Nach Kritik der FDP

Corona-Politik: Winfried Kretschmann distanziert sich von Donald Trump - es gibt nur eine Gemeinsamkeit

US-Präsident Donald Trump (links) trägt keine Mundschutzmaske, Winfried Kretschmann (rechts), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, mit Mund-Nasen-Schutz.
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US-Präsident Donald Trump (links) trägt keine Mundschutzmaske, Winfried Kretschmann (rechts), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, mit Mund-Nasen-Schutz.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Umgang der Landesregierung mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gegen Vorwürfe der FDP verteidigt - mit einem Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump.

  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Umgang der Landesregierung mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg verteidigt.
  • Er sagte, er hätte nie behauptet, dass er „hervorragend regiere“, er heiße nicht Donald Trump.
  • Wenn man den Umgang des Grünen-Politikers aus Baden-Württemberg mit dem Coronavirus mit dem von US-Präsident Donald Trump vergleicht, zeigt sich in der Tat nur eine Gemeinsamkeit.

Stuttgart – Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) hat die grün-schwarze Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Verbote und Maßnahmen in Kraft gesetzt, die seitdem regelmäßig geändert und an die aktuelle Lage angepasst wurden. Auf der Website des Landes Baden-Württemberg finden sich 11 Versionen der Corona-Verordnung.

Die Opposition im Landtag bezeichnet den Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg als „Chaos“. Am Mittwoch machte der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke der Landesregierung in Stuttgart* schwere Vorwürfe, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Winfried Kretschmann* verteidigte seine Corona-Politik mit einem Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump.

Ministerpräsident Kretschmann zum Coronavirus in Baden-Württemberg: „Ich protze nicht wie Donald Trump“

„Ich habe noch nie behauptet, dass ich hervorragend regiere. Ich protze auch nicht damit. Ich heiße nämlich nicht Donald Trump, sondern Winfried Kretschmann“, sagte der erste Grüne Ministerpräsident eines Bundeslandes in der Geschichte der Bundesrepublik. Wenn man die Art, wie Winfried Kretschmann auf das Coronavirus in Baden-Württemberg reagiert, mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise vergleicht, zeigt sich in der Tat, dass die beiden eher gegensätzlich mit Covid-19 umgehen. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte zum Beispiel, er schlafe derzeit schlecht, weil er ständig seine Entscheidungen zum Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg überdenke und hinterfrage. Für eine „Pandemie dieser Art“ gebe „es keine Blaupause“, so der Grünen-Politiker, der übrigens Biologie und Chemie studiert hat, der dpa zufolge. Man müsse „auf Sicht fahren“. Der Wirtschaftswissenschaftler Donald Trump dagegen prahlte im März bei einem Auftritt in Atlanta damit, wie gut er „dieses Zeug“ verstehe. „All die Ärzte sagten, ‘Woher wissen Sie so viel darüber?’ Vielleicht bin ich ein Naturtalent“, sagte Trump laut der Washington Post.  

Proteste gegen die Coronavirus-Maßnahmen in Baden-Württemberg und in den USA

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Hans-Urich Rülke, sagte, die Grünen unter Winfried Kretschmann hätten ein millionenschweres Hilfsprogramm blockiert, dass die CDU der Gastronomie wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg versprochen habe. Die Unsicherheit zu der Frage, ob Einzelhändler Geschäfte öffnen dürfen, die größer als 800 Quadratmeter sind, bezeichnete er als „Eiertanz“. Winfried Kretschmann und seine schwarz-grüne Regierung haben in den letzten Wochen schrittweise Coronavirus-Lockerungen in Baden-Württemberg* zugelassen, planen aber, bei einem erneuten Anstieg erneute Verbote, im Extremfall auch bis hin zum Shutdown

Donald Trump dagegen hat erst sehr spät angemessen auf die Coronavirus-Pandemie reagiert und bereits angekündigt, ein erneuter Shutdown sei vollkommen ausgeschlossen. Die FDP im Landtag warf der Landesregierung unter dem Grünen-Politiker Winfried Kretschmann vor, mit ihrer Corona-Verordnung zu verursachen, dass sich „Wutbürger“ jede Woche zu Corona-Demos versammelten.

Eine Gemeinsamkeit gibt es dann doch: Schaut man in die USA, wo Donald Trump ganz anders mit dem Coronavirus umgeht als Baden-Württemberg , sieht man, dass auch dort viele Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Und das, obwohl US-Präsident Donald Trump ganz anders auf das Coronavirus reagiert als Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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