Orkantief: Frachter läuft auf Grund

Paris - Vor der Bretagne ist der 109 Meter lange Frachter “TK Bremen“ mit 19 Mann an Bord gestrandet. Ein Hubschrauber der französischen Marine rettete ab 3.00 Uhr morgens die Männer von Bord des Schiffes unter maltesischer Flagge.

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Umwelt-Alarm vor der Bretagne: Der unter Malta-Flagge fahrende Frachter „TK Bremen“ ist vor der französischen Küste auf Grund gelaufen und verliert Öl. Sofort wurden böse Erinnerungen an die Ölpest nach der Havarie des Öltankers „Erika“ 1999 wach. „Im Rumpf gibt es ein Loch, der Ölfilm ist mittlerweile einen Kilometer lang und fünf Meter breit“, sagte die Bürgermeisterin des Ortes Erdeven, Marie-Françoise Le Jossec, am Freitagmorgen im Nachrichtensender BFM. TV-Bilder zeigten den Havaristen in Schräglage am Strand von Kerminihy. Nach Angaben der zuständigen Präfektur in Brest war der Frachter abgesehen von 220 Tonnen Treibstoff weitgehend leer.

Die Staatsanwaltschaft Brest leitete BFM zufolge ein Ermittlungsverfahren ein, um die Umstände der Havarie zu untersuchen. Ein Sprecher der zuständigen See-Präfektur betonte am Mittag, die Verschmutzung durch den Treibstoff sei begrenzt - das Leck befinde sich zudem auf der dem Meer abgewandten Seite. Die Schiffstanks sollten im Laufe des Tages ausgepumpt werden. Die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet wollte sich am Mittag vor Ort selbst ein Bild vom Ausmaß des Schadens machen.

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Das Schiff war am Donnerstagnachmittag trotz schwerer Sturmwarnung aus dem Hafen von Lorient ausgelaufen, um nach Medienberichten nördlich der Insel Groix vor der Weiterfahrt nach Großbritannien auf bessere Wetterbedingungen zu warten. Die 19-köpfige Besatzung des 109 Meter langen Frachters war in der Nacht per Helikopter in Sicherheit gebracht worden. Die Unfallstelle liegt zwischen den Orten Etel und Erdeven. Der Küstenschutz-Mitarbeiter Michel Gayda warf im TV die Frage auf, warum das Schiff trotz Sturmwarnung den schützenden Hafen verlassen habe. Die Bretagne hatte am 12. Dezember 1999 durch den Öltanker „Erika“ eine ihrer größten Umwelt-Katastrophen erlebt, als auslaufendes Schweröl rund 400 Kilometer Küste verschmutzt hatte.

Das Sturmtief „Joachim“ war in der Nacht über die französische Küste mit Orkanböen der Stärke zwölf gezogen. In Westfrankreich fiel nach Regierungsangaben in rund 400 000 Haushalten der Strom aus, davon 100 000 in der Bretagne. Gegen Mittag waren erst rund 100 000 Haushalte wieder ans Netz angeschlossen. Der Bahnverkehr in der Region kam weitgehend zum Erliegen. Allein in den Departements Finistére und Morbihan hatte die Feuerwehr Großeinsatz. Beeinträchtigungen wurden auch auf der Luftverkehrs-Drehscheibe in Paris erwartet, wo der Andrang der Reisenden im Vorfeld des Weihnachtsfestes groß ist.

dpa/dapd

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