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Texas: Zahl der toten Migranten im Lastwagen steigt auf 50 - Verdächtige in Gewahrsam

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Von: Nail Akkoyun, Stefan Krieger

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Im US-Bundesstaat Texas werden Dutzende Leichen in einem Lkw gefunden. Bei den Opfern handelt es sich offenbar um Migranten.

+++ 16.05 Uhr: Die Zahl der toten Migranten, die in einem Lastwagen in Texas gefunden worden waren, ist auf 50 gestiegen. Das meldet der US-Nachrichtensender CBS. Demnach seien vier weitere Personen, die zunächst in ein Krankenhaus gebracht wurden, nun ebenfalls verstorben. Inzwischen hat sich auch Ron Nierenberg, Bürgermeister der Stadt San Antonio, zu Wort gemeldet: „Sie hatten Familien und versuchten wahrscheinlich, ein besseres Leben zu finden“. Es handele sich um „nichts weniger als eine schreckliche, menschliche Tragödie“.

Polizeichef William McManus berichtete indes, dass drei Personen in Gewahrsam genommen worden seien, aber noch nicht feststehe, ob sie „unbedingt etwas damit zu tun haben oder nicht“. Der Lastwagen hatte amerikanische sowie texanische Nummernschilder auf dem Führerhaus, zunächst hatte das US-Verkehrsministerium die Kennzeichen mit einem Mann aus Alamo (Texas) in Verbindung gebracht.

Der Bürgermeister von San Antonio, Ron Nirenberg (M), und der Polizeichef von San Antonio, William McManus (l), informieren die Medien und andere Personen am Tatort, an dem Dutzende von Menschen tot aufgefunden wurden.
Der Bürgermeister von San Antonio, Ron Nirenberg (M), und der Polizeichef von San Antonio, William McManus (l), informieren die Medien und andere Personen am Tatort, an dem Dutzende von Menschen tot aufgefunden wurden. © Eric Gay/dpa/AP

Texas: Tote Migranten in Lastwagen entdeckt – Alle Toten bereits im Erwachsenenalter

+++ 10.00 Uhr: Die Polizeibehörden von San Antonio bestätigten auf einer Pressekonferenz, dass 46 Menschen in dem Lastwagen am Rande der Großstadt gestorben sind und 16 weitere zur Behandlung in örtliche Krankenhäuser gebracht wurden. Die Behörden gaben an, dass die überlebenden Opfer, darunter 12 Erwachsene und vier Kinder, an Hitzeerschöpfung und Hitzschlag litten und bei „Bewusstsein und wach“ waren, als sie den Ort mit dem Krankenwagen verließen.

Nach Angaben des Feuerwehrchefs von San Antonio, Charles Hood, handelte es sich bei allen 46 bestätigten Toten um Erwachsene. Er fügte hinzu, dass „einige“ der Insassen des Sattelschleppers, der in der Nähe von Bahngleisen in San Antonios Stadtteil Southwest Side gefunden wurde, „aussteigen konnten“, bevor die Behörden eintrafen. Es ist unklar, wie viele Personen sich ursprünglich in dem Fahrzeug befanden.

Texas: Mindestens 46 Tote in Lastwagen in San Antonio entdeckt

Update vom Dienstag, 28. Juni, 05.30 Uhr: Der Feuerwehrchef der Großstadt San Antonio, Charles Hood, bestätigte den grausigen Fund von mindestens 46 Leichen am Montagabend (Ortszeit). Demnach wurden 16 Überlebende in Krankenhäuser gebracht, zwölf Erwachsene und vier Kinder. „Die Patienten, die wir gesehen haben, waren zu heiß, um sie zu berühren, sie haben unter Hitzeschlägen gelitten.“

In dem Anhänger habe sich kein Wasser befunden, sagte Hood weiter. Zwar habe es sich um einen Kühllaster gehandelt; es sei aber keine Kühlanlage am Laufen gewesen.

Die Behörden gaben drei Festnahmen bekannt. Der Lastwagen wurde nahe der Autobahn I-35 gefunden, die zur Grenze zu Mexiko führt. Immer wieder werden von Mexiko aus in Lastwagen versteckte Migranten in die USA geschleust. Von San Antonio zur Grenze zu Mexiko sind es etwa 250 Kilometer.

Mindestens 46 tote Migranten in Texas in Lkw gefunden

Erstmeldung vom Dienstag, 28. Juni: San Antonio – Die Leichen von mindestens 46 Menschen sind im US-Bundesstaat Texas in einem Lastwagen am Rande der Großstadt San Antonio gefunden worden. Bei den Toten handle es sich wahrscheinlich um Migranten, die illegal in die USA eingereist seien, berichteten US-Medien am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf Ermittler.

Die Lokalsender KSAT und NEWS4SA sprachen am Montagabend (Ortszeit) von 46 Toten, die in dem Lastwagenanhänger nahe der Großstadt San Antonio entdeckt worden seien. Die Feuerwehr hat diese Zahl inzwischen bestätigt. Fernsehbilder zeigten einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften. In Lastwagen werden immer wieder von Mexiko aus Migranten in die USA geschleust.

Tote Migranten in Texas: Der Fahrer des Lastwagen wird gesucht

Mindestens zwölf weitere Menschen seien noch lebend gefunden und in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht worden. Laut KSAT wurden sogar 16 Überlebende in Krankenhäuser gebracht. Die Polizei suchte nach Angaben des Senders nach dem Fahrer des Sattelzugs, der sein Fahrzeug in einer abgelegenen Gegend zurückgelassen hatte. Warum die Menschen gestorben waren, war zunächst noch unklar. Den Berichten zufolge soll es in San Antonio aber in den vergangenen Tagen sehr heiß gewesen sein.

Der erzkonservative Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sprach im Kurzbotschaftendienst Twitter unter Verweis auf einen Medienbericht von mindestens 42 Toten und machte die Migrationspolitik von US-Präsident Joe Biden dafür verantwortlich. „Diese Todesfälle sind Bidens Schuld“. Sie seien „das Ergebnis seiner tödlichen Politik der offenen Grenzen“, erklärte Abbott. Es habe „tödliche Konsequenzen“, geltendes Recht nicht durchzusetzen.

Die oppositionellen Republikaner werfen Biden vor, in der Migrationspolitik und bei der Sicherung der Südgrenze einen zu laxen Kurs zu fahren. Sie wollen dieses Thema auch im Wahlkampf für die Kongress-Zwischenwahlen im November für sich nutzen. (skr/dpa/afp)
 

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