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Eurovision Song Contest: Die größten Skandale der ESC-Geschichte - Deutschland mischt häufig mit

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Von: Moritz Bletzinger

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Xavier Naidoo, hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2015 bei einem Auftritt der Band „Söhne Mannheims“.
Xavier Naidoo, hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2015, bei einem Auftritt der Band „Söhne Mannheims“. © Uwe Anspach/dpa

Seit 1956 liefert der Eurovision Song Contest beinahe jährlich große oder kleine Skandale rund um die Musik-Show. Teils waren sie höchst politisch.

Der Eurovision Song Contest (ESC) zieht Jahr für Jahr Millionen Zuschauer in seinen Bann. Und die werden regelmäßig Zeugen von kleinen oder größeren Skandalen. In der Fotostory haben wir sie für Sie in nicht-chronologischer Reihenfolge zusammengestellt:

ESC 1956: Die Schweiz stimmt zwei Mal für sich selbst - und gewinnt

Kiew, Ukraine: Kiew, Ukraine: Das Logo des Eurovision Song Contest in leuchtenden Buchstaben bei der nationalen Vorauswahl-Show.
Kiew, Ukraine: Das Logo des Eurovision Song Contest in leuchtenden Buchstaben bei der nationalen Vorauswahl-Show. © Pavlo Gonchar/Imago

1956 fand der erste Eurovision Song Contest damals noch unter dem Namen „Grand Prix de la Chanson européenne“ statt. Sieben Länder nahmen teil. Gastgeber Schweiz setzte sich gegen Belgien, die Bundesrepublik Deutschland (BRD), Frankreich, Italien die Niederlande und Luxemburg durch. Wohl auch, weil die schweizerische Jury doppelt abstimmen durfte.

Luxemburg hatte keine Jury - die Schweiz sprang ein

Lugano: Das Linienschiff „Lugano“ liegt an der Haltestellt. Im Hintergrund ist der Berg „Monte Bré“ zu sehen.
Lugano: Das Linienschiff „Lugano“ legt an der Haltestelle an. Im Hintergrund ist der Berg „Monte Bré“ zu sehen. © Peter Giovannini/imago/Imagebroker

Und wie kam das 1956? Beim allerersten ESC in der Schweizer Stadt Lugano (im Bild) lief die Abstimmung noch etwas anders ab als heute. Jedes Land stellte zwei Jury-Mitglieder. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden die Punkte vergeben - auch ans eigene Land. Luxemburg hatte aber keine Jury mitgebracht und gab sein Stimmrecht deshalb an die Schweiz, die am Ende prompt gewann.

ESC 2016: NDR will Xavier Naidoo für Deutschland ins Rennen schicken

Xavier Naidoo, hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2015 bei einem Auftritt der Band „Söhne Mannheims“.
Xavier Naidoo, hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2015 bei einem Auftritt der Band „Söhne Mannheims“. © Uwe Anspach/dpa

„Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktion hat uns überrascht“, sagte ARD*-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber der Tagesschau. Der NDR hatte Xavier Naidoo für den ESC in Stockholm ausgewählt. Einen nationalen Vorentscheid gab es nicht. Doch das war nicht Ursprung der heftigen Kritik. Der Soul-Sänger hatte sich für die Zuschauer durch krude Aussagen disqualifiziert. In den folgenden Jahren schoss er sich damit endgültig aus Deutschlands Medienlandschaft. Dass ein Musiker, der mit Antisemitismus, Homophobie und Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht wird, Deutschland vertreten soll, erregte große Empörung.

NDR nimmt Abstand von Naidoo: Völkerverständigung beim ESC im Mittelpunkt - Ersatzfrau leider ein Flop

ESC 2016 in Stockholm: Die deutsche Sängerin Jamie-Lee Kriewitz performt ihren Song „Ghost“ auf der Bühne.
ESC 2016 in Stockholm: Die deutsche Sängerin Jamie-Lee Kriewitz performt ihren Song „Ghost“ auf der Bühne. © Maja Suslin/dpa

Der NDR nahm die Naidoo-Nominierung nach dem Widerstand der Öffentlichkeit also zurück. Der Eurovision Song Contest sei ein fröhliches Event, bei dem Musik und Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen, räumte der Sender ein, die anhaltenden Diskussionen hätten das gestört. Der Vorentscheid wurde unter dem Titel „Unser Lied für Stockholm“ aus dem Boden gestampft. Sängerin Jamie-Lee Kriewitz setzte sich durch. Beim ESC in Schweden landete sie dann jedoch auf dem letzten Platz.

ESC 2009: Moskau lässt wohl Straßenhunde und Katzen verschwinden

Ein Plakat wirbt an der Olympia-Halle in Moskau für den Eurovision Song Contest 2009.
Ein Plakat wirbt an der Olympia-Halle in Moskau für den Eurovision Song Contest 2009. © epa Sergei Ilnitsky/dpa

Um den ESC-Touristen ein schönes Stadtbild zu präsentieren, sollen die russischen Verantwortlichen vor dem ESC in Moskau tausende streunende Hunde und Katzen verschwinden haben lassen. Zuvor hatten die Organisatoren einen „olympiareifen Grand-Prix“ versprochen. Der russische WWF äußerte sich entsetzt. Die Tötung von Straßenhunden wurde in der Metropole 2002 verboten.

Streunende Tiere getötet? Wiederholte Vorwürfe gegen Russland - ESC-Gewinner nicht am Skandal beteiligt

Eurovision Song Contest Moskau: Der Sänger Alexander Rybak (Norwegen, „Fairytale“) freut sich beim Finale über seinen Sieg.
Der Sänger Alexander Rybak (Norwegen, „Fairytale“) freut sich beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Moskau über seinen Sieg. © Ulrich Perrey/dpa

35.000 Straßenhunde sollen in der Hauptstadt leben. Abseits des Skandals, bei der ESC-Show, setzte sich der Norweger Alexander Rybak mit 387 Punkten durch.

ESC 1957: Dänisches Duo küsst sich elf Sekunden lang

Birthe Wilke vertrat Dänemark beim ESC 1957 gemeinsam mit ihrem Partner Gustav
Birthe Wilke, hier mit Hund, vertrat Dänemark beim ESC 1957 gemeinsam mit ihrem Partner Gustav © Imago/United Archives

Einige Skandale würden den heutigen TV-Zuschauer gar nicht mehr aus der Ruhe bringen. Dieser gehört vermutlich dazu: Das Duett aus Dänemark küsste sich 1957 vor laufenden Kameras. Die empörte Presse hat sogar die Zeit gestoppt. Elf Sekunden lang knutschen Birthe Wilke und Gustav Winckler auf der Bühne. Für die damalige Zeit zu viel der Liebe.

Wilke und Winckler waren danach nie wieder beim ESC

Der dänische Jazzsänger und Schlagersänger Gustav Winckler, der in Deutschland auch unter dem Namen Gunnar Winckler Aufnahmen veröffentlichte, vor einem Auftritt in Hamburg 1955.
Der dänische Jazzsänger und Schlagersänger Gustav Winckler, der in Deutschland auch unter dem Namen Gunnar Winckler Aufnahmen veröffentlichte, vor einem Auftritt in Hamburg 1955. © imago/United Archives

Der lange Kuss war auch die letzte Bühnen-Performance des dänischen Paars bei einem Eurovision Song Contest. Gustav Winckler versuchte in den folgenden Jahren noch sechs Mal, sich zu qualifizieren. Er scheiterte aber immer im nationalen Vorentscheid. In Deutschland war der Jazz- und Schlagersänger allerdings beliebt. Unter dem Namen Gunnar Winckler veröffentlichte er hier einige Aufnahmen.

ESC 2010: Flitzer torpediert Auftritt von spanischem Sänger

Eurovision Song Contest - Finale: „Jimmy Jump“: Der Flitzer machte auch vor dem ESC nicht halt - hier stört der Spanier den Auftritt seines Landsmanns Daniel Diges.
„Jimmy Jump“: Der Flitzer machte auch vor dem ESC nicht Halt - hier stört der Spanier den Auftritt seines Landsmanns Daniel Diges. © Gorm Kallestad/dpa

Als „Jimmy Jump“ ist der Komiker Jaume Marquet berüchtigt. Er ist Serientäter. Immer wieder flitzt der Spanier durch prominente Events. 2002 legte er sein Debüt bei einem Spiel des FC Barcelona auf den Rasen. Es folgten Flitzer-Attacken auf eine Formel-1-Strecke, das Champions-League-Finale 2007, das Fußball-EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei 2008 und das Finale der French Open 2009. 2010 rannte „Jimmy Jump“ dann durch den ESC-Final-Auftritt von Landsmann Daniel Diges.

Wiederholungstäter: „Jimmy Jump“ flitzt durch die Welt - Daniel Diges darf ESC-Auftritt wiederholen

Flitzer beim ESC: Der Komiker „Jimmy Jump“ stört den Auftritt des spanischen Künstlers Daniel Diges.
Flitzer beim ESC: Der Komiker „Jimmy Jump“ stört den Auftritt des spanischen Künstlers Daniel Diges. (Screenshot) © Youtube/NRK

Daniel Diges und seine Crew blieben wahnsinnig professionell und zogen ihre Show einfach durch. Glücklich war der Künstler über den ungebetenen Mittänzer aber nicht. Diges durfte seinen Aufritt ungestört wiederholen. Er erreichte dann Platz 15 beim ESC in Oslo. Für „Jimmy Jump“ war es übrigens auch nicht der letzte Auftritt. 2011 schlug er doppelt zu: Beim Champions-League*-Halbfinale zwischen Barcelona und Real Madrid* sowie im Finale zwischen Manchester United* und Barcelona. Ein Jahr später wollte er in Deutschland losrennen. Beim DFL-Supercup zwischen dem FC Bayern* und Borussia Dortmund wurde er aber am Zaun von einem Ordner gestoppt.

ESC 1968: Diktator manipuliert den Grand Prix

Spaniens Diktator Francisco Franco nimmt von der Tribüne des Präsidentenpalastes in Madrid eine Parade ab
Spaniens Diktator Francisco Franco nimmt von der Tribüne des Präsidentenpalastes in Madrid eine Parade ab. © Cifra/dpa

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen im ESC-Finale. Spanien führt mit einem Punkt vor England. Alles hängt von Jugoslawien ab. Und es geht die volle Punktzahl an Spanien. Der Brite Cliff Richard und auch die Vertreter aus Frankreich gehen komplett leer aus. Dahinter steckt wohl ein Betrug mit großer politischer Spannweite.

Spanischer Diktator soll Grand Prix gekauft haben - Franco-Regime besticht wohl Jury-Mitglieder in ganz Europa

ESC 1968: Cliff Richard (zw. v. l.) gratuliert der spanischen Gewinnerin Massiel.
ESC 1968: Cliff Richard (zw. v. l.) gratuliert der spanischen Gewinnerin Massiel. © Imago/ZUMA Wire

Das brachte eine spanische TV-Dokumentation 40 Jahre später auf den Tisch. Das faschistische Franco-Regime soll den spanischen Sieg gekauft habe. Der Diktator wollte demnach Spaniens Ruf polieren und bestach europaweit die Jurys. Der spätere Popstar Cliff Richard (im Bild oben Zweiter v. l.) hatte bereits auf der Bühne sehr zähneknirschend gratuliert.

ESC 2016: EBU schließt rumänischen Kandidaten aus

Ovidiu Anton durfte nicht am ESC 2016 teilnehmen: Rumänien wurde wegen der Schulden von TVR disqualifiziert. (Screenshot)
Ovidiu Anton durfte nicht am ESC 2016 teilnehmen: Rumänien wurde wegen der Schulden von TVR disqualifiziert. (Screenshot) © Youtube/TVR

Der Eurovision Song Contest 2016 bot allgemein viel politischen Sprengstoff, aber dazu kommen wir gleich noch. Die European Broadcasting Union (EBU) verweigerte Rumänien die Teilnahme in Schweden. Denn der rumänische Sender Televiziunea Romana (TVR) stand mit etwa 16 Millionen in der Kreide.

„Bedauerlich“: EBU streicht Rumänien aus ESC - Kandidat tritt nicht in Stockholm auf

Ingrid Deltenre: Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU) beim Global Media Forum der deutschen Welle.
Ingrid Deltenre: Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU) beim Global Media Forum der deutschen Welle. © Sven Simon/Imago

„Es ist bedauerlich, dass wir gezwungen sind, diesen Schritt zu tun“, sagte EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre damals telebasel.ch, „leider ist keiner unserer Versuche, die Angelegenheit zu klären, auf Widerhall bei der rumänischen Regierung gestoßen.“ Die Verantwortlichen hatten wohl mehrere Fristen verstreichen lassen. Der rumänische Kandidat Oviciu Anton musste zu Hause bleiben. Den Vorentscheid hatte er noch bestritten. Der Titel seines Songs passte auf traurige Weise sehr gut dazu: „Moments of Silence“.

ESC 2015: Deutschland-Gewinner will nicht zum ESC - Barbara Schöneberger live im TV kalt erwischt

„Unser Song für Österreich“: Sänger Andreas Kümmert sagt Moderatorin Barbara Schöneberger, dass er die ESC-Wahl nicht annimmt.
„Unser Song für Österreich“: Sänger Andreas Kümmert sagt Moderatorin Barbara Schöneberger, dass er die ESC-Wahl nicht annimmt. © Peter Steffen/dpa

Mit der Show „Unser Song für Österreich“ suchte Deutschland seine ESC-Vertretung für Wien. Der aus „The Voice of Germany“ (ProSieben) bekannte Soul-Sänger Andreas Kümmert räumte ab. Im Finale wollte ihm Moderatorin Barbara Schöneberger gerade glücklich gratulieren, da schockte sie der Musiker. Nein. Er wollte nicht zum ESC. Er gab sein Gewinner-Ticket an die Zweitplatzierte Ann Sophie.

„The Voice of Germany“-Star Andreas Kümmert bleibt zu Hause - Ann Sophie kann beim ESC nicht abräumen

Eurovision Song Contest - Grand Final: ESC in Wien: Sängerin Ann Sophie führ Deutschland bekommt 0 Punkte.
ESC in Wien: Sängerin Ann Sophie führ Deutschland bekommt 0 Punkte. © Julian Stratenschulte/dpa

„Plötzlich hatte ich Atemnot. Ich schwitze. Ich fror. Kaltschweiß. Ich hatte das Gefühl, der Sauerstoff, den ich einatme, erreicht meine Blutbahnen nicht mehr. Ich habe gedacht, ich sterbe“, beschrieb Kümmert dem Stern später seine Gefühlswelt an diesem Abend, „mir war klar, es würde mich überrollen.“ Für seine Vertretung lief es beim Wiener ESC dann sehr bescheiden. Für ihren Song „Black Smoke“ bekam Ann Sophie keine Punkte.

ESC 2016: Skandal-Video aufgetaucht - Russisches Jury-Mitglied suspendiert

ESC-Jurorin Anastasia Stotskaja teilte dieses Video der russischen Jury und sorgte damit für einen Skandal.
ESC-Jurorin Anastasia Stotskaja teilte dieses Video der russischen Jury und sorgte damit für einen Skandal. © Screenshot Periscope/Anastasia Stotskaja

Wir haben es schon angedeutet: Stockholm 2016 war DER Skandal-Grand-Prix. Kurz vor dem Finale wurde ein russisches Jurymitglied suspendiert und ihr Abstimmungsergebnis für ungültig erklärt. Ein Video war im Internetportal Periscope aufgetaucht, das zeigt, wie die fünf Punkterichter an die Wertung herangingen. Strenge EBU-Statuten schreiben vor, dass das Verfahren in Geheimen bleiben soll. Und dann war auch noch der Inhalt der Bilder skandalös.

„Hübsch, aber seltsam“, „Mein Mann ist Armenier“: Russische ESC-Jury disqualifiziert sich

Douwe Bob beim ESC 2016: Der Sänger aus den Niederlanden wurde von der russischen Jury eigenartig beurteilt.
Douwe Bob beim ESC 2016: Der Sänger aus den Niederlanden wurde von der russischen Jury eigenartig beurteilt. © Maja Suslin/dpa

Als lustlos, unkonzentriert und vor allem nicht neutral wertete die EBU das Verhalten der russischen Jury. „Ich bin für Armenien. Mein Mann ist Armenier“, war im Video zu hören. „Hübsch, aber seltsam“, einer der irritierenden Sprüche bei der Wertung über den niederländischen Sänger Douwe Bob (Bild oben). Der zuständige Fernsehsender aus Russland, RTR, entschuldigte sich offiziell für die Äußerungen und nominierte ein Jury-Mitglied nach.

ESC 2011: „Ich will dich f***cken!“ - Kandidat leistet sich Mega-Entgleisung

Tim Schou: Der dänische Sänger sorgte beim ESC in Deutschland für einen handfesten Skandal. (Screenshot)
Tim Schou: Der dänische Sänger sorgte beim ESC in Deutschland für einen handfesten Skandal. (Screenshot) © Marius Becker/ dpa

Tim Schou flippte beim ESC in Deutschland komplett aus. Über die Wertung der Jury aus den Niederlanden hat sich der dänische Kandidat extrem gefreut. Viel zu extrem. „Ich will dich! Ich will dich f***cken!“, schrie er der niederländischen Moderatorin Mandy Huydts entgegen. Über seine verbale Entgleisung erschrak er selbst, beteuerte Schou später.

Tim Schou platzt Ekel-Ausruf bei Grand Prix in Deutschland heraus - er versucht, sich zu entschuldigen

Tim Schou vertrat Dänemark beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf.
Tim Schou vertrat Dänemark beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf. © Marius Becker/dpa

Außerdem habe er Europa angesprochen und nicht die Moderatorin, ruderte er im Gespräch mit der Zeitung Ekstra Bladet weiter zurück. Er sei falsch verstanden worden. Direkt nach der Show soll Shou versucht haben, sich bei Mandy Huydts zu entschuldigen, sagt er selbst.

ESC 1986: Jüngste Siegerin aller Zeiten - weil ihre Managerin geschummelt hat

„J‘aime la vie“: Die belgische Sängerin Sandra Kim gewinnt den Eurovision Song Contest im Alter von erst 13 Jahren. (Screenshot)
„J‘aime la vie“: Die belgische Sängerin Sandra Kim gewinnt den Eurovision Song Contest im Alter von erst 13 Jahren. (Screenshot) © Youtube / Eurovision Song Contest

Die belgische Sängerin Sandra Kim wurde zur jüngsten ESC-Gewinnerin der Geschichte. Diesen Titel wird sie wohl auch für immer behalten. Denn damals lag das Mindestalter für die Teilnahme bei 15 Jahren. Heute müssen die Künstler:innen mindestens 16 sein. Ihre Managerin hatte die Teenagerin damals nach Norwegen gemogelt und ihr Alter einfach falsch angegeben.

Nach ESC-Betrug: Sandra Kim gewinnt Wahl zur Frau des Jahres

Sandra Kim: Die Belgierin ist die jüngste Eurovision-Gewinnerin aller Zeiten.
Sandra Kim: Die Belgierin ist die jüngste Eurovision-Gewinnerin aller Zeiten. © VD/Imago/Belga

„Ich liebe das Leben“, hatte die blutjunge Sandra Kim gesungen und die Zuschauer damit verzaubert. Vor allem in ihrem Heimatland. Noch im selben Jahr wurde die Sängerin zur Frau des Jahres in Belgien gewählt. An der ESC-Mogelei hatte sie ja auch nur wenig Anteil.

ESC 1978: Arabische TV-Sender schalten Werbung über Auftritt von Israel

Izhar Cohen und „The Alphabeta“: Die Gruppe aus Israel siegte beim Eurovision Song Contest 1978 in Paris.
Izhar Cohen und „The Alphabeta“: Die Gruppe aus Israel siegte beim Eurovision Song Contest 1978 in Paris. © Imago/Zuma/Keystone

Izhar Cohen und seine Background-Gruppe „The Alphabeta“ räumten beim Grand Prix in Paris so richtig ab. Mit über 30 Punkten Vorsprung landeten sie vor Belgien auf Platz 1. Auf der arabischen Halbinsel hat den Auftritt aber niemand gesehen. Arabische TV-Sender boykottierten die Teilnahme von Israel und schalteten währenddessen in die Werbung.

Izhar Cohen und „The Alphabeta“: ESC-Song wird in Europa zum Hit

ESC 1978: Izhar Cohen und „The Alphabeta“ siegten in Paris - ihr Song wurde danach in Europa zum Hit.
ESC 1978: Izhar Cohen und „The Alphabeta“ siegten in Paris - ihr Song wurde danach in Europa zum Hit. © Georges Bendriheim/AFP

Das tat dem Erfolg in Europa keinen Abbruch. Die englische Fassung des ESC-Songs „A-ba-ni-bi“ wurde als Single zum Hit und landete in mehreren Länder weit oben in den Charts. Dabei wären Izhar Cohen und seine Gruppe beinahe überhaupt nicht beim ESC angetreten. Im israelischen Vorentscheid waren sie am Ende punktgleich mit „Chedva Amrani und Pilpel Lavan“. Die Jury gab Cohen und Co. dann den Zuschlag.

ESC 2013: Plagiats-Vorwürfe gegen deutsche Band

ESC 2013: Cascada geht für Deutschland in Malmö an den Start.
ESC 2013: Cascada geht für Deutschland in Malmö an den Start. © Jessica Gow/dpa

Kritikern schmeckte der Song des deutschen Dance-Trios nicht. Deutschland schicke unmodernen Euro-Trash zum Grand Prix in Malmö, hieß es. Und dann auch noch das: „Glorious“ sei komplett abgekupfert vom Gewinnerlied aus 2012 „Euphoria“, klagte eine Zeitung an. Hat sich die Band „Cascada“ wirklich einfach bei den schwedischen Musikern bedient?

Teilnahme von „Cascada“ auf der Kippe: Klau-Vorwurf gegen deutschen Song „Glorious“ geprüft

Eurovision Song Contest: Natalie Horler: Die Frontfrau von „Cascada“ verteidigte sich vehement und durfte letztendlich zum ESC nach Schweden.
Natalie Horler: Die Frontfrau von „Cascada“ verteidigte sich vehement und durfte letztendlich zum ESC nach Schweden. © Jörg Carstensen/dpa

Der Aufschrei in Deutschland war groß. „Cascada“ soll nicht teilnehmen, forderten viele. Der NDR wurde dann aktiv und ließ das Lied musikwissenschaftlich prüfen. Das Ergebnis: „Glorious“ und „Euphoria“ sind sich ähnlich, aber geklaut wurde hier nichts. „Es sind zwei unterschiedliche Lieder“, insistierte Frontfrau Natalie Horler. Kritiker fühlten sich auf jeden Fall im „Einheitsbrei“-Vorwurf bestätigt. „Cascada“ landete in Schweden auf Platz 21.

ESC 1974: Song ermöglicht Militär-Putsch

Tag der Freiheit in Portugal: Ein Menschenzug erinnert an die Nelkenrevolution.
Tag der Freiheit in Portugal: Ein Menschenzug erinnert an die Nelkenrevolution. © Mario Cruz/dpa

1974 begann die Nelkenrevolution in Portugal. Was viele nicht wissen: Der ESC-Song „E Depois do Adeus“ (Deutsch: „Und nach dem Abschied“) spielte dabei eine tragende Rolle. Die Militärs hatten die Radio-Übertragung des portugiesischen Kandidaten als geheimes Start-Signal vereinbart. Nach der Revolution kehrte langsam Demokratie in Portugal ein. Der 25. April ist heute der „Tag der Freiheit“ und ein Feiertag.

Portugal gewinnt Freiheit und Demokratie - ABBA den ESC

Nelkenrevolution in Portugal: Militärs und Bürger feiern den erfolgreichen und weitestgehend friedlichen Putsch.
Nelkenrevolution in Portugal: Militärs und Bürger feiern den erfolgreichen und weitestgehend friedlichen Putsch. © Imago/Leemage

Um kurz nach 23 Uhr lief das ESC-Lied im Radio, und die Armee schlug zu. So hatte der Militär-Putsch tatsächlich Erfolg. Was man von Portugal-Vertreter Paulo de Carvalho beim Grand Prix nicht sagen kann. Er teilte sich den letzten Platz mit Norwegen, der BRD und der Schweiz. In Portugal wird das kaum jemanden gekümmert haben. Gewonnen hat damals übrigens ABBA mit gewaltigem Vorsprung für Schweden.

ESC 2013: Aufschrei nach Protest-Kuss

Eurovision Song Contest: Die finnische Sängerin Krista Siegfrids küsst eine Background-Tänzerin beim ESC 2013 in Malmö.
Die finnische Sängerin Krista Siegfrids küsst eine Background-Tänzerin beim ESC 2013 in Malmö. © Jörg Carstensen/dpa

Der zweite Bühnen-Kuss in unserer Liste. Im Jahr 2013 sollte das nicht mehr allzu skandalös sein - könnte man meinen. Doch wenn es sich dabei um zwei Frauen oder zwei Männer handelt, war das in Finnland doch nicht ganz so einfach. Sängerin Krista Siegfrids setzte damit ein Zeichen gegen das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen in ihrem Heimatland.

Zeichen für freie Liebe: Finnische Sängerin Krista Siegfrids nutzt ESC-Bühne

Eurovision Song Contest: ESC 2013: Finnin Krista Siegfrids performt ihren Song „Marry Me“ auf der Bühne.
ESC 2013: Finnin Krista Siegfrids performt ihren Song „Marry Me“ auf der Bühne. © Jörg Carstensen/dpa

Offen politische Botschaften kommen beim ESC immer wieder vor. Doch sie sind eigentlich untersagt. Krista Siegfrids Song hatte auch noch den Titel „Marry Me“. Die politische Verknüpfung ihres Kusses ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Gesehen haben ihn allerdings gar nicht so viele. Krista Siegfrids küsste ihre Background-Tänzerin im Halbfinale des ESC in Malmö.

ESC 1998: Israel protestiert gegen eigene Kandidatin - Arabische Länder verbieten ihren Gewinnersong

Die israelische ESC-Teilnehmerin Dana International aus Israel lacht am 09.05.1998 nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest in Birmingham (Großbritannien).
Die israelische ESC-Teilnehmerin Dana International aus Israel lacht am 09.05.1998 nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest in Birmingham (Großbritannien). © DB pool/dpa

Dana International hat gar kein aktives Zeichen gesetzt. Sie war einfach sie selbst. Trotzdem kam es rund um die israelische Siegerin 1998 zum Skandal. International wurde die Sängerin gefeiert. Doch in ihrem Heimatland regte sich plötzlich Protest und scharfe Kritik. In arabischen Ländern wurde ihr Gewinner-Lied sogar verboten.

Erste transsexuelle ESC-Teilnehmerin: Zuschauer damals empört - Protest heute undenkbar

Eurovision Song Contest 2019: Dana International aus Israel, die Gewinnerin des Eurovision Song Contest 1998, tritt vor Beginn des Finales auf.
Dana International aus Israel, die Gewinnerin des Eurovision Song Contest 1998, tritt vor Beginn des Finales des Eurovision Song Contests (ESC) 2019 auf. © Sebastian Scheiner/dpa

Sharon Cohen (so ihr bürgerlicher Name) war die erste queere ESC-Teilnehmerin. Dass eine offen transgeschlechtliche Künstlerin für Israel an den Start ging, gefiel damals nicht jedem. So könne man das Land nicht vertreten, hieß es vor allem von ultra-orthodoxen Gemeinden. Im Jahr darauf schickte Israel wieder ein biederes Männer-Quartett. Heute wäre der Protest unvorstellbar. Und auch Israel schickte Signale. 2008 trat Cohen noch einmal an, belegte den neunten Platz. Und vor dem ESC-Finale 2019 in Tel Aviv trat Dana International für einen Show-Act auf.

ESC 2017: Ukraine lässt russische Teilnehmerin nicht ins Land

Russlands ESC-Kandidatin Julia Samoilowa auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo. Der ukrainische Geheimdienst SBU hat der russischen ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa die Einreise verboten.
Die russische ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa am 14.03.2017 auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo. Der ukrainische Geheimdienst SBU hat der russischen ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa die Einreise verboten. © Maria Antipina/dpa

Russland nominierte für den Grand Prix in Kiew die im Rollstuhl sitzende Julia Samoilowa. Die Sängerin durfte aber nicht auftreten. Der Hintergrund: Die Krim-Krise. Samoilowa war einige Jahre zuvor auf der Halbinsel aufgetreten. Seit der Annexion Russlands gab die Ukraine keine Visa mehr an Personen aus, die auf die Krim gereist sind, ohne ukrainisches Gebiet zu durchqueren.

Künstlerin instrumentalisiert? Kritiker sprechen von russischer „Falle“

Die im Rollstuhl sitzende Sängerin Julia Samoilowa tritt am 07.03.2014 in Sotschi (Russland) bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2014 auf.
Die im Rollstuhl sitzende Sängerin Julia Samoilowa tritt am 07.03.2014 in Sotschi (Russland) bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2014 auf. © Ekaterina Lyzlova/dpa

Der Kreml reagierte wenig überraschend sehr angefasst auf das Einreiseverbot für die Künstlerin. Sprecher Dmitrij Peskow betonte wiederholt, wie wichtig Samoilowas Auftritt für alle Gehbehinderten sei. Ihr Song „Flame is burning“ wurde im russischen TV und Radio rauf und runter gespielt. Das Staatsfernsehen strahlte eine große Show über die Sängerin aus. Kritiker bezeichneten die Auswahl der Kandidatin als Falle und Provokation. Russland habe sich für sie entschieden, um den moralischen Hammer ansetzen zu können. Wasil Hrymzak, Leiter der ukrainischen Geheimdiensts konterte: „Die Sache ist eindeutig: Das Gesetz ist für alle gleich. An diesen Grundsatz müssen wir uns halten, wenn wir uns zu einem westlichen Staat entwickeln wollen.“

ESC 2005: Deutsche Flop-Kandidatin zum Grand Prix gemogelt?

Eurovision Song Contest, Gracia
Die Sängerin Gracia vertrat Deutschand beim ESC 2005. © Ulrich Perrey

Sängerin Gracia Baur fuhr 2005 für Deutschland nach Kiew. Und dort wurde es richtig bitter für sie. Am Ende des Finals stand die schlechteste ESC-Platzierung der deutschen Geschichte - bis dahin. „Soll ich etwa lachen?“, fragte die aufgelöste Künstlerin bei der Live-Schalte der ARD und schrie zu den Zuschauern: „Ihr habt das Lied gewählt!“

Ex-DSDS-Siegerin dank Chart-Platzierung in ESC-Vorentscheid - Produzent soll dafür kräftig getrickst haben

Sängerin Gracia Baur bekommt von David Brandes einen Wangenkuss während der Pressekonferenz zur ARD-Sendung - Germany 12 Points - anlässlich des Deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest 2005 in Berlin
Sängerin Gracia Baur bekommt von David Brandes einen Wangenkuss während der Pressekonferenz zur ARD-Sendung - Germany 12 Points - anlässlich des Deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest 2005 in Berlin © Sven Simon/Imago

Aber wie viele Hörer haben den Song der ehemaligen DSDS-Kandidatin wirklich gewählt? Zumindest vor dem Vorentscheid? Gracia rutschte wegen des Erfolgs ihres Lieds „Run and Hide“ in den Media-Control-Singlecharts per Wildcard in den ESC-Quali-Wettbewerb. Nach ihrem Sieg geriet ihr Produzent David Brandes (rechts) unter pikanten Verdacht. Er soll persönlich unzählige CDs gekauft haben, um Gracias Ranking künstlich nach oben zu treiben.

ESC 2016: Die ukrainische Siegerin Jamala schnappt Russland den Titel weg

Die ukrainische Siegerin des ESC 2016 Jamala auf einer Pressekonferenz nach der Finalshow in Schweden.
Die ukrainische Siegerin des ESC 2016 Jamala auf einer Pressekonferenz nach der Finalshow in Schweden. © Britta Pedersen/dpa

Das Selbstverständnis des ESC war von jeher ein unpolitisches, Liedtexte politischer Natur sind deshalb nicht erlaubt. Trotzdem winkte die Ausrichterin des Wettbewerbs, die Europäische Rundfunkunion, das Lied „1944“ der ukrainischen Siegerin Jamala durch. Die lieferte daraufhin einen Beweis dafür ab, dass Privates eben auch immer Politisches ist. Eigentlich besang Jamala in ihrem Song nur die Geschichte ihrer Familie. Auf Englisch und Krimtatarisch erzählte sie von der Generation ihrer krimtatarischen Urgroßmutter, von ihrer Zwangsumsiedlung nach Zentralasien im Jahr 1944. Unter Josef Stalin wurde diese damals von der Krim vertrieben. Jamala gewann, ihr Sieg löste in Russland eine kleine Krise aus.

Russland ist empört über den ESC-Sieg der Ukrainerin Jamala - „Ein Sieg des Kalten Krieges“

Jamala nach ihrer Ankunft auf dem Internationalen Flughafen Boryspil in Kiew in der Ukraine.
Die ukrainisches ESC-Gewinnerin Jamala nach ihrer Ankunft auf dem Internationalen Flughafen Boryspil in Kiew in der Ukraine. © Sergey Dolzhenko/dpa

Der russische Kandidat Sergej Lasarew erreichte nur Platz 3. Allein das war schon Kränkung genug für Russland, das Land rechnete sich im Vorfeld aufgrund der vorbereiten Hightech-Show hohe Gewinnchancen aus. Als dann der erste Platz auch noch an die Ukraine und einen Song ging, der zum Anfang der Krimkrise geschrieben wurde, war das für Russland zu viel. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass bezeichnete der Parlamentarier Konstantin Kossatschjow die Erstplatzierung Jamalas als „Sieg des Kalten Krieges“ des Westens gegen Russland. Der Außenpolitiker Alexey Puschkow bezeichnete den ESC als ein politisches Schlachtfeld. Jamala bestritt jeglichen Zusammenhang ihres Songs mit der Krimkrise und ließ sich nach ihrer Ankunft in der Ukraine feiern.

ESC 1969: Spanien, Großbritannien, Niederlande, Frankreich - Vier Sieger auf dem ersten Platz

Frida Boccara, die spanische ESC-Gewinnerin im Jahr 1969.
Frida Boccara, die spanische ESC-Gewinnerin im Jahr 1969. © Imago Images

Manche Regelungen werden erst getroffen, wenn es schon zu spät ist, so auch geschehen im Jahr 1969. Zum 14. Mal fand der ESC damals statt, Austragungsland war Vorjahresgewinner Spanien. Als die finale Punkteverteilung abgegeben wurde, stellte der Veranstalter fest, dass vier Interpreten aus vier verschiedenen Ländern mit jeweils 18 Punkten gleichauf lagen. Salomé aus Spanien* („Vivo cantando“), Frida Boccara (Foto) aus Frankreich* („Un jour, un enfant“), Lenny Kuhr aus den Niederlanden* („De troubadour“) und Lulu aus Großbritannien („Boom Bang-A-Bang“).

„Historisches Finale“ in Madrid - seitdem gibt es eine neue Regelung

Die niederländische ESC Gewinnerin Lenny Kuhr 1973 in Monte Carlo.
Die niederländische ESC Gewinnerin Lenny Kuhr 1973 in Monte Carlo. © Imago Images

Als „historisches Finale“ bezeichnet denn auch die offizielle Webseite des Eurovision Song Contest das Finale im Jahr 1969. Denn alle vier Interpreten wurden zu Siegern gekürt. Der Grund: Damals gab es noch keine entsprechenden Regelungen für einen Gleichstand. Seitdem gilt, dass bei gleicher Punktzahl die höchste Einzelwertung entscheidet. Würde es nach Lautstärke des Beifalls gehen, hätten damals übrigens die Französin Frida Boccara und die Niederländerin Lenny Kuhr (Foto) gewonnen. Die Niederlanden von Teilnehmerin Lenny Kuhr (Foto) wurden zum nächsten Austragungsort bestimmt.

ESC 2014: Russland wird ausgebuht - Krim-Annexion der Hintergrund

Die russischen Tolmachevy-Schwestern während einer Kostümprobe im Vorfeld ihres Halbfinal-Auftritts beim ESC 2014.
Die russischen Tolmachevy-Schwestern während einer Kostümprobe im Vorfeld ihres Halbfinal-Auftritts beim ESC 2014. © Imago Images

Wieder ist der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland der Grund für einen kleinen Skandal in dem eigentlich unpolitischen Wettbewerb. An einem Dienstagabend wurde im Halbfinale in Kopenhagen die Entscheidung verkündet - die russischen Tolmachevy-Schwestern (Foto) schaffen es ins Finale, in dem auch schon die ukrainische Konkurrentin Maria Yaremchuk wartet. Zuvor buhte das Publikum die russischen Interpretinnen aus - Grund dafür war die gerade beginnende Krim-Annexion Russlands.

ESC-2014-Sieg: Österreich und Conchita Wurst mit „Rise Like A Phoenix“

Conchita Wurst nach ihrem Sieg beim ESC 2014 in Kopenhagen.
Conchita Wurst nach ihrem Sieg beim ESC 2014 in Kopenhagen. © Flindt Mogens /Pool/dpa

Nach dem angespannten Halbfinale kam es dann zu einem umso würdigeren Finale. Conchita Wurst setzte sich gegen 25 Sänger und Sängerinnen durch. Mit ihrem Gewinnersong „Rise Like A Phoenix“ beeindruckte sie über 100 Millionen ESC-Fans vor den Bildschirmen. Nach der Show widmete sie ihren Sieg „denen, die für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen.“ Ausgebuht wurde sie dafür von niemandem.

ESC 2011: Deutschland ist endlich wieder Austragungsort - Panne inklusive

Lena tritt zum zweiten Mal in Folge für Deutschland beim ESC in Düsseldorf 2011 an.
Lena tritt zum zweiten Mal in Folge für Deutschland beim ESC in Düsseldorf 2011 an. © Jörg Carstensen/dpa

Es ist fast schon Tradition - Deutschland* schneidet in den ESC-Wettbewerben immer sehr durchwachsen ab. Es glich also einem kleinen Wunder, als Lena 2010 in Oslo den ersten Platz für Deutschland machte. Das gelang zuvor das letzte Mal 1982 (!). Der ESC 2011 wurde daraufhin in Düsseldorf ausgetragen. Deutschland machte als Austragungsort dann zwar viel richtig, aber auch einiges falsch. Genau genommen passierte ein Fehler, der zu 100.000 weiteren Fehlern führte...

Rechtschreibfehler in Düsseldorf - „Aktionstag der Schwulen“

Bühnenbild während des ESC-Finales 2011 in Düsseldorf in Deutschland.
Bühnenbild während des ESC-Finales 2011 in Düsseldorf in Deutschland. © Jörg Carstensen/dpa

Wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, wurden Informationen und Anleitungen für die Gäste gedruckt, beispielsweise in Form von ESC-Stadtführern des Austragungsorts Düsseldorf. In der Broschüre lud die Stadt zu einem „Aktionstag der Schwulen“ ein. Alles schön und gut, gemeint war allerdings der „Aktionstag der Schulen“. Der Druckfehler in den 65.000 deutschen Ausgaben der Stadtführer wurde daraufhin in die 35.000 englischen Exemplare übernommen - dort stand daraufhin „Gay´s Day of Action“. Zusätzlich stand auf dem Seiteneinband statt „Welcome to Düsseldorf“ „Wielcome to Düsseldorf“. Das Land der Dichter und Denker überklebte und übermalte daraufhin alle 100.000 fehlerhaften Broschüren - für einen Neudruck reichte die Zeit nicht mehr.

ESC 1979: Große Kritik an deutschem Beitrag - Song über Massenmörder?

Die deutsche Musikgruppe Dschinghis Khan aus den 80er-Jahren.
Die deutsche Musikgruppe Dschinghis Khan aus den 80er-Jahren. © Heinz Browers/Imago Images

Die ESC-Produzenten-Koryphäe Ralph Siegel stellte eine Band zusammen, nannte sie Dschinghis Khan, komponierte den gleichnamigen Song dazu und schickte sie zum ESC im Jahr 1979. Soweit, so gut, der Titel feierte große Erfolge in Deutschland, es reichte zum vierten Platz bei dem internationalen Wettbewerb in Israel*. Allerdings gab es auch viel Kritik, den Titel über eine mongolische Mörderbande empfanden einige als geschmacklos, auch aufgrund der NS-Vergangenheit Deutschlands.

Sieger im eigenen Land: Milk and Honey aus Israel gewinnen den ESC in Israel

Die Sieger des ESC 1979: Die israelische Band Milk & Honey mit Sängerin Gali Atari.
Die Sieger des ESC 1979: Die israelische Band Milk & Honey mit Sängerin Gali Atari. © Imago Images

Die israelischen Gastgeber sahen das wohl nicht so, sie gaben der deutschen Band ganze sechs Punkte. Vielleicht interessierte es sie aber auch einfach nicht, schließlich holten sie sich in diesem Jahr den ersten Platz zum zweiten Mal in Folge, und das auch noch im Heimatland. Die israelische Band Milk and Honey gewann mit Unterstützung von ganz oben - „Halleluja“. *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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