13.099 Kinder leben im Kreis MK in Hartz-IV-Familien

In den mehr als 16 000 Bedarfsgemeinschaften im Kreis lebten im vergangenen Dezember 13 099 Kinder und Jugendliche.

Märkischer Kreis - Für Caritas-Direktor Hans-Werner Wolff gibt es eine Reihe von dramatischen Entwicklungen, auf die Politik und Öffentlichkeit kaum oder gar nicht reagieren: 13.099 Kinder und Jugendliche leben derzeit im Märkischen Kreis in Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind – den sogenannten Bedarfsgemeinschaften.

Ihre Zahl schwankt zwischen 16.300 und 16.800 im Jahr. Mehr als 22.000 Langzeitarbeitslose sind Monat für Monat auf die Hilfe des Jobcenters angewiesen. Fast die Hälfte dieser Personen ist wegen unterschiedlicher Lebenslagen vom Arbeitsmarkt weit entfernt.

Der nächste besorgniserregende Trend verbirgt sich für den Caritas-Chef hinter dem harmlos klingenden Begriff „Umschichtung“. Von den durch den Bund zugewiesenen Beträgen für Maßnahmen zur Eingliederung werden immer höhere Summen für die Verwaltung abgezweigt. 2011 wurden rund 1,3 Millionen Euro aus den Eingliederungsmitteln in den Verwaltungsetat umgeschichtet, ein Jahr später bereits 1,8 Millionen. In diesem Jahr sind es 3,05 Millionen und im kommenden Jahr voraussichtlich 3,7 Millionen Euro.

Laut Jobcenter-Geschäftsführer Volker Riecke gibt es für den Anstieg mehrere Gründe: Seit zehn Jahren stellt der Bund für Personal- und Sachkosten nicht ausreichend Mittel zur Verfügung. Dabei habe die Behörde wegen zunehmender Aufgaben ihren Mitarbeiterstamm aufstocken müssen. Die Flüchtlingsbetreuung im kommenden Jahr mache weitere 15 Vollzeitstellen notwendig. Die Zuweisung aus Berlin sei hingegen noch offen.

Wolff: „Durch die höheren Verwaltungsausgaben fehlt das Geld für Maßnahmen. Problemgruppen haben aber keine Lobby.“

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