EM 2021

UEFA verbietet Regenbogenfarben für Allianz Arena: Netz rastet aus

Die Allianz Arena erstrahlt in Regenbogenfarben
+
Die UEFA verbietet, dass die Allianz Arena im Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlt

Die Stadt München will als Zeichen für Toleranz und Vielfalt die Allianz Arena beim Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen lassen. Doch die UEFA verbietet es. Im Netz entfacht das einen riesengroßen Shitstorm.

München - Es sollte nicht nur ein Zeichen werden für mehr Diversität in Sport und Gesellschaft, sondern auch ein Statement in Richtung ungarischer Regierung. Denn die hat gerade ein extrem LGBTQ-feindliches Gesetz verabschiedet. Die Stadt München will die Allianz Arena vor dem EM-Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn (Mittwoch, 23. Juni um 21.00 Uhr) in Regenbogenfarben erstrahlen lassen. Doch die UEFA verbietet das Vorhaben. Extratipp.com* berichtet.

EM 2021: UEFA verbietet die Beleuchtung der Allianz Arena in Regenbogenfarben

Erst nahm die UEFA Ermittlungen auf, weil Manuel Neuer eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben trug. Der angebliche Grund: Politische Statements seien während der Spiele der EM 2021 verboten. Inwieweit es sich bei einem Zeichen der Gleichberechtigung jedoch um ein Politikum handeln soll- die Erklärung bleibt seitens der Verantwortlichen aus.

Das Anliegen, die Allianz Arena bunt leuchten zu lassen, wurde im Münchner Stadtrat von allen Fraktionen begrüßt. OB Dieter Reiter bat anschließend in einem Brief an UEFA und DFB um Erlaubnis „ein Zeichen im Sinne der Weltoffenheit und Toleranz“ zu setzen. Erteilt wurde sie ihm nicht. Viele vermuten, dass die UEFA Ungarn nicht gegen sich aufbringen will. Der Hintergrund: das EM-Finale, das eigentlich in London stattfinden sollte, muss aufgrund der dortigen Coronalage evtl. verschoben werden. In Frage scheint dafür (vermutlich wegen der dort erlaubten hohen Zuschauerzahl) nur Budapest zu kommen.

Auch Jan Böhmermann kritisiert die Entscheidung der UEFA

EM 2021: die Reaktionen im Netz sprechen eine deutliche Sprache

Im Netz kassiert die UEFA, die sich sonst gerne offen und tolerant gibt, dafür einen riesengroßen Shitstorm. „Es ist echt komisch, dass sich noch kein Fußballprofi geoutet hat. Kann ich mir nicht erklären. Ein Mysterium“, kommentiert eine wütende Twitternutzerin. Satiriker Jan Böhmermann fragt „Die UEFA kann Deutschland, Bayern und München die Meinungsfreiheit verbieten?“

Bei Facebook verweist ein User auf die Grundrechtscharta der EU: „Die UEFA hat nicht mehr alle Latten am Zaun! Das ist nichts ‚Politisches‘, von dem man diese oder jene Meinung haben könnte, sondern steht in der Grundrechtscharta der Europäischen Union.“

Bot und Spiele -dieser Facebooknutzer fordert ein Boykott der EM 2021

Ein Twitternutzer findet „Deutschland, Bayern und München könnten Eier beweisen und denen einen schönen Regenbogenfarbenen Strich durch die sogenannte Rechnung machen.“ Viele fordern, dass München sich über das Verbot der UEFA hinwegsetzt. Manche wollen sogar für eine entsprechende Vertragsstrafe zusammenlegen.

Auch aus der Politik gibt es Kritik. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil findet klare Worte: „Liebe UEFA, es ist nicht so, dass ich von euch viel erwartet habe. Aber ihr seid noch peinlicher als ich dachte. Schämt euch!“ Seine Parteikollegin Katarina Barley setzt noch einen drauf: „Vor Autokraten einzuknicken hat noch nie zu etwas Gutem geführt.“ Recht hat sie.

*extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare