkennen sind die Schilder, die auf das Abstandsgebot hinweisen, sowie die neu aufgestellten Leitplanken an der linken Seite. © Jan Schmitz

A45-Talbrücke Brunsbecke Hagen: Verkehr wird nun anders geführt

Die zwei Fahrspuren wurden im Zuge der Bauarbeiten auf der Brücke in Fahrtrichtung Dortmund nach außen auf den Seitenstreifen verschwenkt. Zur Brückenmitte hin wurde ein ganzer Fahrstreifen gesperrt, über den bis Freitag, 20. Mai, noch der Verkehr floss . In der Gegenfahrtrichtung wurden die linke der drei Fahrspuren, die bislang durch eine durchgehende Linie abgetrennt war, durch Leitplanken unbefahrbar gemacht.

Dies führt dazu, dass die Brücke entlastet wird. Zudem wurden in dem nun abgesperrten Bereich Schilder aufgestellt, die die Lkw-Fahrer auffordern, auf der Brücke einen Abstand von 50 Metern einzuhalten. Auch dies dient dazu, bei Stau nicht zu viel Gewicht auf der Brücke zu haben. Es ist durchaus möglich, dass das sogenannte Abstandsgebot auch zuvor schon auf der Brücke galt, die Schilder in der Mitte der Brücke wurden aber neu aufgestellt. Mit den Aufbauten ist die Talbrücke Brunsbecke nun so ausgestattet, wie es die Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid vor der Vollsperrung am 2. Dezember 2021 war.

Die A45-Talbrücke Brunsbecke in Fahrtrichtung Dortmund - mit Geschwindigkeitsbegrenzung.
Die A45-Talbrücke Brunsbecke in Fahrtrichtung Dortmund - mit Geschwindigkeitsbegrenzung. © Jan Schmitz

Die Frage, ob bei der Inspektion der Talbrücke Brunsbecke augenscheinliche Korrosionsschäden oder Risse entdeckt worden sind wie bei der genauen Untersuchung der Talbrücke Rahmede, ließ die Autobahn Westfalen zunächst unbeantwortet. Am Freitag beantwortete die Autobahn GmbH gleich mehrere Fragen unserer Redaktion. Wir dokumentieren hier die Fragen und Antworten:

Frage: Wie verlief die Laserscanuntersuchung an der Talbrücke Rahmede am Wochenende?

Antwort der Autobahn GmbH: Die Messungen wurden wie geplant durchgeführt. Die Auswertungen laufen noch.

Frage: Wurden bei der Untersuchung im bislang nicht zugänglichen Bereich augenscheinliche Schäden festgestellt - wie Korrosion oder Risse?

Antwort der Autobahn GmbH: Die Auswertungen laufen noch.

Frage: In der Westfalenpost heißt es, Teilergebnisse des Laserscans könnten nicht ausgewertet werden. An der Talbrücke Rahmede reichte der Fund einer einzigen Delle mittels Laserscan für die sofortige Vollsperrung am 2. Dezember. Ist daraus der Schluss zulässig, dass bei der Talbrücke Brunsbecke keine Delle gefunden wurde?

Antwort der Autobahn GmbH: Die Auswertungen laufen noch.

Frage: Wurden bei der Laserscanuntersuchung Dellen wie bei der Talbrücke Rahmede festgestellt?

Antwort der Autobahn GmbH: Die Auswertungen laufen noch.

Frage: Wann liegen die Ergebnisse des Laserscans vor?

Antwort der Autobahn GmbH: Die letzten Untersuchungen wurden erst kürzlich beendet. Bis zuletzt wurden Daten ermittelt, die jetzt ausgewertet werden müssen. Wir halten Sie hierzu gerne auf dem Laufenden.

Gegenüber der Westfalenpost hatte die Autobahn Westfalen am Dienstag zu den Ergebnissen der Laserscanuntersuchung erklärt: „Die Auswertung der Daten läuft aktuell noch. Die Daten sind sehr umfangreich. Erst in der kommenden Woche liegen alle Ergebnisse vor, da eine Teilauswertung nicht möglich sei.“

Bei der Talbrücke Rahmede reichte eine mittels Laserscans entdeckte Delle zur sofortigen Sperrung der gesamten Brücke.

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