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Heilpraktiker hat den Tod dreier Krebspatienten auf dem Gewissen - jetzt folgte die Strafe

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Der Heilpraktiker Klaus R. und Anwältin Ursula Bissa im Landgericht in Krefeld.
Der Heilpraktiker Klaus R. und Anwältin Ursula Bissa im Landgericht in Krefeld. © Foto: Henning Kaiser

Eine Albtraumvorstellung: Ein Mann hat auf abenteuerliche Weise Krebsmedikamente hergestellt. Und damit den Tod seiner Patienten verursacht. Nun fiel das Urteil.

Krefeld - Ein Heilpraktiker ist wegen der fahrlässigen Tötung von drei Patienten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Mann hat nach Auffassung des Landgerichts Krefeld zudem gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen, wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte. Der Niederländer hatte im niederrheinischen Brüggen ein alternatives Krebszentrum betrieben. Für die Zubereitung seiner Medikamente nutzte er den Angaben zufolge eine ungeeignete Waage, sodass es zu Überdosierungen kam.

Urteil gegen Heilpraktiker: Ungeeignete Waage beim Herstellen von Medikamenten

Die zweite große Strafkammer stellte nach Angaben des Sprechers einen erheblich fahrlässigen Umgang mit dem Wirkstoff 3-Bromopyruvat fest, einem alternativen Heilmittel, das Krebszellen abtöten soll. In der Praxis habe es zudem keine Sicherungsmaßnahmen gegeben, kritisierten die Richter. Der Heilpraktiker habe außerdem von den potenziell tödlichen Folgen des Wirkstoffes gewusst.

Der Mann hatte den Angaben zufolge eine Waage verwendet, die nicht für die Zubereitung der Infusionslösungen mit dem Wirkstoff geeignet war. Die Dosis sei um das Drei- bis Sechsfache überschritten worden. Das somit in seiner Qualität erheblich geminderte Arzneimittel habe der Heilpraktiker vier Patienten intravenös verabreicht, drei von ihnen starben in der Folge. Die vierte Patientin habe unter anderem an Übelkeit und Unwohlsein gelitten.

epd

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