Wird es noch viel heißer?

Klimawandel: Neue Erkenntnisse zu Wolken beunruhigen - „Unterwegs Richtung Desaster“?

Wolken könnten Klimamodelle stark verändern - ihr Einfluss wird diskutiert
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Wolken könnten Klimamodelle stark verändern - ihr Einfluss wird diskutiert

„Unterwegs Richtung Desaster“? Ein Klimaphysiker wirft eine beunruhigende Frage zum Wetter und zum Klimawandel auf - neue Erkenntnisse zu Wolken beunruhigen.

  • Weitgehend einig scheint sich die Klimaforschung zu sein, dass sich die Temperatur auf der Erde erhöhen wird.
  • Bisher ist von mindestens 2,5 Grad die Rede - doch es gibt mehrere Unsicherheitsfaktoren in den Modellen.
  • Einer davon sind Wolken - zu ihnen mehren sich nun beunruhigende Erkenntnisse.

Ein großer Unsicherheitsfaktor in allen Modellen, die sich mit der Erderwärmung befassen, stellen Wolken dar. Sie spielen eine tragende Rolle im globalen Wasserhaushalt*, hängen doch mit der Verdunstung, Kondensation und dem Transport von Wasser zusammen. 

Jüngste Modellrechnungen scheinen ein von Forschern und Umweltaktivisten* beschriebenes Szenario noch zu übertreffen - die globale Temperatur könnte um bis zu fünf Grad ansteigen.

Klimawandel: Wolken könnten die Modellrechnungen stark verändern

Der Klimaphysiker Timothy Palmer von der britischen Universität Oxford schreibt im Magazin Nature, dass eine der schwierigsten Fragen in der Klimaforschung ist, wie sich Wolken im Zuge der Erderwärmung verhalten. Zwei grobe Szenarien sind dankbar:

  • Wolken könnten die Effekte der Erderwärmung dämpfen und „uns Zeit verschaffen“ (negatives Feedback)
  • Wolken könnten die Effekte verstärken (positives Feedback) - „und wir wären auf dem Weg ins Desaster“, so Palmer.

Klimawandel: Darum sind Wolken so schwer zu fassen

Bisher könne man die Rolle der Wolken nur schwer beurteilen, so Palmer weiter. Das Wissen über die Physik der Wolken - etwa, wie sie mit Temperaturen interagieren - sei viel zu gering, um es in aktuelle Modelle einfließen lassen zu können. 

In neueren CIMP-Modellversuchen  (Coupled Model Intercomparison Project ) hätte man jetzt Erkenntnisse zur Mikrophysik von Wolken einfließen lassen, zum Beispiel zur Beschaffenheit einzelner Tropfen. Durch Abgleich mit Wettervorhersagemodellen, die ja kurzfristig verifiziert werden können, liegt Palmer zufolge jetzt eine Erkenntnis nah: Wolken werden den Klimawandel eher verstärken, es könnte um bis zu 5 Grad heißer werden, wenn man nicht sofort auf fossile Brennstoffe verzichte.

Für ihn bleibt eine Forderung: Die Forschung müsse sich dafür engagieren, dass Daten gewonnen und genauestens abgeglichen werden. Denn „unsere Zukunft könnte von so kleinen Dingen wie Tropfen abhängen.“

Ob sich der Klimawandel auch durch einen extremen Hitzesommer in Deutschland 2020 zeigen wird, ist noch nicht sicher - dass der Boden unter Dürre leidet, dagegen schon. Und auch Wetterphänomene wie Tornados könnten zunehmen.

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