UN bestätigt Finanzhilfe für Entwicklungsländer

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Der Stör ist vom Aussterben bedroht. Rund 12 000 Jungtiere wurden im September 2014 in der Oder ausgesetzt. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Pyeongchang (dpa) - Die UN mahnen mehr Anstrengungen an, damit die Ziele zum Artenschutz wie geplant bis 2020 erreicht werden können. Eine wichtige Rolle spielt die Finanzierung. Bei der 12. UN-Konferenz zur Biovielfalt in Südkorea wurde beschlossen, die Hilfen für Entwicklungsländer zu verdoppeln.

Damit seien die vor zwei Jahren getroffenen "vorläufigen" Entscheidungen bestätigt worden, sagte ein CBD-Sprecher. Naturschützer begrüßten den Kompromiss bei der Finanzierung. Sie forderten zugleich, aufs Tempo zu drücken, um die internationalen Ziele zum Stopp des Artensterbens wie geplant bis 2020 erreichen zu können.

Die Finanzierung spielt eine wichtige Rolle, um die vor vier Jahren in der japanischen Präfektur Aichi beschlossenen Vorgaben (Aichi-Ziele) umzusetzen. Gleich zu Anfang der Konferenz in Südkorea hatten die Vereinten Nationen in einem Zwischenbericht angemahnt, dass dazu erheblich mehr Anstrengungen unternommen werden müssten. Bei den meisten der 20 Schutzziele hinke man deutlich hinterher. Trotz einzelner Erfolge gebe es etwa keine Anzeichen dafür, dass das durchschnittliche Risiko des Aussterbens von Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Korallen zurückgehe.

Die Verdoppelung der Finanzmittel für Entwicklungs- und Schwellenländer von vier auf acht Milliarden Euro sei umstritten gewesen, sagte der Leiter für Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland, Günter Mitlacher, in Pyeongchang. Die Entwicklungsländer hätten erneut eine deutliche Aufstockung bis 2017 gefordert. Das sei jedoch nicht durchsetzbar gewesen. Deutschland habe das Ziel schon erreicht.

"Wir sind froh, dass die Bundesregierung und die EU weiter zu ihren Zusagen bei den Naturschutzhilfen an arme Länder stehen und dass gerade Deutschland Vorreiter ist bei der Erfüllung dieser Versprechen", sagte der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Olaf Tschimpke. WWF und Nabu werteten auch als positiv, dass sich alle Staaten erstmals verpflichteten, auf nationaler Ebene mehr für die Finanzierung des Naturschutzes zu tun.

Die Bilanz der Konferenz fällt nach Einschätzung der Organisationen aber eher durchwachsen aus. Es habe kleine Schritte gegeben, aber die ganz großen Sprünge seien ausgeblieben, kritisierte der WWF. "Die Erde verliert ihre ökologischen Reserven im Zeitraffer. Doch der internationalen Staatengemeinschaft scheinen Mut und Wille für ambitionierte Rettungsversuche zu fehlen", sagte Mitlacher.

Fortschritte gab es indes beim Meeresschutz. Die Teilnehmer einigten sich den Naturschützern zufolge, über 150 "ökologisch oder biologisch bedeutsame Meeresgebiete" in verschiedenen Regionen anzuerkennen. Dieser wissenschaftliche Prozess im Rahmen der CBD solle den Ländern helfen, "ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten auszuweisen", sagte der Meeresschutzexperte beim WWF Deutschland, Tim Packeiser. Die Vertragsstaaten hatten 2010 in Aichi vereinbart, zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Laut WWF sind derzeit nur drei Prozent als Schutzgebiete ausgewiesen.

Vertragsstaatentreffen zur Biovielfalt

WWF zur UN-Konferenz zur Biodiversität

Naturschutzbund Deutschland

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