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70 Prozent der Menschen in Deutschland haben Angst vor Hitzewellen

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Von: Moritz Serif

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Hitzewellen treten immer häufiger auf - damit verbunden auch Waldbrände, hier in Südfrankreich.
Hitzewellen treten immer häufiger auf - damit verbunden auch Waldbrände, hier in Südfrankreich. © picture alliance/dpa/Service Communication-Protocole SDIS 33/AP

Jüngere Menschen sind am meisten über Hitzewellen und Temperaturen besorgt. Rund ein Viertel der Befragten hatte gesundheitliche Probleme wegen der Wärme.

Hamburg - Das derzeitige Wetter mit hohen Temperaturen und Hitzewellen macht 70 Prozent der Menschen in Deutschland Angst. Einer aktuellen Umfrage zufolge haben 50 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger große und 20 Prozent sehr große Sorgen wegen extremer Hitze.

Demnach zeigten sich jüngere Menschen am meisten besorgt. 20 Prozent aller Teilnehmenden waren in „sehr großer Sorge“. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen lag der Anteil mit 29 Prozent deutlich höher. 68 Prozent, also fast zwei Drittel, sind der Meinung, dass die Maßnahmen der Regierung nicht ausreichten. Die Befragten erwarten mehr.

Hitze-Umfrage: Besonders betroffen sind das Handwerk und die Produktion

Besonders von der Hitze betroffen sind Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit, zum Beispiel aus dem Handwerk oder der Produktion (91 Prozent). Drei Viertel halten den Pflegebereich in Alten- und Pflegeheimen für besonders betroffen und 52 Prozent die medizinische Versorgung in Krankenhäusern. Schulen und Kindertagesstätten nannten 44 Prozent der Befragten, Büroarbeitsplätze zehn Prozent.

Bereits 26 Prozent hatten bereits gesundheitliche Probleme wegen der Sonne und Wärme. Frauen sind demnach mit 34 Prozent doppelt so hoch betroffen wie Männer mit 18 Prozent. 74 Prozent klagten über Abgeschlagenheit und Müdigkeit, 68 Prozent leiden an Schlafbeschwerden sowie Kreislaufproblemen. 54 Prozent der Befragten litten unter Bewusstseinsstörungen oder waren verwirrt. Das Institut Forsa befragte für die repräsentative Umfrage vom 27. bis 30. Juni 1033 Menschen.

Politikerinnen und Politiker fordern Lauterbach zum Handeln gegen die Hitze auf

Von Gesundheitsminister Karl Lauterbach forderte die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Kathrin Vogler, einen Aktionsplan gegen die Hitze. „Arme Menschen in billigen, schlecht isolierten Wohnungen und Unterkünften, gerade in Ballungszentren, leiden mehr als die, die in klimatisierten Wohnungen oder Eigenheimen mit Garten wohnen“, sagte sie dem Tagesspiegel.

„Das Bundesgesundheitsministerium hat die Pflicht, die Bevölkerung vor einer außergewöhnlichen Hitzewelle – wie sie uns in den nächsten Tagen bevorsteht – vorzubereiten, und über entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen zu informieren“, sagte Stephan Pilsinger, fachpolitischer Sprecher für Gesundheit der CSU-Landesgruppe im Bundestag, ebenfalls dem Tagesspiegel. (mse/afp)

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