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Zehntausend Jahre alte Zombieviren wiederbelebt - sie sind noch immer ansteckend

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Von: Sven Schneider

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Forscher in Frankreich haben sogenannte Zombieviren wiederbelebt. Sie waren Jahrtausende im Permafrost eingefroren. Sie sind immer noch ansteckend.

Hamm - Es klingt wie das Drehbuch des nächsten Zombie-Apokalypsen-Films für das kommende Jahr. Forscher in Frankreich haben 13 bislang unbekannte Viren wiederbelebt. Das jüngste ist 27.000 Jahre alt, das älteste war sogar 48.500 Jahre im Permafrost der Arktis eingefroren. Die Gefahren dieser Viren müssen noch erforscht werden. Klar ist aber: Sie sind noch ansteckend.

Noch immer ist rund ein Viertel der Nordhalbkugel der Erde mit dauerhaft gefrorenem Boden bedeckt. Aufgrund des Klimawandels beginnt dieser jedoch allmählich zu schmelzen. Immer mehr Kadaver gestorbener Tiere kommen so ans Tageslicht. Das birgt Risiken, schreiben Forscher der Aix-Marseille-Universität in Frankreich.

Zehntausend Jahre alte Zombieviren wiederbelebt - sie sind noch ansteckend

13 Viren, die über Jahrtausende im sibirischen Yedoma Permafrostboden eingesperrt waren, wurden deshalb vom Forschungsteam wiederbelebt. Sie wurden so weit reaktiviert, dass sie potenziell infektiös seien, heißt es. Einige sind sogenannte Riesenviren, deutlich größer als herkömmliche Bakterien. Weil diese schon auf einem simplen Lichtmikroskop erkennbaren Viren sich auf Einzeller spezialisieren, sind sie für den Menschen ungefährlich.

Anders verhält es sich mit Erregern, die von den Forschern aus Mammutkot, -wolle und dem Mageninhalt eines sibirischen Wolfs gewonnen wurden. Sie gelten laut den Forschern als besonders, weil sie sich von derzeit bekannten Viren unterscheiden. Welche Gefahren von ihnen ausgehen, muss noch erforscht werden. Die Forscher schließen allerdings nicht aus, dass manche derzeit im Permafrost eingeschlossene Viren den Menschen infizieren können. Aufgrund des Klimawandels und des auftauenden Permafrosts drohen hier Risiken, so die Forscher, die Tausende weitere unbekannte Viren im Permafrost vermuten.

Permafrost schmilzt und befördert Kadaver und tausende Viren an die Oberfläche

„In den aufgetauten Kadavern sind Viren, mehr als 10.000 Jahre alt. Auch das ist ein Beispiel, wie wir die Kette erst Klimawandel, dann Zoonose, dann Ausbruch, dann Pandemie an uns heranziehen“, schrieb Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dazu auf Twitter.

Schon 2020 warnte Forscherin Ellen Decaestecker auf einer Expertenkonferenz vor sogenannten Zombieviren. Demnach seien Pandemien nicht auszuschließend, sollte sich die Umwelt verändern. Allerdings seien im Fall des tauenden Permafrosts und dessen Virenreservoirs hauptsächlich Tiere den Erregern ausgesetzt. Doch diese könnten die Viren bekanntlich auf den Menschen übertragen.

Durchaus bekannt ist das RS-Virus, welches derzeit in NRW für überfüllte Kinderkliniken sorgt. Doch wie macht sich das bemerkbar? So können Eltern und betroffene Symptome des RS-Virus erkennen.

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