Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Inmitten der Corona-Krise: Südkorea wählt ein neues Parlament

Eine Frau aus Südkorea während der Wahl des neuen Parlaments. 
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Eine Frau aus Südkorea während der Wahl des neuen Parlaments. 

Inmitten der Corona-Krise wählt Südkorea ein neues Parlament. Die Wahl gilt dabei als Stimmungstest. 

  • In Südkorea wird ein neues Parlament gewählt. 
  • Wegen des Coronavirus* geschieht dies unter strengen Sicherheitsauflagen. 
  • Die Wahl gilt als Stimmungstest für Präsident Moon Jae In

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen wegen der Corona-Krise haben die Menschen Südkoreas ein neues Parlament gewählt. Die Wahllokale wurden am Mittwochmorgen um 6.00 Uhr (Ortszeit) für die Wähler eröffnet. Dabei galt eine Mundschutzpflicht*, vor allen Wahllokalen wurden Fiebermessungen durchgeführt. Die unter Quarantäne stehenden Wähler durften in eigens für sie hergerichteten Wahllokalen ihre Stimmen abgeben, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. 

Südkorea: Parlamentswahlen trotz Corona 

„Wir halten diese Wahl in einer sehr schwierigen Zeit der sozialen Distanzierung und des Rückgangs der wirtschaftlichen Aktivität ab“, sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Kwon Soon Il, am Dienstag. Er rief alle Bürger auf, wählen zu gehen. Knapp 44 Millionen Wähler waren zur Wahl aufgerufen. Neben Atemschutzmasken mussten auch Plastikhandschuhe auf Anordnung der Behörden getragen werden. 

72 Prozent der Wahlberechtigten hatten laut einer Umfrage keine Befürchtungen, zur Wahl zu gehen. Demnach wurde eine hohe Wahlbeteiligung von den Südkoreanern erwartet – bereits am vergangenen Wochenende hatten 1,7 Millionen Menschen ihre Stimmen per Briefwahl abgegeben, darunter auch der amtierende Präsident Moon Jae In. 

Südkorea: Stimmungstest für Präsident Moon 

Die Wahl gilt dabei als Stimmungstest für den linksorientierten Staatschef. Moon hatte zuletzt in der Corona-Krise massiv an Beliebtheit gewonnen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup erhielt er Zustimmungswerte von 57 Prozent. Das wäre im Vergleich zum Januar ein Zuwachs von 16 Prozent. 

Die Demokratische Partei Moons ist zwar die treibende Kraft im Parlament in Seoul, besitzt aber keine absolute Mehrheit. In den zuletzt veröffentlichten Umfragen gaben 44 Prozent der Befragten an, für die Demokratische Partei stimmen zu wollen. 

In Südkorea gab es zu Beginn des Ausbruchs des Coronavirus die meisten Infektionen nach China. Inzwischen ist das Virus wegen des Eindämmens* und Aufspürens von Kontaktpersonen deutlich zurückgegangen. Das ostasiatische Land gilt anderen Staaten als Vorbild im Umgang mit der Pandemie.

Marvin Ziegele mit AFP 

Die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland scheint verlangsamt – doch immer noch sterben Menschen an Covid-19. Söder warnt vor einem zu frühen Corona-Exit.

Die Homosexuellen-Szene im Ausgehviertel Itaewon in Seoul könnte der Ausgangspunkt einer zweiten Corona-Infektionswelle in Südkorea sein. Kontaktpersonen haben Angst vor einem Zwangsouting in der homophoben Gesellschaft, wenn sie sich wegen des Corona-Verdachts* bei den Behörden melden.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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