Diät an der Tagesordnung

Jedes vierte Kind fühlt sich zu dick

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Auch für Kinder ist der Schritt auf die Waage nicht immer leicht.

Münster - Mit dem eigenen Gewicht haben längst nicht mehr nur Erwachsene zu kämpfen. Jedes vierte Kind fühlt sich laut einer Befragung zu dick und viele haben schon eine Diät hinter sich. 

Jedes vierte Kind in Deutschland fühlt sich laut einer Befragung zu dick. Und bereits jedes dritte Kind hat mindestens eine Diät hinter sich, wie eine Studie ergab, die die Bausparkasse LBS West am Mittwoch in Berlin vorstellte. Bundesweit waren in einer repräsentativen Umfrage 10 000 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren für das LBS-Kinderbarometer befragt worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist etwa jedes sechste Kind in Deutschland übergewichtig.

Die gute Nachricht zum Tag der Ernährung am 7. März: Zwei Drittel der Schüler bezeichnen ihr Körpergewicht als genau richtig. Acht Prozent finden sich wiederum zu dünn. Ob das subjektive Gefühl mit der Realität übereinstimmt, klärt die Studie nicht. Das tatsächliche Gewicht der Befragten sei bewusst nicht abgefragt worden, sagte ein LBS-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Der Umfrage zufolge denkt jedes 20. Kind darüber nach, sich Fett absaugen zu lassen. „Wenn Kinder in einem so radikalen Schritt die einzige Möglichkeit sehen, sich in ihrer Haut wohlzufühlen, ist das mehr als bedenklich. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper beeinflusst das Wohlbefinden der Kinder in allen Lebensbereichen“, erläuterte Christian Schröder, Sprecher des LBS-Kinderbarometers.

Für ein gutes Körpergefühl sind Bewegung und gesunde Ernährung wichtige Voraussetzung. Fast drei Viertel der 9- bis 14-jährigen Kinder treibt den Angaben zufolge mehrmals die Woche Sport, weitere 14 Prozent mindestens einmal pro Woche. Dabei zählt Radfahren oder Skaten zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Vier von fünf Kindern treiben Sport im Verein.

Schirmherrin des LBS-Kinderbarometer ist Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Für das Kinderbarometer werden seit 2007 im zweijährigen Rhythmus bundesweit Schulkinder zwischen 9 und 14 Jahren mittels Fragebögen befragt.

Basierend auf den Ergebnissen einer Studie (KiGGS), die von 2003 bis 2006 Daten zur Gesundheit von Kindern im Alter von 3 bis 17 Jahren erhob, gelten 15 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen als übergewichtig. Bei den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar 17 Prozent. Der Anteil von Adipositas (Fettleibigkeit) liegt bei 6,4 und im höheren Alter bei 8,5 Prozent. Diese Studie sei derzeit die umfangreichste Datenerhebung zum Thema, sagte eine RKI-Sprecherin am Mittwoch in Berlin. Daten aus der Zeit von 2009 bis 2012 befinden sich in der Auswertung, Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Wie allerdings aus dem Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn hervorgeht, ist die Zahl der übergewichtigen Kinder im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.

dpa

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