Nebeneinkünfte der Abgeordneten

Bis zu 175.000 Euro im Nebenjob: Das verdienen Abgeordnete im MK nebenher

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Geldscheine (Symbolbild). 

Märkischer Kreis – Nicht selten verdienen prominente Abgeordnete mit ihrem Namen und ihren Nebenjobs deutlich mehr als durch ihr eigenes Bundestagsmandat. Auch die heimischen Abgeordneten haben Nebeneinkünfte. 

Die heimischen Volksvertreter von CDU, SPD und FDP zählen bei den Nebeneinkünften bei weitem nicht zu den Top-Verdienern wie beispielsweise Peter Ramsauer (CSU). Der Ex-Verkehrsminister brachte es in der laufenden Legislaturperiode laut Abgeordnetenwatch als „Strategieberater“ außerhalb der Reichstagskuppel auf stattliche 300.000 Euro. Abgeordnetenwatch ist eine überparteiliche Internetplattform, die mehr Transparenz in den Politikbetrieb bringt.

Nezahat Baradari. 

Für Nezahat Baradari, die seit Anfang des Jahres den südlichen Märkischen Kreis und den Kreis Olpe als SPD-Abgeordnete in Berlin vertritt, gibt das Portal mindestens 75.000 Euro als Nebeneinkünfte an. „Das sind Betriebseinnahmen aus meiner Praxis“, erklärt die Kinder- und Jugendärztin aus Attendorn. „Ich bin sehr froh, dass ich einen Arzt in Vollzeit finden konnte, der die medizinische Versorgung mit drei weiteren Mitarbeitern fortsetzt.“ Deshalb fließen die Einkünfte auch wieder zurück in die Praxis. 

In ihrem Bundestagsprofil finden sich dagegen deutlich höhere Angaben. So erhält Baradari laut Bundestag von der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe aus Dortmund, Einnahmen in Höhe der Stufe 9 (150.000-250.000 Euro), von der privatärztlichen Verrechnungsstelle/Westfalen-Süd rkV in Unna sowie von der Kreisverwaltung Olpe jeweils Einnahmen in Höhe der Stufe 3 (7.000 bis 15.000 Euro). Zudem bekommt sie Geld von der Helmsauer Curamed (Stufe 1, 1.000 bis 3.500 Euro). In Summe wären das Einkünfte von mindestens 175.000 Euro neben dem Bundestagsmandat. 

Mit 44.000 Euro steht Dr. Matthias Heider (CDU) bei den Zusatzverdiensten im Märkischen Kreis auf dem zweiten Platz. „Das Geld stammt aus meiner anwaltlichen Tätigkeit und die Herkunft ist auch kein Geheimnis“, unterstreicht der Jurist, der zurzeit in Berlin eine parlamentarische Delegation aus den USA zu Gast hat. „Ich halte es übrigens auch für gut und richtig, wenn Abgeordnete ihren Bezug zur Praxis aufrechterhalten.“ 

Für die SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag aus Iserlohn gibt Abgeordnetenwatch unter Nebeneinkünften die Einkommensstufe 3 (bis 15.000 Euro jährlich) seit Beginn der Legislaturperiode an. Die Summe (zurzeit monatlich 883,62 Euro, steuerpflichtig) erklärt sich aus ihrer Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkrates der Deutschen Welle – eine Aufgabe, die sie seit mehreren Jahren wahrnimmt. Alle Angaben aktualisiert Dagmar Freitag auf ihrer Website dagmar-freitag.de jährlich.“

Johannes Vogel (FDP) hat außerparlamentarisch die im Vergleich zu vielen anderen Mandatsträgern bescheidene Summe von 2000 Euro angesammelt. Das Geld stammt, wie er über sein Büro mitteilen ließ, aus Vortragshonoraren. Die Vergütungen will der 37-jährige Liberale wieder spenden. 

Die Abgeordneten müssen ihre Nebeneinkünfte nicht auf Euro und Cent, sondern in zehn Stufen angeben – von mehr als 1000 bis 3500 Euro in der ersten Stufe bis zur letzten Stufe von mehr als 250 000 Euro monatlich.

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