„Bleibe dabei: Schräger Beruf“

ZDF-Doku über Tabu-Thema verstört TV-Zuschauer

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Edith Arnold arbeitet als Sexualbegleiterin.

Das ZDF hat eine junge Frau in ihrem ungewöhnlichen Job begleitet und damit ein Tabu-Thema behandelt. Edith Arnold erntete mit ihrer Arbeit viel Anerkennung, viele Zuschauer empfanden die Doku jedoch als „verstörend“. 

Update vom 30. August: ZDF-Doku bei „37 Grad“ spaltet TV-Zuschauer

Hamburg - Auch zwei Tage nach Ausstrahlung der ZDF-Doku „Die Berührerin“ in der Sendung „37 Grad“ sorgt die Thematik bei den Zuschauern für viel Aufsehen. 

So kommentiert ein Facebook-Nutzer unter dem ZDF-Beitrag: „Hab es gesehen und bleibe dabei: Schräger Beruf. Soll aber nicht abwertend gemeint sein.“ Ein anderer stellt klar: „Tut mir leid, das ist nix anderes als ein neues Wort für eine Prostituierte. Dieser gezeigte Mann kann sich ja nicht mal äußern, ob er das überhaupt möchte, sowas geht in meinen Augen überhaupt nicht.“

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Facebook-Nutzer nehmen Frau aus ZDF-Doku in Schutz

Die Protagonistin des Beitrags wird von den meisten Kommentaroren jedoch in Schutz genommen. „Ich habe schon immer beruflich mit körperlich behinderten Menschen zu tun und liebe diese Arbeit. Alle, die hier diese Arbeit von Edith schlecht reden, sollten mal versuchen, sich mit geistig und körperlich Behinderten Menschen zu befassen“, schreibt eine Userin.

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Eine andere kommentiert: „Klasse Arbeit. Meine Hochachtung, Edith! Was andere darüber denken, sollte dir wirklich egal sein. Du tust Gutes für die Menschen.“

Die Reportage spaltet die TV-Zuschauer also weiter. 

Meldung vom 29. August: ZDF-Doku sorgt bei Zuschauern für viel Wirbel

Die ZDF Doku „37 Grad“ ist bekannt für sozialkritische Tabu-Themen. Neben Angststörungen, das Leben im Alter und lebensbedrohlichen Krankheiten, flimmerte nun eine gänzlich andere Ausgabe über die deutschen Bildschirme.

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Während die Darsteller der bisherigen Dokumentationen aktiv den Weg ins TV suchten, offenbart der öffentlich-rechtliche Sender nun ein Thema, wie es sonst kaum beleuchtet wurde. Unter dem Titel „Die Berührerin“ stellt Edith Arnold ihren Beruf der Sexualbegleiterin vor. Sie kümmert sich vor allem um Menschen mit geistiger Behinderung. 

ZDF-Doku „37 Grad“ beschäftigt sich mit Sexualbegleiterin für geistig behinderte Menschen

In der halbstündigen Dokumentation verdeutlicht die junge Frau, wie schwer es Menschen mit geistiger Behinderung fällt, ihre körperlichen Bedürfnisse ausleben zu können. Anders als Menschen mit körperlichem Handicap, können diese sich oftmals nicht aktiv ausdrücken.

Das ZDF begleitet dabei eine kleine Familie aus Hamburg, die sich mit genau diesem Problem konfrontiert sah. In einer regelrechten Notsituation sahen die Eltern des mehrfach schwerbehinderten Tim dann keine andere Möglichkeit, als Sexualbegleiterin Edith Arnold zu engagieren.

Edith Arnold kümmert sich in ihrem Beruf um Menschen mit geistiger Behinderung.

Das Thema polarisiert:


ZDF zeigt Arbeitsalltag der Sexualbegleiterin

In der Dokumentation werden die Zuschauer Zeuge von dem Arbeitsalltag der 29-Jährigen. Diese betont dabei, dass es bei dem Kontakt vor allem auch um körperliche Nähe und Aufmerksamkeit geht. Was genau zwischen der Sexualbegleiterin und dem jungen Mann passiert, wird in der Doku „37 Grad“ nicht näher beleuchtet.

Durch ihre Arbeit möchte Edith Arnold dabei jedoch weder als Heilige, noch als Prostitutierte angesehen werden. „Nur weil ich Sexualbegleiterin bin, bin ich noch lange keine Heilige. Aber nur weil ich eine bezahlte sexuelle Dienstleistung anbiete, bin ich auch niemand Schlechtes", verdeutlicht Arnold, die für eine Stunde sexuelle Leistung rund 150 Euro verlangt. 

Zuschauer diskutieren über Sexualbegleiterin: Viele empfinden Doku „verstörend“

Noch während der halbstündige Beitrag ausgestrahlt wird, diskutieren Zuschauer auf Facebook über das Thema. Während viele Kommentatoren die Arbeit der Sexualbegleiterin als wichtige und tolle Arbeit ansehen, zweifeln andere besonders an dem Willen der geistig behinderten Menschen. „Und wer entscheidet, ob der Behinderte, der sich nicht äußern kann, den sexuellen Kontakt möchte?“.

Andere Nutzer können das Gesehene dagegen für sich selbst noch nicht ganz einordnen, finden die Dokumentation unter anderem „verstörend“. Wie dieser Kommentator schreibt: „Selten habe ich eine Dokumentation gesehen zu der ich keine eindeutige Meinung habe... Realitätsnah, sensibel präsentiert und (auf mich) verstörend zugleich. Ein Thema das mich in den kommenden Tagen noch begleiten wird.“

Die ausgestrahlte Episode „Die Berührerin“ können Sie in der ZDF-Mediathek ansehen. 

In der Vergangenheit begleitete das ZDF Familien, die dringend auf der Suche nach einer Wohnung waren, wie merkur.de* berichtete.

Zuletzt ist dem ZDF ein grober Fehler unterlaufen. Der Sender zeigte auf einem seiner Kanäle einen Film, der unter keinen Umständen hätte gezeigt werden dürfen.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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